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Lübeck Bühne frei für die Kinder
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21:13 17.05.2016
Sie begeistert die Mädchen und Jungen für Gesang und Rhythmus: Musikerin Gabriele Pott leitet das Casting für die neue Oper „Gestrandet“. Im September wird sie im Schuppen C aufgeführt. Pott hat das Projekt „Kunst am Kai“ ins Leben gerufen. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen

Es sind die Bretter, die die Welt bedeuten. Einmal darauf zu stehen und ins Publikum zu blicken – ein Traum von vielen Menschen. „Einmal im Mittelpunkt stehen“, beschreibt Maja Büsing das Gefühl. Die 17-Jährige kennt es – und sie liebt es. „Im ersten Moment kostet es Überwindung, aber dann ist es toll.“

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Oper „Gestrandet“ im Schuppen C – 45 Mädchen und Jungen singen und tanzen beim Casting.

Deshalb ist sie wieder beim Casting dabei – diesmal für die Oper „Gestrandet“. Sie wird im September im Schuppen C auf der Nördlichen Wallhalbinsel aufgeführt, davor geht es zwei Wochen lang zum intensiven Training ins Jugendcamp. Im vergangenen Jahr war Maja ebenfalls mit von der Partie im Kinder- und Jugendchor, als „König Artus“ aufgeführt wurde. „Wer schützt unser Leben, die Felder, das Heim“ – dieser Satz war ihr Solo-Auftritt. Sie kann ihn immer noch auswendig. Maja besucht die zehnte Klasse der Arnesboken Schule in Ahrensbök und genießt vor allem die Gemeinschaft, die bei dem Opern-Projekt entsteht. Sie schwärmt: „Es haben sich so viele Freundschaften ergeben.“

„Ich war derjenige, der immer für Krieg war“, erinnert sich Julius Lob schmunzelnd. Der 13-Jährige war vor einem Jahr bei „König Artus“ ebenfalls dabei – und Teil der Ritterschar. „Mein Traum ist, einmal in einem Fernsehfilm mitzuspielen“, erzählt der Lübecker, der die Oberschule zum Dom besucht. Ihn zieht die Schauspielerei an. „Es ist toll, in andere Rollen zu schlüpfen.“ Ob sie sein Beruf werden soll? Da ist er realistisch: „Man verdient wenig Geld mit der Schauspielerei“, meint der Siebtklässler. Er geht die Sache entspannt an. „Ich mach erst Abi und schau dann weiter.“ Da ist Johanna enthusiastischer. Die Zehnjährige steht auf der Bühne, seit sie drei Jahre alt ist. „Bei den ersten Aufführungen ist man schon aufgeregt“, so die Fünftklässlerin, die das Eutiner Johann- Heinrich-Voß-Gymnasium besucht. Dort ist sie in der Musical AG. „Ich bin gern auf der Bühne“, sagt sie. „Schauspielerin oder Sängerin werden – das wäre toll.“

Für Sophia Marie Pott ist völlig klar: „Es bleibt ein Hobby.“ Die Zwölfjährige will Juristin werden, liebt es dennoch, auf der Bühne zu stehen. Kein Wunder, ihre Mutter hat das Projekt ins Leben gerufen. „Man arbeitet an etwas, führt es auf, und dann hat man etwas erreicht“, das gefällt ihr an den Aufführungen. Lampenfieber? Klar, das kennt die Sechsklässlerin des Johanneums auch. Wenn sie vor dem Auftritt hinter der Bühne wartet, „bin ich aufgeregt, aber auf der Bühne ist es ein gutes Gefühl“.

Das ist genau das, was Gabriele Pott will. „Kinder, die Spaß haben, sich auf der Bühne zu bewegen, zu tanzen und zu singen.“ Die Musikerin hat das Projekt „Kunst am Kai“

gegründet und begeistert die Kinder mit ihrer Freude an Rhythmus und Gesang. Obwohl es kein Casting im klassischen Sinne mit einzelnem Vorsingen ist. Pott probiert mit den Nachwuchs-Sängern Lieder aus wie „Bruder Jakob“. Und bringt ihnen den Unterschied zwischen europäischer und arabischen Musik bei. „Die Oper handelt von Menschen, die zu uns kommen und hier fremd sind“, sagt Pott. Das Stück hat eine gute Portion Orient. Während sich europäische Musik auf den klaren Gang des Pferdes stützt, hat orientalische Musik den schwankenen Gang des Kamels zum Vorbild. Verstanden? Klar – und schon haben die Mädchen und Jungen die zunächst fremdartigen Dreivierteltöne getroffen.

Pott hat ein Profi-Team aus sechs Mitarbeitern, die sich um die jungen Opernsänger kümmern. 45 junge Menschen sind zum Casting in den Spiegelsaal der Musikhochschule gekommen, etwa die Hälfte war schon im Vorjahr dabei. 40 Sänger für den Kinder- und Jugendchor braucht Pott. Da muss sie auswählen. „Meistens ergibt es sich von selbst“, sagt Pott. Denn manche merken, dass sie während der Zeit, die für das Jugendcamp reserviert ist, doch lieber Ferien machen wollen. Und einige Kinder merken, dass sie gar nicht auf den Bretter stehen wollen, die für andere die Welt bedeuten.

Jugend-Oper im Schuppen

Gestrandet – oder was wird aus meinen Träumen? Die Jugend-Oper ist neu geschrieben und komponiert. Sie wird vier Mal aufgeführt: Am Sonnabend, 3. September, Sonntag, 4. September, und Sonnabend, 10. September, jeweils um 16 Uhr. Zudem gibt es eine Schulvorstellung am Freitag, 9. September, von 10.30 bis 12 Uhr. Die Aufführungen finden im Hafenschuppen C statt. Die Tickets kosten für Erwachsene zwischen 12,50 und 15 Euro, für Schüler und Studenten zwischen 7,50 und zehn Euro, jeweils zuzüglich Gebühren. Weitere Informationen unter www.kunst-am-kai.de.

Josephine von Zastrow

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