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Lübeck Bürgermeisterwahl: Grüne stellen Thorsten Fürter auf
Lokales Lübeck Bürgermeisterwahl: Grüne stellen Thorsten Fürter auf
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01:00 06.07.2011
Thorsten Fürter (41), Jurist und Landtagsabgeordneter, gewann die Nominierung. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

In einer dreistündigen Debatte rangen sich die Grünen am Montagabend in den engen Räumen eines Altbaus in der Hüxstraße dazu durch, einen eigenen Bewerber um das Amt des Bürgermeisters zu benennen. Und fanden in einer Kampfabstimmung einen Kandidaten: Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Thorsten Fürter (41), geht am 6. November als Herausforderer von Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD) ins Rennen. Fürter erhielt 17 Stimmen, sein Mitbewerber Spyridon Aslanidis elf, und zwei Mitglieder wollten keinen der beiden.

Vorangegangen war eine faire, inhaltliche Auseinandersetzung der Konkurrenten. „Wir sind keine politischen Gegner, sondern Parteifreunde“, hatte Aslanidis (42) betont, „wer das Rennen macht, kann auf die Unterstützung des anderen rechnen.“ Beide Bewerber erklärten zudem, dass sie nur für die Grünen ins Rennen gehen.

Fürter ist seit 1997 bei den Grünen, lebt seit neun Jahren in Lübeck, ist Landtagsabgeordneter, Innen- und Rechtsexperte und hat früher in der Hamburger Justizbehörde gearbeitet. „Ich traue mir das Bürgermeister-Amt fachlich zu“, sagte der 41-Jährige, dem eine gewisse Eitelkeit nicht fremd ist. Er verfüge als Landtagsabgeordneter über hervorragende Kontakte in die Landespolitik, die Lübeck bald nützlich sein könnten. Fürter will die Energiewende in der Hansestadt beschleunigen. „Lübeck soll zum norddeutschen Leuchtturm der Energiewende werden“, sagte der Jurist. Weiterhin wolle er Demokratie und Finanzen verbinden. Opfer der städtischen Sparpolitik sollten nicht vor vollendete Tatsachen gestellt, sondern einbezogen werden. Auf Nachfragen weigerte sich Fürter, als Kandidat ein konkretes Einsparprogramm vorzulegen. Er wolle die Einnahmen erhöhen und die Abläufe in der Verwaltung verschlanken. Diese Äußerung in einem LN-Interview würde ihn 3000 Stimmen kosten, merkte Innen- und Umweltsenator Bernd Möller (Grüne) kritisch an.

Mitbewerber Spyridon Aslanidis berichtete dem Parteitag, wie er sich aus kleinen Verhältnissen hochgearbeitet habe. „Meine Eltern waren Gastarbeiter, kein Bildungsbürgertum“, sagte der 42-Jährige, der in Hamburg zur Welt kam und viele Jahre in Griechenland gelebt hat. Als Elternbeirat in einer Kita, als Mitglied eines Betriebsrates und Vater von zwei Kindern stehe er mitten im Leben. Dass er bei der Wirtschaftsförderung sein Geld verdiene, muss er bei einigen Grünen offenbar immer wieder verteidigen. „Ich sichere Arbeitsplätze“, sagte er. Durch diesen Job habe er zahlreiche Kontakte zur Stadtverwaltung, also Verwaltungserfahrung. Aslanidis: „Ich gehe da ein und aus.“ Er wolle aber „nicht den Klugscheißer und Alleswisser mimen“, erklärte Aslanidis, der auffällig oft seine inhaltliche Übereinstimmung mit Konkurrent Fürter herausstellte.

Beim Sparkurs der Stadt sei eine Grenze erreicht, sagte er. Das Personalabbauprogramm „Minus 500“ sei nicht das Gelbe vom Ei gewesen. Aslanidis hätte als Bürgermeister bei sich selbst mit dem Sparen begonnen und auf 20 Prozent seines Gehaltes verzichtet – für einen guten Zweck. Außerdem wäre er „ein Elektroauto oder ein Elektrofahrrad statt eines dicken BMWs gefahren“.

Sparsam wird auch der Wahlkampf des Herausforderers. Die Partei kann Fürter 5000 Euro zur Verfügung stellen (zum Vergleich: Saxe stehen 25 000 Euro inklusive seiner eigenen Spende von 10 000 Euro zur Verfügung). Der Kandidat will Spenden sammeln und über das Internet gezielt junge Wähler ansprechen. Fürter: „Das kann Saxe so nicht.“ Im Wahlkampf wird mit härteren Bandagen gekämpft. Das spürt Fürter bereits. Im Rathaus werden Informationen über seine persönlichen Lebensverhältnisse gestreut. Fürter ging am Montagabend in die Offensive. „Ich lebe von meiner Frau getrennt und habe nie ein Geheimnis daraus gemacht“, sagte der Kandidat, „wer mich deshalb nicht wählen will, soll es lassen.“

Kai Dordowsky

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