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Lübeck Bürgermeister-Bewerber kreuzen erstmals die Klingen
Lokales Lübeck Bürgermeister-Bewerber kreuzen erstmals die Klingen
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20:19 29.07.2017
Aufeinandertreffen der Bürgermeister-Kandidaten (v.l.): Thomas Misch (Freie Wähler.), Detlev Stolzenberg (parteilos), Ali Alam (Die Partei), Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD). Den Talk moderierten Lars Fetköter (l.) und Gerald Goetsch (r.). Quelle: Maxwitat
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Travemünde

Kathrin Weiher (parteilos) fordert einen Busfahrpreis für die ganze Stadt. Detlev Stolzenberg (parteilos) will ein Budget für den Travemünder Ortsrat von 13 000 Euro. Jan Lindenau (SPD) schlägt eine Lübecker Touristenkarte vor, die alle möglichen Preise und Tarife abdeckt. Thomas Misch (Freie Wähler) plädiert für ein kleines Parkhaus neben dem Hafenbahnhof. Ali Alam (Die Partei) würde 20 Prozent seines Bürgermeister-Gehalts in einen Hilfsfonds geben. Die fünf bisher bekannten Kandidaten um die Nachfolge von Bernd Saxe (SPD) kreuzten gestern im Medienzelt auf der Travemünder Woche erstmals die Klingen.

Parkplätze, Kreuzfahrer, Travemünder Woche und Wohnungsmarkt – zu diesen Themen forderten die LN-Chefredakteure Gerald Goetsch und Lars Fetköter Antworten ein. Kathrin Weiher überraschte mit dem Bekenntnis, dass die Ferienanlage Priwall-Waterfront doch sehr groß ausfalle: Alles in Beton, das ist ziemlich viel, meine Güte“, sagte die Kandidatin von CDU, Grünen, Linken, FDP und BfL. „Die Waterfront ist zwei Nummern zu groß“, kritisierte Stolzenberg und forderte, dass kein weiteres Hotel auf der Kohlenhofspitze errichtet werden dürfe. „Wir müssen aufpassen, dass Travemünde nicht zubetoniert wird“, sagte auch Misch, bekannte sich aber zu Waterfront: „Das ist schon abgespeckt worden.“ Auch Lindenau erklärte, dass die Bauhöhen bereits deutlich reduziert worden seien. Alam fühlt sich bei Waterfront an die „Bausünde des Maritim-Hotels“ erinnert. Der Kandidat: „Ich bin für Fortschritt, aber nicht um jeden Preis.“

Die Parkprobleme, die bei der Travemünder Woche besonders zutage treten, würden sich mittelfristig entspannen, erklärte Weiher. Lindenau machte sogar noch freie Stellplätze in der Tiefgarage des Maritim-Hotels aus. Stolzenberg kritisierte, dass immer Bauprojekte gestartet und dann erst über Ersatzparkplätze nachgedacht würde. „Es darf kein weiterer, strandnaher Parkplatz eingestampft werden“, forderte Misch, „die Menschen wollen nicht nur an der Peripherie parken.“ Alam, der in Travemünde wohnt, riet den 100 Talk-Besuchern: „Wer Rad fahren kann, soll mit dem Fahrrad kommen.“

Wird das Seebad wirklich von Lübeck stiefmütterlich behandelt?, wollten die Moderatoren wissen. „Travemünde hat den höchsten Buspreis und den schlechtesten Verwaltungsservice“, stimmte Lindenau zu. In allen Vorstädten müsse wieder das Gefühl entwickelt werden: „Wir sind eine Stadt.“ Weiher ist nach Travemünde gezogen, „weil es mir hier am besten gefällt.“ Die Kandidatin von fünf Parteien plädierte für einen einheitlichen Buspreis in ganz Lübeck. Stolzenberg (parteilos) will ein Travemünde-Budget einführen, das der Ortsrat verwalten darf. „Stolzenberg: „Ein Euro pro Einwohner, das macht rund 13 000 Euro.“

Vier der fünf Kandidaten – Lindenau, Alam, Misch und Stolzenberg – wollen keine riesigen Urlauberpötte von 300 und mehr Metern nach Travemünde holen – zu hohe Kosten, zu viele Abgase, zu wenige Einnahmen. Stolzenberg schlägt vor, den Ostpreußenkai um 50 auf 250 Meter zu verlängern. Weiher dagegen hält an ihrer Idee fest, die großen Schiffe herzuholen, indem ein Anleger in der Lübecker Bucht gebaut wird. Einig waren sich die Bewerber darin, dass der Bau von bezahlbaren Wohnungen in Travemünde jahrelang verschlafen wurde. Mittlerweile werde von Politik und Verwaltung umgesteuert, versicherten Lindenau und Weiher: „Die Verwaltung hat ihren Schlaf ausgeschlafen.“

Von Kai Dordowsky

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