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Lübeck Brolingplatz: Jetzt gibt’s ein neues Markthäuschen
Lokales Lübeck Brolingplatz: Jetzt gibt’s ein neues Markthäuschen
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21:14 09.08.2016
Das neue Häuschen auf dem Brolingplatz wird etwa 30 Quadratmeter groß werden und eingeschossig bleiben. Es soll direkt an die gerade neu gebauten WCs angrenzen. Quelle: Fotos: Maxwitat/malzahn

Neuer Brolingplatz – und jetzt noch ein neues Markthäuschen: Die Freude im Quartier rund um die Friedenstraße ist riesengroß. Die Possehl-Stiftung finanziert den Bau eines Häuschens am Brolingplatz. Es kostet 127000 Euro. „Das ist unglaublich“, sagt Regine Groß. Die Marktfrau ist die treibende Kraft der Initiative Brolingplatz, die mittlerweile ein gemeinnütziger Verein geworden ist. Die 58-Jährige kann den Geldsegen kaum fassen. Seit 2007 kämpfen sie und ihre 20 Mitstreiter für den Umbau des Brolingplatzes – und ein Markthäuschen.

„Wir wollen am liebsten noch in diesem Jahr loslegen.“Regine Groß, Initiative Brolingplatz

Jetzt haben sie den Kampf endgültig gewonnen: Denn schon 2015 hat die Stadt dem Brolingplatz eine Frischzellenkur verpasst – für 1,2 Millionen Euro. Doch das städtische Geld reichte nicht, um auch ein Häuschen zu errichten. Aber der Verein Brolingplatz Lübeck ließ nicht locker – jetzt finanziert die Possehl-Stiftung den Bau. „Es soll ein Quartiershäuschen werden“, sagt Groß. Es soll ein Treffpunkt für das gesamte Viertel sein, in dem 5700 Lübecker leben. Das Quartier erstreckt sich zwischen Schwartauer Allee, Fackenburger Allee und Bei der Lohmühle.

Der Brolingplatz gehört der Stadt. Die Initiative darf aber auf dem städtischen Grundstück das Quartiershäuschen bauen – und muss es selbst betreiben. Das habe ihr die Bauverwaltung zugesagt, so Groß. Nun muss der Verein einen Bauantrag stellen. „Wir wollen am liebsten noch in diesem Jahr loslegen“, erzählt die Marktfrau. Klar ist aber: Im Sommer 2017 sollte es fertig sein. Denn im Juli steht das Sommerfest des Vereins an.

Das neue Häuschen misst zirka 30 Quadratmeter und ist ein eingeschossiges Gebäude. Es grenzt direkt an die neu gebauten WCs an. Das Quartiershäuschen hat einen Hauptraum, einen Lagerraum plus eine behindertengerechte Toilette. Geplant ist eine Art Verkaufsklappe wie bei einem Kiosk – dort wollen Vereinsmitglieder an Markttagen Kaffee ausschenken. Zudem ist dort einmal im Monat das Marktfrühstück geplant. Vor dem Häuschen sollen Tische und Stühle stehen – und ein Sonnensegel gespannt werden. Unter der Woche dient das Quartiershäuschen als Veranstaltungsort. Spielenachmittag, Nähwerkstatt, Vorträge – all das will der Verein dort anbieten.

Bislang schlüpfen Groß und ihre Leute immer bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) unter. Doch deren Räume sind oft ausgebucht – und die Veranstaltungen sind immer mehr geworden. „Deshalb sind wir der Possehl-Stiftung sehr dankbar“, sagt Klaus-Erwin Hädrich. Der 75-Jährige ist ebenfalls in dem Verein engagiert. Er hat sein ganzes Leben in dem Viertel verbracht. Jetzt hilft er mit. So wird zwei Mal im Jahr ein Flohmarkt organisiert, im Herbst ein Laternenumzug, zur Weihnachtszeit das Adventssingen und am ersten Adventssonnabend ein Weihnachtsmarkt mit alkoholfreiem Punsch – dem Brolinger. „Das Quartier wurde lange vergessen“, sagt Groß. Daher freut sich Groß über die Unterstützung der Stadt – und auch aus der Politik. „Nun geht es um eine schnelle Umsetzung des Entwurfes, damit der Verein Brolingplatz endlich einen eigenen Raum hat“, fordert die Grüne Silke Mählenhoff. Die Ideen und Projekte würden das Quartier rund um die Friedenstraße beleben. Groß setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit vielen Organisationen beispielsweise dem Lübecker Bauverein, der Kirchengemeinde, der Awo und auch der Sparkasse bei der Lohmühle.

Dabei lebt Groß gar nicht am Brolingplatz, sondern in Dummersdorf. Doch ihre Familie verkauft seit den 50er Jahren jede Woche Fisch auf dem Brolingplatz. „Ich war schon als Kind dort bei meinem Großvater“, berichtet sie. Es gibt sogar ein altes Foto, das dokumentiert wie ihr Opa einen Fisch an die Großmutter von Hädrich verkauft.

• Alte Fotos vom Brolingplatz und die Erinnerungen von Regine Groß als Video gibt es unter LN-online.de

Ratsherren-Viertel

Johann Broling – nach ihm ist der Brolingplatz benannt. Denn er wurde 1447 zum Ratsherren der Hansestadt erwählt. Etliche Straßen in dem Quartier zwischen Schwartauer Allee, Fackenburger Allee und Bei der Lohmühle tragen die Namen von Ratsherren – daher wird das Viertel auch Ratsherren-Viertel genannt. Broling hat sich in besonderer Weise um Lübeck verdient gemacht.

Als kinderloser Mann vermachte er sein Vermögen der Hansestadt. Damit wurde der Bau des lübschen Holstentors sichergestellt.

Der Verein Brolingplatz Lübeck ist unter folgender Email-Adresse zu erreichen: initiative@brolingplatz.de.

Josephine von Zastrow

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