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Lübeck Bürgergast aus Russland forscht in Lübeck
Lokales Lübeck Bürgergast aus Russland forscht in Lübeck
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21:14 22.08.2016
Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (v. l.) begrüßt den Bürgergast Prof. Tatiana Popova und Antje Peters-Hirt im Rathaus. Quelle: Riedel

Die Schnittstelle zwischen Russland und Deutschland liegt dieser Tage in Lübeck. Dafür sorgt Prof. Tatiana Popova. Die russische Sprachwissenschaftlerin der Arktischen Universität in Severodvinsk forscht über das Leben vom Heiligen Prokop von Lübeck. Zur Zeit ist sie für ihre Recherchearbeit zwei Monate als Bürgergast der Gemeinnützigen in der Hansestadt. Gestern wurden sie und Antje Peters-Hirt, stellvertretende Direktorin der Gemeinnützigen, von Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer im Rathaus empfangen.

Das Leben des Lübecker Kaufmanns, der in Russland heilig gesprochen wurde, fasziniert Popova bereits seit mehr als zwei Jahren. Er reiste im 13. Jahrhundert von seiner Heimat Lübeck nach Russland, konvertierte zum russisch-orthodoxen Glauben, verteilte sein Vermögen an die Armen und lebte als „Narr in Christo“, ein Heiligentypus der russisch-orthodoxen Kirche in Weliki Ustjug. Viele Legenden werden von dem Heiligen erzählt. So soll er durch Gebete die Stadt Ustjug vor dem Untergang bewahrt haben. Nun will Popova mehr über ihn herausfinden. Dafür wühlt sie sich durch Archive, Museen und Kirchengemeinden in Lübeck und Umgebung. „Es ist einfach wahnsinnig spannend, wenn man bedenkt, dass bisher einfach niemand über ihn geforscht hat“, überlegt Popova. Häufig ist sie die Erste, die seine handschriftlichen Texte von der kirchenslawischen Sprache übersetzt. „Es ist so wichtig, solch erfahrene Menschen zu fördern“, betonte Schopenhauer. Jedes Jahr kommen Forscher aus den Ostsee-Anrainerstaaten nach Lübeck, um zu arbeiten. Seit 23 Jahren ist es Tradition der Gemeinnützigen, Forscher in der Stadt zu unterstützen. „Wir hoffen, dass sie dann den Namen Lübecks in die Welt tragen“ sagte Peters-Hirt.

Am Sonntag lädt die russisch-orthodoxe Kirche (Seitenkapelle der Katharinenkirche), Glockengießerstraße 2, zum Gottesdienst mit anschließender Heirat.

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