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Lübeck Brodtener Wanderweg: Wütender Protest gegen die Schließung
Lokales Lübeck Brodtener Wanderweg: Wütender Protest gegen die Schließung
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16:08 11.11.2013
Breiter Widerstand gegen eine Schließung des Wanderweges am Brodtener Steilufer.
Lübeck

„Diese attraktive Wegeverbindung zwischen Travemünde und Niendorf muss unbedingt erhalten bleiben“, erklärt der Präsident des Deutsches Tourismusverbandes, der Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). In der nächsten Woche entscheiden die Lübecker Politiker über die Zukunft des vier Kilometer langen Weges. Lübecks Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) hat vorgeschlagen, den Betrieb zum Frühjahr 2014 einzustellen. Grund: Die Stadt und die Eigentümer der Wanderflächen können sich seit Monaten nicht auf neue Mietverträge einigen.Der Wanderweg sei von großer touristischer Bedeutung für die Lübecker Bucht, mahnt Meyer, und er ist nicht alleine:Die bei Bürgern und Urlaubern gleichermaßen beliebte „Tribüne zum Meer“ dürfe nicht verloren gehen, sagt Andrea Gastager, Chefin der Tourismusgesellschaft LTM. „Das wäre schädlich für die gesamte Region“, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Hamerich, Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft, Tourismus und Verkehr: „Lübeck wäre gut beraten, sich mit den Eigentümern zu einigen und den Weg offen zu halten.“Wandervereine können sich nicht vorstellen, dass Schindler ernst macht. „Dann müssten wir nach Boltenhagen ausweichen, um am Klützer Winkel zu wandern“, sagt Gisela Klasen, Vorsitzende des Lübecker Wandervereins. „Einfach dicht machen, das geht gar nicht“, kritisiert Carsten Kramer, Vorsitzender des Fahrradclubs ADFC. Denn die Brodtener Etappe ist Teil des Ostseeküsten-Radwanderweges.

Von Januar bis August registrierte eine Zählstelle 33180 Radfahrer in Richtung Niendorf. „In den Sommermonaten haben wir 800 Radler pro Tag, an Wochenenden über 1000“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe. Die Zahl der Fußgänger wird nicht erfasst. Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff spricht von mehreren Zehntausend pro Jahr.„Aus touristischer Sicht wäre es absolut wünschenswert, den Weg zu erhalten“, erklärt Jörg Semrau, Geschäftsführer des Lübecker Verkehrsvereins. Er sieht indes auch die Landwirte, denen die Flächen gehören, in der Verantwortun. Sie sollten der Stadt beim Thema Mieten entgegenkommen. Das fordert auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, die im Bundestagsausschuss für Tourismus sitzt. „Weiter verhandeln“, fordert sie. Das wird schwer: Wirtschaftssenator Schindler hat die Gespräche für gescheitert erklärt. Er sucht jetzt das Gespräch mit Stiftungen und der Wirtschaft.Als „traurigen Höhepunkt einer kommunalen Posse“, kritisiert die Travemünder CDU die drohende Schließung. „Der Wanderweg ist ein unverzichtbarer Bestandteil der touristischen Infrastruktur“, sagen Ulrich Krause und Thomas Thalau. „Schindler versagt und Travemünde muss leiden.“  

Kai Dordowsky

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