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Lübeck Bunte Show in schwarzen Anzügen
Lokales Lübeck Bunte Show in schwarzen Anzügen
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22:36 16.01.2016
Sorgen für amüsante Unterhaltung: die zehn Musiker von „The Blues Brothers“. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn, Majka Gerke
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Lübeck

Innenstadt. Wer sich am Freitagabend der Musik- und Kongresshalle (MuK) näherte, konnte meinen, in einen Kongress von Mafiosis geraten zu sein. Denn das Publikum, das sich dort herumtrieb, trug überwiegend schwarze Anzüge, Hüte und schwarze Sonnenbrillen. Doch weit gefehlt: Statt böse Gangster trafen sich dort die Fans der Blues Brothers. Dahinter verbergen sich die beiden Hauptfiguren aus dem legendären Film „The Blues Brothers“, der 1980 in die Kinos kam.

36 Jahre danach erobert nun die Live-Show „The Blues Brothers — The Smash Hit — Live from Chicago“ die Bühnen und machte auch in der Hansestadt Station. Vor ordentlich gefüllten Rängen — es kamen rund 350 Menschen in der Rotunde der MuK zusammen, um einen furiosen Abend voller Rhythm and Blues, Soul und Jazz zu verbringen — gaben die zehn Musiker alles. Die, die da waren, erfreuten sich an der zweistündigen Show, die gespickt war mit Filmzitaten und mitreißender Musik. Lieder wie „Everybody needs somebody“, „Respect“, „Soulman“ oder „Minnie the moocher“ rissen das Publikum schnell von den Sitzen.

Schon der Anfangsmonolog mit „Es sind 106 Meilen bis nach Chicago. Wir haben einen vollen Tank, eine halbvolle Packung Zigaretten, es ist dunkel — und wir tragen Sonnenbrillen. Tritt drauf“

sorgte für Begeisterung. Tanzten anfangs nur wenige Fans, gab es nach der Pause kein Halten mehr. Dafür sorgten unter anderem die beiden Frontmänner Brad Henshaw als Jake Blues und Mark Lawson als Elwood Blues. Sie kamen den Originalen mit Stimmen und Bewegungen so nahe, dass man sich manchmal die Augen reiben musste.

Im Film versuchen die beiden Brüder Jake (John Belushi) und Elwood Blues (Dan Aykroyd), das Waisenheim zu retten, in dem sie großgeworden sind. Dazu trommeln sie die Mitglieder ihrer alten Band zusammen, um mit einem Konzert das nötige Geld einzunehmen. Nebenbei sorgen sie für eine der größten Massenkarambolagen der Filmgeschichte. Als Gastmusiker dabei sind Stars wie Aretha Franklin, James Brown, Ray Charles, John Lee Hooker oder Cab Calloway.

   Helmut Voß hat die Konzertkarte von seiner Frau zu Weihnachten bekommen. Doch die ist lieber zu Hause geblieben. Stattdessen hat er seine Freunde Lutz Dechow

, Jochen Köhler und Norbert Kruse dabei. „Seine Frau hat gefragt, ob wir ihn nicht begleiten wollen“, sagt Jochen Köhler. Die ließen sich nicht zweimal bitten.

„Das ist Musik, mit der wir quasi großgeworden sind. Ich bin ein großer Fan des Films“, schwärmt Köhler und zieht seinen schwarzen Hut tiefer in die Stirn. Der Kleiderkodex war schnell klar. „Ich habe mir extra den Hut geliehen, die anderen haben ihre gekauft“, lacht Köhler. Textsicher sind sie fast alle. „Die anderen noch mehr als ich. Aber ich finde es wunderbar“, sagt Helmut Voß. Irgendwie seien sie ja auch Brüder, meint Jochen Köhler. „Da passt es doch gut.“

   Susan Ramke und acht Mitglieder ihres Gospelchores sind extra aus Hanerau-Hademarschen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) angereist und tragen selbstverständlich die Blues-Brothers-Uniform mit Hut und Sonnenbrille. „Wir hatten sogar mal ein Bluesmobil, wie die beiden Brüder im Film. Und wir sind natürlich im Namen des Herrn unterwegs“, scherzt Chormitglied Ralf-Peter Piepo. Zum Einstimmen haben sie die ganze Woche über wieder und wieder den Film angeschaut. Susan Ramke: „Unser Hund heißt Mr. Jake Blues. Das sagt doch alles, oder?“

Ein Klassiker
1980 feierte der Film in Chicago Premiere. Mit dem Musik-Mix aus Rhythm and Blues, Jazz und Soulmusik, gespickt mit Auftritten von hochkarätigen Gastmusikern, sorgte er weltweit für Furore und wurde sofort Kult. Zwei Jahre später starb John Belushi. Die Fortsetzung Blues Brothers 2000 aus dem Jahr 1998 konnte nicht an den Erfolg anknüpfen.

Majka Gerke

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