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Lübeck Brutaler Familienstreit: Sohn prügelt Vater tot
Lokales Lübeck Brutaler Familienstreit: Sohn prügelt Vater tot
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09:36 04.07.2017
Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Ein paar wenige Autos fahren am Haus vorbei, der Wind pustet die Blätter der Bäume, die am Straßenrand stehen, ordentlich durcheinander. Ein friedliches Bild. Nichts deutet an diesem Montag darauf hin, dass sich hier in der Korvettenstraße vor wenigen Tagen ein schreckliches Familiendrama abgespielt haben muss.

Wie die Lübecker Polizei am Montag berichtete, fand am vergangenen Mittwoch in einer Wohnung im Stadtteil Buntekuh eine heftige körperliche Auseinandersetzung zwischen einem Vater und seinem Sohn statt, die tödlich endete. Das Kommissariat 1 der Lübecker Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Foto: Holger Kröger

Nach bisherigen Erkenntnissen begann der Streit zwischen den beiden in einem Mehrfamilienhaus gegen 21.10 Uhr. Dabei soll der 21-jährige Sohn seinen 54-jährigen Vater mehrfach bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit geschlagen haben.

Nach LN-Informationen wurde der 54-Jährige daraufhin mit massiven Tritt- und Schlagverletzungen am Kopf als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert. Wie er dort hingelangte, dazu wollte sich die Polizei nicht äußern. Die Verletzungen erwiesen sich allerdings als so schwerwiegend, dass der Vater am Nachmittag darauf, also am 29. Juni, in einem Krankenhaus an deren Folgen verstarb.

Der Beschuldigte wurde festgenommen

Das Kommissariat 1 der Lübecker Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts des Totschlags aufgenommen. Auf Antrag der Lübecker Staatsanwaltschaft wurde der junge Hansestädter dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ antragsgemäß Untersuchungshaftbefehl. Der Beschuldigte wurde anschließend in die Justizvollzugsanstalt Lübeck gebracht. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat sind laut Polizei noch unklar.

Schreckliche Familiendramen in Lübeck liegen schon ein paar Jahre zurück

2012 hat es einen versuchten und einen vollendeten Mord gegeben. In Rangenberg hatte eine 25-Jährige ihren Ehemann mit einem Messer attackiert, sie wurde zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Auf dem Priwall wiederum hat ein 57-Jähriger seine Mutter erschlagen. Er wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

In Buntekuh hatte zuletzt der Mord im Galeonenweg einen ganzen Stadtteil in Atem gehalten. Ein 48-Jähriger hatte eine 85-jährige Rentnerin in ihrem Bungalow erstickt, nachdem er in ihr Haus eingebrochen war, um Wertgegenstände zu stehlen. Der Mann wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wegen Mordes aus Habgier in Tateinheit mit schwerem Raub muss der 48-jährige Rainer P. (Name geändert) lebenslang ins Gefängnis. Ihm wurde vorgeworfen im August 2016 eine 85-jährige Frau in ihrem Bungalow in Buntekuh erstickt zu haben, nachdem er in ihr Haus eingebrochen war, um Wertgegenstände zu stehlen. Ins Visier der Ermittler war P. geraten, als klar wurde, dass er mit einem Kollegen mehrfach Reinigungsarbeiten in der Einfahrt und später auf der Terrasse des Opfers ausgeführt hatte.

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