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Lübeck Brutaler Angriff auf Schwestern: Das sagt eines der Opfer
Lokales Lübeck Brutaler Angriff auf Schwestern: Das sagt eines der Opfer
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08:13 17.07.2018
Gezeichnet: Maren W. am Tatort. Bei einem Angriff an der Drehbrücke wurde die 46-Jährige verletzt. Ihre Lippe musste genäht werden, außerdem ist eine Zahnprothese beschädigt. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Zwei Schwestern sind in Lübeck in der Nacht zu Sonntag vor der Kneipe „Zur Drehbrücke 2“ von einer Gruppe unbekannter Männer angegriffen worden. Die Täter sollen mit Pfefferspray und Rauchbomben um sich geworfen haben. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Eigentlich gehen Maren W. (46) und ihre vier Jahre ältere Schwester kaum feiern. Doch am Sonnabend haben sie ihre Stiefmutter in der Lübecker Innenstadt besucht. „Dann dachten wir, wir schauen mal, ob wir noch irgendwo was trinken gehen“, erzählt W.. Die beiden landeten in einer Gaststätte an der Untertrave. „Weil drinnen geraucht wird, wollten wir gegen 2 Uhr frische Luft schnappen“, erzählt W.. Was dann passierte, klingt in der Erzählung der Frauen wie ein schlechter Film. Mehrere Männer sollen Maren W. und ihre Schwester mit Pfefferspray und Rauchbomben angegriffen haben. „Alles war verraucht, ich konnte kaum noch etwas sehen und bekam eine Bierflasche in den Bauch“, erzählt die 46-jährige Lübeckerin.

„Der Mann hat mir direkt in die Augen geschaut. Dann hat er zugeschlagen“

Auch ihre Schwester konnte sich gegen die Täter nicht wehren. Laut Polizeisprecher Dirk Asmussen wurde sie zu Boden geschubst und mit Pfefferspray besprüht. „Anschließend entfernte sich die Personengruppe in Richtung Engelsgrube“, so Asmussen. Maren W. folgte den Männern, wurde jedoch laut Polizeibericht von einer Person kräftig ins Gesicht geschlagen. „Der Mann hat mir direkt in die Augen geschaut. Der Rest des Gesichts war vermummt. Dann hat er zugeschlagen“, erzählt die 46-Jährige entsetzt. Beide Frauen mussten in die Notaufnahme der Uniklinik gebracht werden. „Meine Oberlippe war aufgeplatzt, überall spritzte Blut“, erinnert sich die Überfallene. „Außerdem wurde meine Zahnprothese zertrümmert.“ Noch am Tatort holten Zeugen Tücher aus der Kneipe, um die Blutung zu stoppen. In der Uniklinik wurde die Lippe dann genäht. Anschließend durften die beiden Frauen mit dem Taxi nach Hause.

„Wir waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“

Die Lippe ist noch immer dick. „Außerdem hat mein Zahnarzt Urlaub, ich muss mich wegen meiner kaputten Zähne erst mal um eine Vertretung kümmern“, sagt W., die eigentlich in zwei Wochen in den Urlaub fliegen will. Feiern will die 46-Jährige in nächster Zeit lieber nicht. „Große Menschengruppen werde ich wohl vorerst meiden“, sagt sie. Dass der Angriff persönlich gegen sie und ihre Schwester gerichtet war, glaubt sie aber nicht. „Wir waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagt die Lübeckerin.

Bei der flüchtigen Personengruppe soll es sich laut Aussagen der beiden Frauen um Männer gehandelt haben, die zur Tatzeit mit Kapuzenpullovern bekleidet waren. Weiterhin hätten die Personen ihre Gesichter mit Skimasken verdeckt. „Ich schätze, dass sie so zwischen 20 und 23 Jahre alt waren“, erzählt Maren W., „alle waren hellhäutig. Ich habe aber gehört, dass sie sich in einer anderen Sprache unterhalten haben.“

Das 1. Polizeirevier Lübeck hat die Sachbearbeitung übernommen und ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Gesucht werden Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben und eventuell Angaben zu den flüchtigen Tätern machen können. Vor der Kneipe sollen sich zum Tatzeitpunkt noch weitere Gäste aufgehalten haben. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0451/131 61 45 entgegen.

Immer wieder brutale Zwischenfälle in Lübeck

Immer wieder kommt es in der Innenstadt zu Überfällen. Im Februar verfolgten vier Männer in Höhe der Puppenbrücke einen 18-Jährigen, bedrohten ihn mit einem Messer und forderten Geld. Im Juni wurde eine Spielhalle überfallen, die Täter verletzten einen Gast und einen Angestellten. Sie stahlen die Handys der beiden Opfer und Bargeld. Nur wenige Tage später konnte drei Tatverdächtige festgenommen werden. 2016 wurde ein Mann in der Clemensstraße von hinten angegriffen, im Gesicht verletzt und bestohlen.

Maike Wegner

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