Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Burgtor-Parkhaus monatelang gesperrt
Lokales Lübeck Burgtor-Parkhaus monatelang gesperrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:54 27.06.2017
Das Parkhaus am Burgtor verfügt über 304 Stellplätze, 189 davon sind an Dauerparker vermietet. Quelle: Fotos: Maike Wegner
Anzeige
Innenstadt

Jeden Morgen kommt Stefanie Schierbeck (48) aus Sereetz mit ihrem Auto nach Lübeck. Sie parkt auf ihrem Dauerstellplatz im Parkhaus Am Burgtor. 55 Euro zahlt sie monatlich dafür, den Rest des Arbeitsweges geht sie zu Fuß. Doch damit ist für die nächsten drei Monate Schluss. Die KWL muss das Parkhaus sanieren und deshalb komplett schließen.

Tausalzschäden müssen beseitigt und die Fahrbahn saniert werden – Dauerparker sind genervt – KWL bietet keine Ausweichparkplätze – Hansemuseum ist nicht betroffen.

Ab dem 3. Juli müssen sich Kurz- und Dauerparker eine Alternative suchen. „Grund dafür sind Tausalzschäden, die durch die parkenden Autos entstanden sind“, erklärt Hauke Guttenberg, Bereichsleiter Projekt- und Gebäudemanagement bei der KWL. Das Tausalz frisst sich durch die Betonschicht und gelangt bis zum Stahl. „Wenn der einmal rostet, dann vergrößert sich das Volumen. Infolgedessen ist der Beton an vielen Stellen aufgeplatzt“, so Guttenberg. An einer Sanierung führt deshalb kein Weg vorbei. Die Dauerparker wurden bereits vor Wochen über die Schließung informiert. Negative Rückmeldungen gab es laut KWL so gut wie keine.

Für Stefanie Schierbeck bedeutet die Schließung eine große Umstellung: „Ich werde mir wohl ein Klapprad in den Kofferraum packen und in der Travemünder Allee nach einem Parkplatz suchen“, sagt sie.

Und auch Maria Nicoley (29) braucht eine Alternative. „Entweder laufe ich die vier Kilometer oder ich muss den Bus nehmen“, erzählt sie. „Am meisten ärgert es mich, dass die KWL keine Ersatzstellplätze zur Verfügung stellt.“ Hauke Guttenberg verweist auf die umliegenden Parkhäuser und Parkflächen. „Dort sind genügend Flächen vorhanden. Ein Tagesticket im Parkhaus in der Falkenstraße kostet beispielsweise sechs Euro.“ Doch das ist den Dauerparkern zu viel. Denn schon nach einem halben Monat liegen sie über dem Monatssatz von 55 Euro.

Über 304 Stellplätze verfügt das Parkhaus am Burgtor insgesamt. 189 davon sind dauerhaft vermietet. „Würden wir nicht sanieren, wäre die Standfestigkeit gefährdet“, sagt Guttenberg. Zudem hat ein Ingenieurgutachten gezeigt, dass die Fahrbahnen stark verschlissen sind. Sie werden im gleichen Zuge erneuert. Der Bauabschnitt soll 670000 Euro kosten. 2019 soll es dann weitergehen. Geplant sind weitere Investitionen von 420 000 Euro. Dann sollen die Geländer erneuert, Betondecken und Stützen gestrichen werden. „Wenn alle Maßnahmen abgeschlossen sind, haben wir hoffentlich zehn bis 20 Jahre Ruhe“, so Guttenberg.

Immerhin: Die Stellflächen vor dem Parkhaus am Burgtor, die erst vor Kurzem geschaffen wurden, bleiben bestehen. Deshalb ist man im naheliegenden Hansemuseum auch entspannt. „Wir werden die Schließung des Parkhauses nicht so stark bemerken“, sagt die Geschäftsführende Direktorin Felicia Sternfeld. „Unsere Gäste sind meistens ohnehin zu Fuß unterwegs oder parken an der MuK. Wohl auch, weil der Weg vom Parkhaus Am Burgtor zu uns nicht ausgeschildert ist.“

Für die KWL ist nach der Maßnahme noch lange nicht Schluss. Auch die Parkhäuser an der Falkenstraße und am Holstentor müssen saniert werden. Was dort passieren soll, nennt Guttenberg „Science Fiction“. Dort will die KWL einen kathodischen Korrosionsschutz einsetzen. Dabei werden die Stahlpfeiler unter schwachen Strom gesetzt, der Korrosionsschäden vermeidet.

Trotz der Millioneninvestitionen sollen die Parkpreise nach derzeitigem Sachstand nicht weiter erhöht werden. Die Tarife waren erst zu Jahresbeginn angehoben worden – unter anderem mit dem Hinweis auf die anstehenden Sanierungen.

Zehn Prozent mehr Umschlag und ein neues Schiff

Das jüngste Schiff in der Flotte der Firma Lehmann ist in Betrieb. Vor wenigen Tagen wurde der Mini-Bulker „Ina Lehmann“ im niederländischen Delfzijl getauft. Das neun Millionen Euro teure Schiff ist der erste Neubau für die Firma Lehmann seit 17 Jahren.

Inhaber Holger Lehmann, der die Firmengruppe in dritter Generation führt, kann im Gegensatz zum großen, öffentlichen Hafenbetreiber Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) nicht klagen. „Wir betreiben erfolgreich vier Hafenterminals und konnten im vergangenen Jahr einen Umschlagzuwachs von über zehn Prozent verzeichnen“, berichtet Holger Lehmann. „Zum ersten Mal haben wir die Marke von zwei Millionen Tonnen durchbrochen.“ Die Wirtschaft laufe gut, der Umschlag von Massengütern, Forstprodukten und Containern entwickele sich prächtig. 150 Mitarbeiter zählt die Firmengruppe, zu der neben Hafenbetrieb noch Reederei und Betonproduktion gehören.

Mit der „Ina Lehmann“ hat Lehmann den achten Mini-Bulker in Betrieb genommen, außerdem sind drei weitere Schiffe gechartert. Das neue Schiff, das 90 Meter lang, 15,20 Meter breit ist und Schütt- sowie Stückgut an die europäischen Küsten befördern wird, erinnert an die Frau von Lehmanns Vater. Gebaut wurde es auf einer Traditionswerft im holländischen Hoogezand, der Rumpf wurde aus dem polnischen Stettin geliefert. Holger Lehmann: „Das Schiff zeichnet sich durch ein besonders strömungsgünstiges Unterwasserschiff, ein Ballastwasserreinigungssystem und eine innovative Harnstoffeinspritzung aus, die giftige Diesel-Stickoxide reduziert.“ Die Taufzeremonie nahm die Gattin des Firmen-Inhabers, Mai Lehmann, vor. Die erste Reise führte das Schiff nach Südfrankreich.

 Dor Maike Wegner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige