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Lübeck Brodtener Ufer: Wanderweg wird verlegt
Lokales Lübeck Brodtener Ufer: Wanderweg wird verlegt
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07:48 11.01.2018
Stürme und Dauerregen der vergangenen Wochen haben erneut für riesige Abbrüche am Brodtener Ufer gesorgt. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Die Kante rutscht weiter ab: Stürme und Dauerregen der vergangenen Wochen haben erneut für riesige Abbrüche am Brodtener Ufer gesorgt. Vor wenigen Tagen musste sogar ein Teil des Wanderwegs vor dem Erlebniscafé Hermannshöhe gesperrt und um mehrere Meter ins Landesinnere verlegt werden. Auch entlang der Strecke zwischen Travemünde und dem Ausflugslokal sind wieder große Teile des Erdreichs sowie mehrere Bäume auf den schmalen Strandabschnitt gestürzt. Bei starkem Wind und höherem Wellengang ist am Ufer ein Durchkommen so gut wie nicht mehr möglich.

„Wir werden wegen der vielen frischen Abbrüche jetzt mehrere Wege neu anlegen“, kündigte Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff an. An der Hermannshöhe müsse der Wanderweg wohl über die Wiese direkt an der Aussichtsterrasse vorbeigeführt werden. Vorerst sei dort ein Provisorium mit Kies und Geröll angelegt worden. „Wir können wegen des nassen und aufgeweichten Bodens mit unseren schweren Geräten jetzt noch nicht richtig arbeiten. Die alte Wegführung ist aber unwiederbringlich verloren“, bedauert der Kurdirektor. Ursache für die Abbrüche seien allerdings nicht die Ostseewellen, sondern der Regen, der den Boden aufweicht, was zur Folge habe, dass die immer schwerer werdenden Sand- und Geröllmassen ins Rutschen kommen.

Laut Kirchhoff gibt es immer wieder Anregungen, das Steilufer etwa mit Steinen aufzuschütten, um es zu stabilisieren. Dieser Maßnahme erteilt er eine deutliche Absage: „Das Brodtener Ufer ist Naturschutzgebiet, in das nicht eingegriffen werden darf. Wer dort ein Gebäude besitzt oder investiert, weiß das.“ Zudem seien die regelmäßigen Abbrüche wichtig für die dort nistende Uferschwalbe.

Wenn die Vögel immer wieder in ihre alten Brutstätten zurückkehrten, würden diese mit Bakterien verseucht. Für den Erhalt der Schwalben sei es notwendig, dass sie sich immer wieder neue Höhlen anlegen können.

2011 hatte der Timmendorfer Investor Marcus Fey das traditionsreiche Restaurant an der Hermannshöhe gekauft und etwa 1,8 Millionen Euro in einen Neubau aus Holz gesteckt. 2012 wurde dann die Eröffnung gefeiert. Damals lag die Kliffkante noch 60 Meter vom Gebäude entfernt. Sorgen wegen des immer näher rückenden Steilufers macht sich Maik Kiesewetter, Betriebsleiter des Erlebnis-Cafés, aber nicht: „Die Abbrüche beeinträchtigen unseren Betrieb in keiner Weise. Und mit dem Naturschutzgebiet müssen wir nun mal leben.“ Bedenklich sei aber, dass manche Ausflügler die Warnschilder ignorierten und den Hang hinunterkletterten. „Wenn wir das sehen, machen wir sie selbstverständlich auf die Gefahr aufmerksam.“

 Thomas Krohn

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