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Lübeck Bühne frei: Jetzt kommt der Ministerpräsident
Lokales Lübeck Bühne frei: Jetzt kommt der Ministerpräsident
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20:13 13.09.2017
Die erste Geige: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) unterstützt die Bundestagskandidatin beim Wahlkampf.

Rocksong oder Abendlied? Schon bei dieser Frage offenbart sich das Dilemma der CDU. Die Partei ist uneins und kann sich nicht entscheiden. Kurzer Hand spielt Cellist Wolfram Huschke eine Kombination aus Jimi-Hendrix-Klängen und „Der Mond ist aufgegangen“. Die gut hundert CDU-Anhänger sind begeistert von dem virtuosen Künstler, der Schmidtkes Kandidatur unterstützt. Der Musiker kann auf seinem klassischen Instrument auch Rock spielen – und ist daher der Richtige für diesen Abend. Denn die konservative Partei versucht, sich zu wandeln – und will ein bisschen mehr Rock’n’Roll wagen. Zwar tragen alle Anzug, doch einigen sitzt die Krawatte zu eng – und sie wären lieber in Jeans und Sweat-Shirt aufgetaucht. Aber so weit ist die CDU nicht. Sie hat sich gerade erst von muffigen Partei-Veranstaltungen im 70er-Jahre-Ambiente verabschiedet. Aber es geht nicht nur um Äußerlichkeiten. Sondern auch um inhaltlich weit auseinanderliegende Positionen. Während beispielsweise Ministerpräsident Günther der Homo-Ehe offen gegenüber steht, wettert Horst Seehofer (CSU) im tiefsten Bayern immer noch dagegen.

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Schlussspurt im Wahlkampf: Claudia Schmidtke (CDU) will in den Bundestag. Deshalb lädt sie zum Konzert ins Kolosseum. Wie bei der stets vielstimmigen Union üblich, gibt es auch Dissonanzen. Und die erste Geige im Land ist auch da: Ministerpräsident Daniel Günther.

Die auseinanderstrebenden Kräfte in der Partei eint im Bund die Chefin – Angela Merkel. Sie ist der Kitt der Union. „Beeindruckend“, beschreibt Ministerpräsident Günther ihren Auftritt in der „Wahlarena“ der Kulturwerft vor ein paar Tagen. „Mit welcher Größe sie reagiert hat“, ist er von der Bundeskanzlerin angetan. Ihr anschließender Kurzbesuch beim Landesvorstand im Schuppen 9 sei eine „tolle Geste“ gewesen. Und Marzipan bekomme Merkel auch noch nach Berlin geliefert – den hatten die Lübecker Parteifreunde nicht parat.

Auf Landesebene hat indes Günther den Part inne, die widerstreitenden Kräfte auf Linie zu bringen. Vor allem in der Regierung. CDU, Grüne, FDP unter der Jamaika-Flagge zu führen – schwierig. „Da einigt man sich mit den Grünen oft schneller“, berichtet er. Beim Publikum punktet der 44-Jährige vor allem beim Thema Schule. „Die Kinder lernen jetzt wieder Schreibschrift.“ Und bei der Sicherheit.

„Wer in Ihre Häuser einbricht, gehört in den Knast.“ Das werde die CDU in den nächsten vier Jahren im Bund durchsetzen. „Das garantiere ich Ihnen“, sagt Günther zu. Und für dieses Solo gibt es kollektiven Applaus aus dem Saal.

Und die lübsche CDU? Die Bundespartei hat Merkel, die Landespartei Günther – und die Lübecker CDU? Ist nur zur Hälfte anwesend. Denn in der Partei gibt es niemanden, der die Dissonanzen in einem wohlklingenden Musikstück vereinen kann. Sie besteht aus zwei Orchestern, und jedes geht für sich allein auf Tournee. Es gibt das Lager um die Familie Eymer – und die anderen. Burkhart Eymer wollte Bundestagskandidat werden und hat gegen die Seiteneinsteigerin Schmidtke verloren, weil zur Kandidatenkür der alte CDU-Haudegen Klaus Schlie mit gut 30 Leuten aus Nord-Lauenburg angerückt war. Ein Tiefschlag für Eymer. Kreischefin Anette Röttger weiß, dass die Partei ein tiefer Riss trennt. Jetzt schwört sie die CDU auf Zusammenhalt ein. Die Landtagswahl im Mai steckt ihr noch in den Knochen.

Denn für die Kandidaten hat nur ein Orchester getrommelt – das andere hat gar nicht erst aufgespielt. So wird in der CDU gemunkelt. Das habe die Partei den Einzug von Ulrich Krause in den Landtag gekostet. Röttger spricht es aus: „Mit etwas mehr Unterstützung, hätte die Lübecker CDU jetzt einen Abgeordneten mehr im Landtag.“

Von Josephine von Zastrow

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