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Lübeck Lindenau macht Digitalisierung zur Chefsache
Lokales Lübeck Lindenau macht Digitalisierung zur Chefsache
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19:11 09.08.2018
Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) legt Eckpunkte für eine digitale Strategie vor, die Lübeck zur intelligent vernetzten Stadt machen soll. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

„Es ist an der Zeit, visionär zu denken, und dabei Lübeck mit konkreten Projekten auf den Weg in die Zukunft zu führen“, lautet die Botschaft des 39-jährigen Verwaltungschefs, „eine Stadt, die sich nicht mit digitalen Innovationen aktiv befasst, läuft Gefahr, in Zukunft als Standort nicht attraktiv zu sein.“ Sein Eckpunktepapier umfasst weit mehr als die Modernisierung der Stadtverwaltung. „Wir brauchen eine Strategie für die Gesamtstadt“, erklärt Lindenau, der verhindern will, dass die massenhaft vorhandenen, kommunalen, nicht-personenbezogenen Daten von privaten Unternehmen abgegriffen werden. „Wir müssen schnell sein“, sagt der Bürgermeister, „private Unternehmen drängen auf diesen Markt.“

Drei Netze sollen dafür massiv ausgebaut werden. Das Low-Power-Wireless-Netz der Stadtwerke existiert bereits (LN berichteten) und kann beispielsweise für Verkehrslenkung oder Leitsysteme für Parkplätze genutzt werden. Dann will Lindenau ein öffentliches, kostenloses WLan im gesamten Stadtgebiet installieren. Dazu will er Partner ins Boot holen. 

Drittens will Lindenau die Hansestadt bis 2025 flächendeckend mit Breitband versorgen. Dazu muss die Stadt viel Geld in die Hand nehmen. Der Bürgermeister schätzt, dass ein zwei- bis dreistelliger Millionenbetrag nötig sein wird. Für den Breitbandausbau gebe es aber erhebliche Fördermittel von Bund und Land, sagt der Rathaus-Chef.

Digitalisierung als Chefsache

Lindenau macht die Digitalisierung Lübecks zur Chefsache. Eine neue Abteilung Strategie & Innovation wird direkt beim Bürgermeister angesiedelt. Ein Chief Digital Officer (CDO), der von außen eingekauft wird, leitet die Abteilung und entwickelt einen Masterplan für die Umsetzung der Strategie. Die städtische IT-Abteilung wird personell aufgestockt. Unter dem Dach der Stadtwerke wird eine neue, 100 Prozent städtische Gesellschaft gegründet. Die „Stadtwerke Lübeck Innovations- und Entwicklungsgesellschaft“ (SLIE) wird den Netzausbau vorantreiben sowie mit Geldgebern und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Unternehmen und Institutionen, die sich am digitalen Wandel beteiligen wollen, werden in einem Verein namens „Energie Cluster Lübeck“ eingebunden.

Ende August entscheidet die Bürgerschaft über die neue Firma und den neuen Verein. Die Gründung der beiden Institutionen ist für Januar 2019 geplant. Im September will Lindenau den Posten des CDO ausschreiben. Einen endgültigen Beschluss der Bürgerschaft für die digitale Strategie erwartet Lindenau für Januar 2020.

Mehr lesen Sie am Freitag in der Zeitung und auf LN-Online.

Von Kai Dordowsky

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