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Lübeck Bunte Drachen am Ostseehimmel
Lokales Lübeck Bunte Drachen am Ostseehimmel
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22:22 30.09.2017
Der 64-jährige Klaus Reißmann ist extra aus Hamburg angereist, um seinen kunterbunten Drachen am Strand von Travemünde steigen zu lassen. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
Travemünde

Und die war schon gut besucht, bevor die ersten Drachen in die Lüfte stiegen. Viele Menschen hatten es sich in Strandkörben und auf Strandliegen gemütlich gemacht, um das Drachenfest aus bester Nähe zu beobachten. Doch der Auftakt des Herbstdrachenfestes ließ etwas auf sich warten. Denn der Platz vor dem Maritim, auf dem normalerweise viele der Drachenpiloten campen, ist derzeit nicht befahrbar.

Seit Freitag ist Travemünde im Drachen-Fieber. Bunte Delta-, Lenk- und Einleiner-Drachen bestimmen das Bild am Ostseehimmel. Der Auftakt des fünftägigen Herbstdrachenfestes ist gemacht. Am Nachmittag verwandelte sich die Promenade in eine langgestreckten Zuschauerbühne.

Schuld sind die heftigen Regenfälle, die den Boden so sehr aufgeweicht haben, dass Pkws und Lkws sich zu schnell festfahren. Viele Piloten kamen deshalb erst etwas später am Strand an.

Im Gepäck hatten sie viele kreative Drachen – die meisten selbst genähte Exemplare. Doch die Besucher mussten sich während sie auf das Himmelsspektakel warteten, nicht langweilen. Entlang der Promenade von den Strandterrassen bis zum Hotel Atlantic haben die Veranstalter des Festes, die Lübeck- und Travemünde Marketing in Kooperation mit Bajazzo Veranstaltungen und Tiedemann Art Production, Pagodenzelte aufgestellt. Auf der Meile laden unter anderem Kleinkünstler zum Schlendern, Schauen und Kaufen ein. Mit seinem Coffee-Bike serviert Gunter Landahl Espresso, Cappuccino oder Kakao. Es locken außerdem kulinarische Stände mit Fisch, Falafel, Wurst, Crepes.

Klicken Sie hier, um Leserbilder vom Drachenfestival in Travemünde zu sehen! 

Von den ganzen Leckereien hatten die Drachenpiloten gestern nicht viel. Denn sie standen im Mittelpunkt der fünftägigen Veranstaltung im Sand, packten ihre Drachen aus und ließen sie vor den Augen der staunenden Zuschauer in die Lüfte steigen. Lange bevor der große Ansturm kam, war Klaus Reißmann (64) am Start. Er ließ seinen vergleichsweise kleinen Drachen steigen. „Schon als Kind habe ich damit angefangen“, sagte der Hamburger. „Aber der Wind ist zu schwach.“ Auch Peter Wickert trommelt für dieses Freilufthobby: „Ich wünsche mir mal einen Geschwindigkeitssteig-Wettbewerb“, sagte der 75-jährige Groß Grönauer, der gestern einen großen Deltadrachen fliegen ließ. „Das ist ein Hochleistungsdrachen.“ Etwa 100 Meter hoch ließ er ihn steigen. „Höher ist nicht erlaubt“, so Wickert, der „locker auf 600 Meter Höhe“ kommen könnte. „Das ist eine sehr schöne Entspannung, dem Wind zu folgen. Eine echte Leidenschaft“, so der erfahrene Drachenpilot.

Ebenso von den Kräften des Windes angetan ist Ede Biehler. Der 66-jährige Stockelsdorfer näht seit seinem sechsten Lebensjahr Drachen. „Wind hat mir schon immer etwas zu sagen gehabt“, formuliert es Biehler fast poetisch. Der Segler ließ gestern einen ganz besonderen Drachen steigen. Majestätisch segelte sein „Rudi der Rabe“ mit einer Zigarre im Schnabel über dem Strand. Mit seinem bunten Stand „Drachen und Windspiele“ an der Promenade war auch Bernd Telkamp am Start. Bei ihm waren die verschiedensten Modelle wie beispielsweise Lenkdrachen im Angebot. Kostenlos dagegen war die Reparatur kaputter Drachen.

Das Programm

Heute geht das bunte Treiben um 11 Uhr weiter. Bis 21 Uhr können die vielen Drachen bewundert werden. „Wenn das Wetter mitspielt, gibt es ab Einbruch der Dunkelheit ein Nachtfliegen“, verrät Eventmanagerin Christine Tiedemann. „Außerdem wollen wir ein Rokkaku-Drachenkampf ausrichten“, so Tiedemann. Bei dieser Mitmachaktion treten zwei Einleiner-Drachenpiloten gegeneinander an. Für die ganz Kleinen gibt es einen Bobbycar-Parcours und Sandkisten mit Spielzeug. Am Sonntag, Montag und Dienstag findet das Fest von 11 bis 18 Uhr statt.

 Rüdiger Jacob

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