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Lübeck Bürgermeister Saxe will einen Manager für die Hanse
Lokales Lübeck Bürgermeister Saxe will einen Manager für die Hanse
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19:20 14.10.2017

Der internationale Städteverband „Die Hanse“ boomt. Und das macht Arbeit. „Ich würde es gerne bis zum Ende meiner Amtszeit hinbekommen, dass ein Hanse-Manager einen Großteil der Aufgaben wahrnimmt“, sagt Saxe. Er ist überzeugt: „Ein hauptamtlicher Bürgermeister kann das nebenher nicht mehr leisten.“ Saxe spricht aus Erfahrung. Er ist als Bürgermeister Lübecks durch sein Amt der Vormann der Hanse. Denn Lübeck war im Mittelalter Königin der Hanse. Dieser internationale Verbund der Städte löste sich 1669 auf. In Rückbesinnung auf die Hanse wurde die neue Hanse 1980 gegründet – und wächst seither stetig.

Hansestädte

190 Städte in 16 Ländern gehören dem neuen Hansebund an, der Handel und Tourismus fördern will. Dazu zählen unter anderen: Hafnarfjörður in Island, Polazk in Weißrussland, Aberdeen in Schottland, Stargard in Polen, Turku in Finnland und Alfeld an der Leine.

Jetzt ist die Organisation riesig geworden. Aktuell gehören 190 Hansestädte dazu. Tendenz steigend. „Nahezu bei jedem Hansetag nehmen wir wieder Mitglieder auf“, so Saxe. Maximal können 225 Städte in den exklusiven Zirkel des Hansebundes aufgenommen werden. Denn so viele waren es auch im Mittelalter. Und: Nur eine Stadt, die damals in den Club der Hanse gehörte, darf auch heute rein.

Blick zurück: Als Saxe im Jahr 2000 Lübecks Bürgermeister wurde, waren es 125 Hansestädte. „Praktisch heißt das, dass der Zeitaufwand wesentlich größer ist, als er es zu Beginn meiner Amtszeit war.“

Hinzu kommt: „Die Stellung des Hansebundes hat an Bedeutung in Europa zugenommen“, so Saxe. Die Hanse habe eine „sehr bedeutende Position bei den europäischen Institutionen“ wie EU- Kommission, Europäischer Rat oder EU-Parlament. „Dort sind wir anerkannt, wir werden gefragt, dürfen an verschiedenen Projekten mitwirken“, so Saxe. Zudem fließen Fördermittel für Hansestädte.

Doch es gibt noch einen Grund für einen Hanse-Manager. Saxe will die Arbeit der Hanse sichern. „Die drei wichtigsten Motoren des Hanse-Bundes scheiden aus“, berichtet Saxe. Er selbst als der Vormann, der das Amt seit 18 Jahren bekleidet. Und seine beiden Stellvertreter: Manfred Schürkamp aus Herford ist im Frühjahr in Pension gegangen, und Inger Harlevi aus Visby in Schweden scheidet im Sommer 2018 aus. Das sind nur ein paar Monate nach Saxe, der im Mai 2018 in den Ruhestand geht.

Daher will er einen Hanse-Manager oder Generalsekretär. Konkret: Er soll der Leiter des Hansebüros der Stadt werden. Aktuell gibt es dort zwei Mitarbeiter, die jeweils eine halbe Stelle haben. Die Kosten trägt die Stadt. Ein Hanse-Manager würde aber 100 000 Euro kosten. Er muss mindestens eine Fremdsprache fließend sprechen, mit komplexen Themen zurechtkommen und sich auf internationalem Parkett bewegen können.

Saxes Idee: Die Hansestädte finanzieren den Hanse-Manager gemeinsam. „Einzelne Städte haben sich bereiterklärt, sich mit einem festen, jährlichen Beitrag zu beteiligen.“ Die ersten waren russische Hansestädte. Noch in diesem Herbst tagt die Hanse-Kommission, da werde das Thema diskutiert. „Ich bin zuversichtlich, dass sich der finanzielle Aufwand weitestgehend decken lässt“, sagt Saxe. Die Bürgerschaft muss die Stelle des Hanse-Managers absegnen.

Ob Saxe den Job selber bekleiden, wenn er als Bürgermeister Ende April 2018 ausscheidet? „Nein.“

 Josephine von Zastrow

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