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Lübeck Büssau: Ärger um Kanalbrücke
Lokales Lübeck Büssau: Ärger um Kanalbrücke
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10:45 07.04.2017
Die Kanalbrücke in Büssau ist alt und marode. Sie soll durch einen Neubau ersetzt werden. Der soll rund sieben Millionen Euro kosten. Quelle: Fotos: Malzahn, Jacob (3)

 Jetzt haben Detlev Stolzenberg, Vorsitzender des Vereins Initiative für Lübecks ländlichen Raum, und Vertreter des zuständigen Wasserstraßen-Neubauamtes Magdeburg über die Arbeiten informiert.

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Anwohner befürchten durch Neubau Schäden an ihren Häusern.

Etwa 70 Bürger kamen in das Vereinshaus des Kronsforder Sportvereins. Thema war unter anderem das Prozedere einer Beweissicherung. Diese hat zum Ziel, mögliche Schäden, die sich durch den Brückenneubau an den benachbarten Häusern ergeben könnten, zu dokumentieren. Die kostenlose Beweissicherung des Wasserstraßenamtes soll sich auf die Schleusenstraße zwischen Kanalbrücke und Kronsforder Landstraße beziehen. Wie das funktioniert, erläuterte Karl-Heinz Rehm, Geschäftsführer des Rostocker Geotechnik-Labors.

„Wir gehen davon aus, dass es zu keinen Schäden an den Häusern kommen wird“, sagte Rüdiger Richter, Leiter des Sachbereichs Brücken. Eine Aussage, mit der sich Renate Ludewigsen nicht zufriedengeben wollte. „Schon jetzt wird hier viel zu schnell gefahren“, sagte die Anwohnerin. „Ich glaube nicht daran, dass die Baufahrzeuge die Schrittgeschwindigkeiten einhalten werden.“

Hintergrund dieser Sorge ist die Aussage Rehms, schweres Baugerät verursache insbesondere auf schlechten Straßenuntergründen spürbare Schwingungen. Momentan sei noch nicht bekannt, ob schweres Gerät ausschließlich über den Kanal, also per Wasserweg transportiert werde, sagte Richter. Bekannt ist immerhin, dass die Spundwände am Kanal in den Boden gepresst und nicht gerammt werden sollen. Dadurch sollen Schäden vermieden werden.

Zum Umfang des Beweissicherungsverfahrens gab es laut Stolzenberg zurecht Kritik. „Es erspart späteren Streit, wenn auch die Häuser an der Schleusenstraße westlich der Brücke mit betrachtet würden.“ Sofern diese Anwohner die Beweissicherung wünschen, müssten sie die Kosten selbst tragen.

Stolzenbergs Verein wolle noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen.

Für Rolf Jünemann und Cornelia-Astrid Lüth war eine andere Frage von besonderer Bedeutung. „Bekanntlich ist der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals beschlossene Sache. Hat man dies bei dem jetzigen Brückenbau berücksichtigt?“, fragten sie. „Dafür sind wir nicht zuständig“, antwortete Richter. Bei Detlev Stolzenberg stieß diese Haltung auf Unverständnis: „Wir haben als Stadtteilverein im Mai 2016 bereits eine Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung der aktuellen Kanalausbau-Überlegungen gefordert.“ Es sei schade, dass die Wasserstraßenverwaltung dazu keine Position bezogen habe. „Wenn in zehn Jahren der Kanal neu gebaut wird, kann es sein, dass die neue Brücke im Weg ist.“

Bettina Kalytta, Chefin des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Lauenburg, hält dagegen, dass „nicht zwingend“ noch einmal eine neue Brücke gebaut werden müsse. Wenn der Kanal ausgebaut wird, wird auch die Büssauer Schleuse neu gebaut.

 Rüdiger Jacob und Hanno Kabel

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