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Lübeck Chaos im Schrebergartengelände Lauerhof
Lokales Lübeck Chaos im Schrebergartengelände Lauerhof
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00:19 07.06.2016
Betroffen vom Chaos: Zwischen Werner Ahlers und einem jungen Ehepaar sorgt die unklare Parzellenverteilung für Ärger. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Von erholsamen Stunden im Grünen können die Mitglieder des Kleingartenvereins Lauerhof derzeit nur träumen. Es gibt keinen Vorstand, Ärger um Mietverträge und Pachtzahlungen. Mitglieder sehen die Zukunft des Vereins gefährdet. Die Stadt hat unterdessen Bereitschaft signalisiert, weitere Flächen zurückzunehmen.

Schon in der Vergangenheit hatte der Verein mit Problemen zu kämpfen (die LN berichteten). 2014 drohte eine Pleite, nachdem der damalige Vorstand mehr als 10000 Euro aus der Vereinskasse veruntreut hatte. Mit einer Umlage von 120 Euro sicherten die Mitglieder den Bestand. Im April musste der Kleingartenverein sich nun geschlagen geben. Acht Hektar Fläche wurden an die Stadt zurückgegeben. Der Grund: Viele Parzellen lagen brach, und der Verein hat noch immer finanzielle Sorgen.

Jetzt sorgen interne Probleme für dicke Luft. Aus Kreisen des Vereins heißt es, der Vorstand sei Mitte Mai zurückgetreten, weil es Krach gegeben habe. Nachfolger gibt es noch nicht. „Das Chaos nimmt überhand“, sagt ein Mitglied. Es gebe keine aktuellen Pläne über die Verteilung der Parzellen. Einige Pächter hätten sich in Eigenregie andere Gärten genommen. „Es wird geplündert und eingebrochen“, sagt das Mitglied. Auch der Polizei ist dies bekannt. „Es ist kein Geheimnis, dass es dort gelegentlich zu polizeilichen Einsätzen kommt“, sagt Polizeisprecher Dierk Dürbrook. „Die Gründe dafür waren unter anderem Diebstähle, Streitigkeiten, unerwünschte Personen und Feuer.“ Damit aber nicht genug: Als die Flächen an die Stadt abgegeben wurden, seien nach Aussage des Vereinsmitglieds 150 Kündigungen verschickt worden – viele an Verstorbene.

Der ehemalige Vorstand möchte sich zu diesen Problemen nicht äußern. Auch der Vorsitzende des Kreisverbands der Kleingärtner und Generalpächter, Hans-Dieter Schiller, hält sich bedeckt: „Ich kann dazu noch nichts sagen.“ Derzeit laufen zur aktuellen Lage Gespräche mit der Stadt. „Die Stadt Lübeck hat in dem Gespräch angekündigt, dass sie bereit ist, auch weitere Flächen aus dem Kleingartengebiet zurückzunehmen, und wird mit dem Kreisverband und einem Notvorstand einvernehmliche Lösungen entwickeln“, sagt Stadtsprecherin Valessa Glisovic.

Die Betroffenen brauchen aber zeitnah Entscheidungsträger – so auch Kleingärtner Werner Ahlers und ein junges Ehepaar. Zwischen ihnen sorgte die Verteilung der Parzellen für Ärger. „Wir wollten zwei an unser Haus angrenzende Gärten mieten“, sagt das Ehepaar. Mit dem letzten Vorstand hätten sie einen Vertrag unterschrieben und die Zusage bekommen, direkt mit der Arbeit beginnen zu können.

Werner Ahlers hat eines der Grundstücke allerdings seit 2013 gepachtet. Sein Gartentor ist jetzt mit einem Vorhängeschloss verriegelt, seine Sachen stehen davor. Das Ehepaar hat mit den Umbauarbeiten auf beiden Parzellen angefangen. „Uns hat man gesagt, das kann alles weg“, sagen sie. „Wir wollten keinen Ärger.“ Den Fehler aufklären könnte der Vorstand – doch den gibt es nicht mehr.

„Das ist alles nicht gut“, sagt Herbert Sasse, Obmann und Mitglied des erweiterten Vorstands. „Wir haben jetzt schon mal einen stellvertretenden Vorsitzenden und einen Rechnungsführer, die wir für eine Wahl vorschlagen können.“ In zwei Wochen sollen sie den Pächtern vorgestellt werden. „Die Situation ist ernst“, sagt Sasse. „Die Mitglieder müssen aufwachen.“

 km

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