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Lübeck CDU kürt Dinges-Dierig zur Bundestags-Kandidatin
Lokales Lübeck CDU kürt Dinges-Dierig zur Bundestags-Kandidatin
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14:36 26.10.2012
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Lübeck

Nach zwei Jahrzehnten Anke Eymer hat die Lübecker CDU jetzt eine neue Bundestags-Kandidatin: Alexandra Dinges-Dierig. Die 59-Jährige stellt sich im Herbst 2013 zur Wahl für Berlin. Dinges- Dierig wurde mit einer Mehrheit von 89,2 Prozent gekürt, sie hatte keinen Gegenkandidaten. Von 900 Mitgliedern waren 65 anwesend. Dinges-Dierig erhielt 58 Ja-Stimmen und 7 Nein-Stimmen. Durch die Wahlkreis-Neuschneidung gehören jetzt die Ämter Sandesneben und Berkenthin zum Wahlkreis. „Ich freue mich über das Wahlergebnis“, so Dinges-Dierig kurz nach der Wahl im Restaurant Thormählen in Krummesse. Sie tritt in die Fußstapfen von Eymer, die von 1990 bis 2009 für die CDU im Bundestag saß, bei der letzten Wahl aber den Einzug ins Parlament verpasste.

In ihrer 20-minütigen Rede setzt sich Dinges-Dierig für ein „anderes Miteinander von Bund, Ländern und Kommunen ein“. Außerdem mahnt sie zu mehr Gemeinsamkeit zwischen den norddeutschen Bundesländern „Wir brauchen eine starke, norddeutsche Stimme“, so Dinges-Dierig. „Und wir brauchen eine starke Stimme auf Bundesebene: Wir müssen lauter werden“, freut sich Lübecks Kreischefin Anette Röttger über die Wahl. „Mit Dinges-Dierig haben wir eine riesengroße Chance“, ist sich Klaus Schlie sicher, Chef der Lauenburgischen CDU und Landtagspräsident. „Wir können den Wahlkreis direkt gewinnen – es ist möglich.“

Die Chancen für Dinges-Dierig stehen gut bei der Bundestagswahl 2013. Sie soll im März auf den aussichtsreichen dritten Platz der Landesliste gesetzt werden, heißt es in Parteikreisen. Damit gehört sie zu den Kandidaten, deren Einzug in den Bundestag sehr wahrscheinlich ist – auch wenn sie den Wahlkreis Lübeck nicht direkt gewinnen sollte. „Ziel muss es sein, den Wahlkreis direkt zu gewinnen“, ist Dinges-Dierigs Parole. In der Hansestadt tritt Dinges-Dierig gegen die Bundestagsabgeordnete Gabriele-Hiller-Ohm (SPD) an, die seit 2002 im Bundestag sitzt. Die 59-Jährige hat den Wahlkreis Lübeck immer direkt gewonnen.

„Dinges-Dierig ist eine großartige Alternative zu Hiller-Ohm“, eröffnet CDU-Fraktionschef Andreas Zander schon mal den Wahlkampf. Sein Pendant von der SPD, Peter Reinhardt, kontert: „Dinges-Dierig glänzt dadurch, dass sie einen Job sucht.“ Hiller-Ohm hingegen sei eine „sehr fleißige und bürgernahe Kandidatin“. Das lässt CDU-Wirtschaftsexperte Klaus Puschaddel nicht so stehen: „Die jetzige Bundestagsabgeordnete macht keinen guten Job. Von einer erfahrenen Politikerin wie Dinges-Dierig wird die Hansestadt mehr haben.“

Doch die Wahl von Dinges-Dierig ist nicht nur eine Kampfansage an die SPD. Sie hat auch innerparteiliche Auswirkungen. „Dinges-Dierig wird der CDU gut tun“, ist sich Puschaddel sicher. Sie sei auch „Symbol dafür, dass die CDU sich befreit hat von Grabenkämpfen der letzten Jahre und Jahrzehnte“, so Puschaddel. Damit drückt er aus, was viele in der Partei denken. Denn die Familie Eymer hat seit den 1970ern das Geschehen der CDU maßgeblich geprägt. Für die CDU ist Lübeck ein hartes Pflaster, denn die Sozialdemokraten sind traditionell stark in der Hansestadt. Seit 47 Jahren hat kein CDU-Kandidat mehr den Wahlkreis Lübeck direkt gewonnen. Der letzte, der das schaffte, war Helmut Wendelborn aus Travemünde – das war 1965.

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