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Lübeck Bürger bestimmen über Zukunft der Altstadt mit
Lokales Lübeck Bürger bestimmen über Zukunft der Altstadt mit
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20:15 28.05.2018
Radfahrer, Fußgänger, Autos: Straßenverkehr in der Altstadt ist das herausragende Thema der Perspektivenwerkstatt. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Lübeck

„Es geht um grundlegende Veränderungen für die Stadt“, macht Lindenau die Bedeutung der Perspektivenwerkstatt deutlich, „das betrifft nicht nur die Menschen, die in der Altstadt wohnen, sondern auch den Handwerker, der in die Innenstadt fährt oder Bürger aus den Vorstädten, die mit dem Bus in die Altstadt kommen.“ Die Ergebnisse aus der Perspektivenwerkstatt würden das Bild der Altstadt für die nächsten 30 Jahre bestimmen, ist Bausenatorin Glogau überzeugt. Glogau: „Wir werden aus den Ergebnissen auch Lösungen für andere Stadtteile ableiten.“

Wer nicht teilnimmt, verpasst eine historische Chance. Das ist die Botschaft von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) und Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos), die alle Lübecker zu einer zweitägigen Perspektivenwerkstatt einladen. Es geht um die Altstadt in den nächsten 30 Jahren.

„Es geht um eine grundlegende Veränderung für die Stadt.Jan Lindenau,

Bürgermeister

Die Kunst bestehe darin, die zahlreichen Interessen verschiedener Gruppen miteinander zu verknüpfen, erklärt der Bürgermeister: „Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger haben jeder für sich einen Weg gefunden, aber nicht jede Gruppe wird ihren Weg exklusiv durchsetzen können. Um herauszufinden, welches die wichtigsten Themen für die Lübecker sind, hat die Stadtverwaltung zusammen mit der Hamburger Projektgesellschaft „Tollerort“ ein Beteiligungsverfahren angestoßen. Unter dem Begriff „LübeckÜbermorgen“ wurden Zukunftsgeschichten eingesammelt. Rund 200 Geschichten sind zusammengekommen und können auf der Internetseite „uebermorgen.luebeck.de“ nachgelesen werden.

Ein Thema sticht schon bei der groben Übersicht der eingesandten Arbeiten heraus – die Verkehrsberuhigung. „Lübecks wunderbare Altstadt ist endlich autofrei. Elektrobusse gleiten durch die Straßen, überall gibt es frei verfügbare Stadträder“, stellen sich Roswitha und Andreas Slemeyer vor. „Entspannt schlendere ich nach Feierabend in die ’grüne’ Innenstadt“, schreibt eine Teilnehmerin, „es ist ruhiger geworden auf Lübecks Straßen. Nur das Bimmeln der Straßenbahn ist zu hören. Die Wahmstraße ist nicht mehr Durchfahrtsstraße, sondern zu einer beliebten Gastronomie-Meile geworden.“ Martin Winkler wünscht sich „eine Stadt, in der Straßen, Wege und Plätze immer und überall gewartet und hochwertig instandgesetzt werden und es keine großflächigen Schlaglochpisten mehr gibt“. Viele Autoren der Zukunftsgeschichten wollen weniger Verkehr in der Altstadt, aber nicht alle. „2030 können wir mit dem Auto in die Innenstadt fahren, damit wir unsere erkrankten Kinder zum Kinderarzt bringen können“, schreibt Reinhard von Kries.

Aber es geht bei der Perspektivenwerkstatt auch um Wohnen, Einkaufen und Freizeitgestaltung in der Altstadt. Herbert Schnabel stellt sich vor, dass die Hochschulen 2030 rund 18 000 Studenten zählen, 3000 in der Altstadt und 4000 auf der Nördlichen Wallhalbinsel wohnen. Helge Borgmann erwartet, „dass das Aegidienviertel aus dem Koma erwacht, der Pergamentmachergang sich in eine belebte Grünzone ohne Lehrerparkplätze verwandelt“. Andere hoffen auf eine Ringstraße, auf der alle fünf Minuten ein Bus fährt, einheitliche Öffnungszeiten der Geschäfte und einen Markt, „der von März bis November ein echter Erlebnisort ist“.

Was aus der Perspektivenwerkstatt herauskommt, weiß niemand. Lindenau: „Es kann Überraschungen geben.“ Die Ergebnisse, die Sonntagnachmittag feststehen, werden Grundlage für eine Planungswerkstatt im November. Deren Ergebnisse werden von der Verwaltung in einen Abschlussbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen gegossen. Voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2019 kann die Bürgerschaft dann entscheiden, welche Maßnahmen in der Altstadt umgesetzt werden.

Kai Dordowsky

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