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Lübeck „Captain’s Cup“ zum Stadtjubiläum
Lokales Lübeck „Captain’s Cup“ zum Stadtjubiläum
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12:53 06.09.2018
Besprechung vor der Regatta: Hans Fuhrmann (v. l.), der mit der „Ellen“ antritt, Georg Conradi, der „Die Zwillinge von Kappeln“ steuert, und Rüdiger Pfaff, Vorsitzender der Schiffergesellschaft. Quelle: Sabine Risch
Innenstadt/Travemünde

 Wenn das kein Anlass für eine Regatta ist! Zum 875-jährigen Stadtjubiläum richten der Verein Museumshafen zu Lübeck und die Schiffergesellschaft am Sonnabend, 8. September, den inzwischen dritten „Captain’s Cup“ aus. Auf der Ostsee vor Travemünde messen sich acht segelnde Oldtimer und ihre Besatzungen.

Die Geschichte ist schnell erzählt: 2001, als die Schiffergesellschaft (der Verbund der Schifferbrüder, nicht das Restaurant) 600 Jahre alt wurde, stifteten die Kapitäne den Cup. Nicht irgendeinen Allerweltspokal, sondern ein wahres Kunstwerk, geschaffen von Silberschmied Dieter Zellweger. Es zeigt stilisierte Segel auf einem hölzernen Schiffsrumpf. „Die Regatta der Traditionsschiffe“, sagt Rüdiger Pfaff, Vorsitzender der Schiffergesellschaft, „haben wir 2001 und 2002 ausgetragen, dann ging das Interesse daran verloren.“ Und nun folgt, anlässlich des Stadtjubiläums, unterstützt von der Stadt sowie der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH, der dritte Akt im „Captain’s Cup“.

So schön sieht es aus, wenn Oldtimer mit- oder gegeneinander segeln, hier die „Norden" (1872) und „Die Zwillinge von Kappeln" in der Lübecker Bucht. Quelle: Brigitte Röver

Acht Teilnehmer

Aus dem Verein Museumshafen zu Lübeck treten fünf Schiffe an: „De oude Snik“, ein niederländisches Plattbodenschiff, „Die Zwillinge von Kappeln“, ein Lotsenkutter-Nachbau, der Gaffelkutter „Ellen“ von Hans Fuhrmann, der Gaffelschoner „Krik Vig“ und der Stagsegelschoner „Krista Rud“. Doch es kommen auch Gäste nach Lübeck: Die Danske Jagt „Solglimt“ und die Gaffelketsch „Mirounga“ aus Neustadt sowie der Lünes-Kutter „Paul Henrik“ aus Großenbrode. Kurzfristig absagen musste Peter Fleck die Teilnahme seiner Jagt „Norden“, Baujahr 1872, die einst ihren Liegeplatz in Lübeck hatte, nun aber bereits viele Jahre in Neustadt festmacht. „Damit fehlt das älteste noch in Fahrt befindliche Traditionsschiff dieses Mal“, sagt Professor Georg Conradi, der die Regattaleitung inne hat und selbst als Skipper mit „Die Zwillinge von Kappeln“ antritt. Der Motorkutter „Ingrid“ ist Start- und Ziel-Boot.

Start vor Brodten

Die Veranstaltung beginnt am Freitag mit dem Eintreffen der Gastschiffe und einem gemeinsamen Essen im Restaurant „Newport“, Sonnabend um 9 Uhr sollen die Traditionssegler durch die Drehbrücke, wenig später durch die Eric-Warburg-Brücke fahren. Etwa zwei Stunden lang fahren sie im „Konvoi“ über die Trave gen Travemünde, das sie unter Segeln gegen 11.45 Uhr passieren wollen.

Start der eigentlichen Regatta ist dann um 12.15 Uhr am kaum zu übersehenden Pfahl der Untiefe Brodten-Ost. Die Fachleute empfehlen allen „Sehleuten“, die das Spektakel verfolgen wollen, die Niendorfer Seebrücke – am besten mit Fernglas. Ob es dann von dort aus Richtung Neustadt oder Richtung Mecklenburg geht, hängt vom Wind ab. Voraussichtlich, so Conradi nach einem Blick auf die Vorhersage, werde es Neustadt sein.

Auch wenn der wertvolle Cup bei der Schiffergesellschaft verbleibt, der Gewinner „nur“ eine kleine Replik erhält: Es wird keine reine Spaß-Regatta! „Es geht, wie in Troja, um Ruhm und Ehre“, sagt Conradi schmunzelnd. Der Schiffergesellschaft dankt er ausdrücklich dafür, „dass sie die Initiative übernommen hat.“ Und selbst Hans Fuhrmann, der eher zurückhaltende Eigner der „Ellen“, räumt ein: „Zuerst sagt man immer: lass sie mal, aber dann packt einen doch der Ehrgeiz.“

Nachwuchs werben

Für die einen geht es um Ruhm und Ehre, für die anderen ist es Mitglieder-Werbung: „Wir möchten vor allem auf die Brüderschaft aufmerksam machen und Nachwuchs gewinnen“, sagt Rüdiger Pfaff. Wobei es für die Schiffergesellschaft strenge Aufnahmekriterien gibt.

Welches der Oldtimer-Schiffe Sieger ist, wird gegen 15.30 Uhr feststehen. Gemütlich geht es danach via Travemünde zurück in den Lübecker Museumshafen. Zum Abschluss des Segel-Tages um den „Captain’s Cup“ wird es um 19.30 Uhr die Siegerehrung in der Schiffergesellschaft und ein Essen für die Besatzungen der teilnehmen Schiffe geben – auf Einladung der Schiffergesellschaft.

Offenes Denkmal im Museumshafen

Der Sonntag, 9. September, ist in Lübeck ein besonderer Tag – der Tag des offenen Denkmals. Auch der Verein Museumshafen beteiligt sich daran. Dann sind auch die „Hansine“ und der Besan-Ewer „Mathilde“ mit von der Partie – und es gibt eine Menge Interessantes rund um die schwimmenden Kulturdenkmale.

Sabine Risch

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