Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Concordia tanzt durch sechs Jahrzehnte
Lokales Lübeck Concordia tanzt durch sechs Jahrzehnte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:19 26.02.2016
1960er-Jahre: Klaus und Inge Rosehr tanzen auf ihrem ersten Turnier. Zahllose Erfolge und eine lebenslange Leidenschaft für den Tanzsport und den Tanzclub Concordia folgen. Quelle: Fotos: Privat

Wenn der TC Concordia am 5. März sein 50-jähriges Bestehen feiert, dann ist das nicht nur ein Jubiläum für einen der ältesten Tanzclubs im Land. Dann ist es auch die Geschichte von Menschen, Mode und einem Masterplan in Sachen Clubhaus. Gründungsmitglieder, aktive Tänzer und Nachwuchs erzählen davon.

Zur Galerie
1960er-Jahre: Klaus und Inge Rosehr tanzen auf ihrem ersten Turnier. Zahllose Erfolge und eine lebenslange Leidenschaft für den Tanzsport und den Tanzclub Concordia folgen.

Klaus (81) und Inge Rosehr (73) sitzen vor ihren Fotoalben im Clubhaus und schmunzeln. „Schau mal, das Kleid. Und erst meine Frisur“, sagt die 73-Jährige lachend und zeigt auf eines der Tanzfotos von 1964. Die Aufnahme zeigt das Ehepaar beim ersten Turnier und markiert den Anbeginn einer lebenslangen Leidenschaft für den Sport und den TCC. Damals gehörten Rosehrs zwar noch zum Turniertanzclub Schwarz-Weiß von 1926. Aber der gab 1966 mit „Blau-Gold“ und „Weiß-Rot“ seine Eigenständigkeit auf, um den Tanzclub Concordia Lübeck zu gründen.

„Die Wurzel des TCC reichen also bis 1926 zurück“, erklärt Lutz Heise (70), „damit ist der Club einer der ältesten Deutschlands.“ Heise sitzt mit Ehepaar Rosehr an einem langen Tisch und hat die Historie in Bildern und Texten zusammengestellt. Mit seiner Frau Bettina war er — ebenfalls wie Rosehrs — jahrzehntelang erfolgreich, ist heute Turnierleiter und der „aktivste Passive“ im Verein.

Heise weiß alles über berühmte Trainer, erfolgreiche Turnierpaare und unzählige Titel, die die Mitglieder vor allem in den Standardtänzen bis hin zur S-Klasse errungen haben.

Trainieren mussten die Mitglieder in den Anfangsjahren immer an verschiedenen Orten. Denn der TCC hatte 1966 noch kein Clubhaus. „Wir tanzten in verschiedenen Gaststätten“, erinnert sich Inge Rosehr und erzählt von einem Hotel an der Lohmühle. „Das hieß ,Schwarzbunte‘, weil dazu eine Halle gehörte, in der Kühe versteigert wurden.“ Erster Vorsitzender des neu gegründeten Clubs war Willy Schaeper, ihm folgte 1967 Günter Stuhr, und 1980 übernahm Carsten Plähn das Amt. „Ihm haben wir das alles hier zu verdanken“, sagt Inge Rosehr und macht eine ausladende Geste durch die Räumlichkeiten im Hirschpass 27.

Auch der heute 77-jährige Plähn sitzt mit Rosehrs und Heise am Tisch und gibt sich bescheiden. „Es war einfach so, dass die Situation mit dem Training in Gaststätten nicht mehr tragbar war.“ Da die Clubmitglieder „viel tanzten und wenig verzehrten“, seien sie bei den Wirten nicht besonders beliebt gewesen. „Außerdem waren die Böden zum Tanzen oft ungeeignet.“ So entwickelte Plähn den Masterplan für ein eigenes Clubhaus und entdeckte bei der Suche danach durch Zufall ein altes Gemeinschaftshaus, das durch einen Brandschaden zerstört worden war. „Ich habe das Potenzial des Gebäudes gesehen — musste aber noch die Mitglieder überzeugen“, sagt Plähn, der als Bauingenieur und Statiker tätig war.

Das war nicht einfach, denn das Haus war fast eine Ruine. „Die Wände schwarz, das Parkett vom Löschwasser hochgeschwemmt — und das Dach teilweise offen“, erzählt Inge Rosehr. Also begannen die Mitglieder zu schrubben, zu streichen und sogar Spenden zu sammeln. In Zusammenarbeit mit der Grundstücksgesellschaft „Trave“ konnte das Haus umgebaut, renoviert und 1982 bezogen werden. Dank eines Anbaus entstand ein Saal mit einer Fläche von zehn mal 20 Metern — und mit Eichenparkett.

Heute sind Rosehrs Ehrenmitglieder und freuen sich, dass nicht nur herausragende Turnierpaare zum TCC gehören, sondern auch, dass es Nachwuchs wie Antonia Rist (17) und Meiko Stellmacher (20) gibt.

„Ich tanze, seit ich vier Jahre alt bin, und habe auch andere Sportarten ausprobiert“, erzählt die 17-Jährige, „aber das Tanzen ist einfach meine größte Leidenschaft.“ Als Inge Rosehr das hört, muss sie lächeln. Die Eheleute haben ihre aktive Tanzlaufbahn 1999 beendet, als Übungsleiter aber mehr als 15 Jahre einen Tanzkreis geführt, und der TCC gehört einfach zu ihrem Leben dazu. Auch wenn sie heute nur noch „zum Schwofen“ aufs Parkett gehen.

Jubiläum mit Workshops, Aufführungen und Festakt

230 Mitglieder hat der TC Concordia derzeit. Erster Vorsitzender ist Wolfgang Bruch, neuer Turniertrainer — nach Ingrid und Werner Führer — ist Marcus Weiß. Das Clubhaus befindet sich im Hirschpass 27a.

Zum Jubiläum am Sonnabend, 5. März, veranstaltet der TCC im Clubhaus einen großen „Tag der offenen Tür“. Ab 11 Uhr stehen Workshops, Aufführungen und Showeinlagen auf dem Programm. Der Festakt beginnt um 13 Uhr. Eingeladen sind Gründungsmitglieder, ehemalige Vorstandsmitglieder, Amtsträger der Hansestadt Lübeck, des Landessportverbandes und des Tanzsportverbandes Schleswig-Holstein.

Cosima Künzel
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Winter, der nicht kommen will, hat Schuld. Die Waldwege in den Lübecker Forsten sind verschlammt und derzeit für Spaziergänger und Radfahrer unwegsam.

26.02.2016

Auftakt nach Maß: Hunderte von Besuchern zog es bereits am Freitagmittag zu den alten Industriehallen auf dem früheren Werftgelände an der Lübecker Einsiedelstraße.

26.02.2016

CDU, FDP, BfL und Partei-Piraten scheitern mit Antrag — Leidenschaftliche Debatte in der Bürgerschaft.

26.02.2016
Anzeige