Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Bundestag: 167 000 Lübecker haben die Wahl
Lokales Lübeck Bundestag: 167 000 Lübecker haben die Wahl
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:20 31.08.2013

Mehr als 1300 Bürger haben bereits ihre beiden Kreuze gemacht. Seit dem 19. August kann die Briefwahl beantragt werden. Seit dem 23. August können Briefwähler im Wahlbüro im Rathaus (Große Börse) ihre Stimmen abgeben. Am Montag verschickte die Stadt die Wahlbenachrichtigungsschreiben an die Haushalte. Seitdem brummt es in der Großen Börse. Bis zu 400 Bürger werden täglich erwartet.

167 454 Lübecker sind zur Bundestagswahl am 22. September aufgerufen. Das sind so viele wie seit 1994 nicht mehr. Dafür sinkt die Wahlbeteiligung kontinuierlich — 2009 gingen nur noch 69,1 Prozent zur Abstimmung. 1972 waren es 90,3 Prozent. Der Wahlkreis 11 umfasst neben der Hansestadt noch die elf Gemeinden des Amtes Berkenthin sowie 16 Gemeinden des Amtes Sandesneben/Nusse. In 124 Wahllokalen können die Bürger ihre Stimmen abgeben, die Stadt braucht rund 1000 ehrenamtliche Helfer. Neun Direktbewerber gehen im Wahlkreis 11 ins Rennen, zwölf Parteien stehen zur Wahl. Neu auf dem Stimmzettel sind die Alternative für Deutschland (AfD), die Freien Wähler und die Tierschutzpartei. SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke, Piraten, die Marxisten-Leninisten (MLPD), die Rentner-Partei und die NPD waren bereits vor vier Jahren dabei.

Lübecks Vertreter im Bundestag wird seit Gründung der Bundesrepublik von SPD und CDU gestellt. Seit 2002 hat die SPD-Kandidatin Gabriele Hiller-Ohm den Wahlkreis 11 drei Mal direkt gewonnen. Am 22.

September kommt es zum Frauen-Duell. Die CDU hat die frühere Hamburger Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig nominiert. Die 60-jährige, gebürtige Lübeckerin, die mit ihrem Mann in Niendorf/Ostsee wohnt, hat 20 000 Euro Wahlkampfbudget zur Verfügung, um die SPD-Hochburg zu schleifen. Dinges-Dierig, die zum Wahlkampfauftakt die Kanzlerin zu Gast hatte (LN berichteten), steht auf Platz drei der Landesliste.

Hiller-Ohm verfügt über einen Etat von gut 10 000 Euro. Bei der Wahl vor vier Jahren verlor die SPD 20 000 Erststimmen. Der Vorsprung vor der damaligen CDUKandidatin Anke Eymer betrug bei den Erststimmen 6,4 Prozentpunkte. 2005 waren es noch 14 Punkte. Ein Hamburger Wahlforschungsinstitut hat prognostiziert, dass es in Lübeck knapp werden soll.

Die Liberalen, die vor vier Jahren 14,2 Prozent der Zweitstimmen im Wahlkreis 11 holten, treten mit dem Rechtsanwalt Gerrit Koch an. Der gebürtige Lübecker vertrat seine Stadt schon in der Bürgerschaft und im Kieler Landtag. Die Grünen, die 2009 die viertstärkste Kraft bildeten, haben den Deutsch-Griechen Spiridon Aslanidis nominiert. Der Firmenkundenbetreuer des Koordinierungsbüros Wirtschaft in Lübeck (KWL) muss auf der Landesliste der Grünen mit Platz acht vorlieb nehmen. Die Linke schickt ihren Landessprecher und gebürtigen Kieler Jens Schulz ins Rennen.

Auch die Freien Wähler haben einen gebürtigen Lübecker als Kandidaten im Angebot — den Landes- und Kreisvorsitzenden Thomas Misch. Die Piraten bieten den 28-jährigen Versicherungsmakler Moritz von Allwörden auf. Die AfD musste als einzige Partei Unterschriften sammeln, um für die Wahl zugelassen zu werden. Der Reinfelder Informatiker, Yachthändler und Vater von fünf Kindern, Christoph Elfenkämper, geht ins Rennen. Die NPD tritt mit dem Industrieelektroniker Kai Otzen aus Pinneberg an.

Die Thomas-Mann-Schule wird am Wahltag eine Befragung von rund 2500 Wählern vornehmen, deren Ergebnisse in die 18-Uhr-Prognose einfließen. Die Stadt präsentiert die Ergebnisse am Wahlabend ab 18 Uhr im Rathaus.

Service zur Wahl
Das Wahlbüro im Rathaus hat an jedem Werktag geöffnet, immer von 9 bis 16 Uhr, am Donnerstag bis 18 Uhr. Der Eingang ist auf der Marktseite (Großer Börsensaal), ein barrierefreier Zugang ist über den Haupteingang des Rathauses, Breite Straße, möglich. Erstmals gibt die Stadt wegen der besseren Lesbarkeit keine Benachrichtigungskarten, sondern Benachrichtigungsschreiben heraus.

Briefwahlunterlagen können auch über das Internet beantragt werden (www.wahlen.luebeck.de).

Kai Dordowsky

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Krimi-Spaß zum Dinner: „Verflucht betucht“.

31.08.2013

Wegen wachsender Konkurrenz auf der grünen Wiese: Lübecks Karstadt-Geschäftsführer Andreas Joslyn fordert den Schulterschluss in der City und sieht Riesenchancen.

31.08.2013

Meerschweinchen-Ausstellung in Blankensee: Rund 300 Showtiere werden begutachtet und prämiert.

31.08.2013
Anzeige