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Lübeck Bürgermeisterwahl 2017: SPD feilt an einem Plan B
Lokales Lübeck Bürgermeisterwahl 2017: SPD feilt an einem Plan B
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20:45 18.11.2016
Er lässt sich nicht drängen – schon gar nicht von seiner Partei: Bürgermeister Bernd Saxe (62, SPD) will Ende des Jahres verkünden, ob er sich ein viertes Mal zur Wahl stellt. Quelle: F. KÖNIG

Denn das konservative Lager hat bereits Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) als ihre Bürgermeisterkandidatin aufgestellt. Und die SPD will ihren Kandidaten am 11. Februar nominieren. Das wird alles knapp, wenn Saxe Nein sagt. Daher hat Kreischef Thomas Rother das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Heute trifft sich der Kreisvorstand.

„Wir wollen auf jede Situation vorbereitet sein“, sagt Rother. Drei Szenarien gibt es. Nummer eins: Saxe macht’s noch mal. Dann haben die Sozialdemokraten keinen Druck – und starten mit der Trumpfkarte eines Amtsinhaber in Händen in den Wahlkampf. Nummer zwei: Saxe macht’s – und zugleich wollen auch andere in der SPD den Job des Bürgermeisters. Dann gibt es ein parteiinternes Rennen um die Kandidatur. Entscheiden müssten schließlich die Delegierten der SPD am 11. Februar, wer für die Partei antreten soll. Szenario Nummer drei: Saxe macht’s nicht. Dann muss die SPD in Windeseile einen Kandidaten finden. Und das ist schwierig. Bislang drängt sich niemand auf. SPD-Fraktionschef Jan Lindenau wird das Amt zwar zugetraut, aber würden ihn die Lübecker zum Bürgermeister wählen?

Bislang ist er bei den Wahlen zur Bürgerschaft immer über die Liste eingezogen, hat seinen Wahlkreis nie direkt gewonnen. Und: Wenn sich kein lübscher Sozialdemokrat findet, der den Job will, wird in der Partei gesucht – bundesweit. Klar ist dabei: Die Zeit wird in so einem Fall knapp.

Daher hätte die Partei gern eine frühere Entscheidung von Bürgermeister Saxe. Doch der lässt sich nicht drängen. Er bleibt dabei, sich Ende des Jahres zu entscheiden. „Wir respektieren das, denn Saxe hat sich in seinem Amt Respekt verdient“, so Rother. Dennoch werden einige unruhig und wollen an einem Plan B feilen.

Das nimmt Saxe gelassen. „Ich glaube nicht, dass versucht wird, mich unter Druck zu setzen“, sagt er. Auf dem Parteitag Anfang Oktober hatte Saxe erklärt, dass er in einem persönlichen Dilemma stecke. Er muss sich zwischen mehr Zeit für seinen Enkel in Den Haag und weiteren sechs Jahren als Bürgermeister entscheiden. „Das wurde akzeptiert und mit Beifall aufgenommen.“

Doch es gibt noch einen anderen delikaten Faktor: den richtigen Zeitpunkt. Der ist höchst wichtig in der Politik. Denn der Bürgerentscheid zu den Linden an der Untertrave ist am 18. Dezember. Erklärt Saxe seinen Entschluss kurz davor, wird es ihm als Wahlbeeinflussung ausgelegt. Verkündet er die Entscheidung kurz danach, wird sie in Verbindung mit dem Ausgang des Bürgerentscheids gebracht. Ein Dilemma.

Vom Volk gewählt

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) ist immer direkt von den Lübeckern gewählt worden. Davor musste die SPD ihn jedes Mal nominieren. Nur ein Mal gab es eine Gegenkandidatin. Das war 1999. Da setzte sich Saxe mit nur einer Stimme gegen Maria Krautzberger durch – und eroberte den Chefsessel im Rathaus. Danach stellte die SPD ihn 2005 und 2011 wieder auf – ohne parteiinternen Gegenkandidaten.

 Josephine von Zastrow

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