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Lübeck C&A-Haus wird für 13 Millionen Euro umgebaut
Lokales Lübeck C&A-Haus wird für 13 Millionen Euro umgebaut
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19:48 20.12.2015
Zwei Jahre Leerstand: Das C&A-Gebäude an der Mühlenstraße wird 2016 saniert. Von 1967 bis 2013 war C&A dort ansässig. Quelle: Fotos: Ulf-K. Neelsen

Super Nachricht für die Hansestadt: Der Leerstand im C&A-Haus wird beendet — nach zwei Jahren. Zwei Lübecker Investoren haben das Haus an der Mühlenstraße gekauft und stecken dort 13 Millionen Euro hinein. Sie machen daraus ein Kaufhaus mit mehreren Geschäften mit insgesamt 7600 Quadratmeter Verkaufsfläche. Im Frühjahr 2016 soll der Umbau des Hauses starten, im November 2016 ist die Eröffnung geplant.

„Das ist ein wichtiges Signal für die Altstadt“, freut sich Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). „Das ist das drängendste Thema des Innenstadthandels“, macht Dirk Gerdes klar, Chef des Koordinierungsbüros Wirtschaft (KWL). „Das ist ideal für die Entwicklung der Mühlenstraße“, frohlockt Olivia Kempke, Geschäftsführerin des Lübeck-Managements. Die beiden Investoren sind in Lübeck bekannt: Jürgen Schrader und Andreas Marx. Sie haben bereits an der Lohmühle Immobilien entwickelt — wie das Dänische Bettenhaus oder das Gebäude, in der die Disco A1 ist.

„Wir wollen an der Mühlenstraße Einzelhandel ansiedeln“, sagt Marx. Der derzeitige Zustand „ist nicht sonderlich schick“. Ihr Unternehmen Devello AG & Co. Mühlenstraße AG hat das C&A-Gebäude gerade gekauft. Es gehört zur Devello Unternehmensgruppe aus Hamburg. Vor allem: Mieter haben bereits Absichtserklärungen unterschrieben. Ende Januar sollen die Verträge dingfest sein. Erst dann will Marx die Namen nennen.

Klar ist aber: In das Kaufhaus zieht in das Kellergeschoss ein Restposten-Markt. „Das ist aber kein Billigschrott, sondern hochwertig“, erklärt Marx. Ins Erdgeschoss will ein Lebensmittelgeschäft einziehen sowie eine Drogerie. Möglicherweise kommt noch ein Bäcker hinzu. Außerdem wird im Erdgeschoss ein Bekleidungsgeschäft eröffnen, das dann den größten Teil seiner Verkaufsfläche im ersten Stock hat. Klar ist: Es wird keine Primark-Filiale. „Es gab einen ziemlichen Ansturm von Mietern auf das Gebäude“, berichtet Marx. Darüber hinaus: Es werden alles Geschäfte, die sich neu ansiedeln — keine Läden , die umziehen.

Das zweite Stockwerk ist noch nicht verplant. Die Finanzierung steht auch ohne dieses Geschoss, so Marx. Er und Schrader haben aber bereits Anfragen von Kanzleien, Ärzten und Fitness-Studios, die dort hinein wollen. Doch die Belegung dort ist noch offen. „Aber Wohnen ist dort nicht vorgesehen“, sagt Schrader. Denn die Belichtung würde aufwendig und teuer, da das Gebäude 30 Meter tief ist und 65 Meter lang ist. Schrader und Marx haben bereits einen Generalunternehmer, der das Haus saniert. „Wir werden die Fassade so gestalten, dass sie sich gut ins Umfeld einpasst“, so Schrader. Nach seinen Angaben muss das Vorhaben nicht durch den Gestaltungsbeirat. Die Stadt muss nur eine Baugenehmigung erteilen.

Das Thema Verkaufsfläche ist unproblematisch, da das Gebäude in der Innenstadt liegt. „Mit dem Vorhaben reduziert sich der Leerstand in der Innenstadt schlagartig“, freut sich Schindler. Aktuell stehen von 125 000 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Innenstadt 17800 Quadratmeter leer. Die größte Fläche ist das C&A-Haus mit 4900 Quadratmetern und die Königpassage mit 1800 Quadratmetern.

Die Leerstandsquote in der Innenstadt beträgt 14 Prozent. Sie sinkt auf zehn Prozent, wenn das C&A-Haus wieder am Markt ist.

Seit dem Auszug von C&A: Besitzer der Immobilie wechselten ständig
3 Eigentümer in zwei Jahren: Das C&A-Haus gehört jetzt dem Unternehmen Devello AG & Co. Mühlenstraße AG. Zuvor nannte es der Flensburger Bauträger Densch & Busch sein Eigen. Er wollte im Erdgeschoss neue Läden einrichten. In den oberen Etagen sollten Studentenwohnungen eingebaut werden. Dazu wollten die Flensburger auf das Gebäude ein Staffelgeschoss setzen. Das aber lehnte die Denkmalpflege ab — weil dadurch die Denkmale in der Umgebung beeinträchtigt würden. Densch & Busch wiederum hatte das C&A-Haus von einer dänischen Investorengruppe gekauft. Ihr gehörte das Haus, als C&A den Standort Ende November 2013 schloss — nach 46 Jahren. Seither ist das Modegeschäft in der Innenstadt nur noch in der Breiten Straße vertreten.

Josephine von Zastrow

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