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Lübeck Coop plant Neubau am alten „Topkauf“-Standort
Lokales Lübeck Coop plant Neubau am alten „Topkauf“-Standort
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16:16 25.10.2018
Christel Kripke, Sprecherin des Runden Tisches, übergab 1000 Unterschriften an Coop-Vorstand Dierk Berner (re.) mit dem Appell, den „Topkauf“-Supermarkt wiederzueröffnen. Quelle: FOTO: MARGITTA TRUE
St. Gertrud

Im voll besetzten Gemeinschaftshaus Karlshof ging es am Mittwochabend hoch her. Der Runde Tisch Karlshof/Israelsdorf hatte zu Themen eingeladen, die den Einwohnern unter den Nägeln brennen. Der Löwenanteil der dreistündigen Sitzung wurde mit der Zukunft des geschlossenen „Topkauf“-Supermarkts am Forstmeisterweg bestritten. „Die örtliche Nahversorgung mit Lebensmitteln ist praktisch zusammengebrochen“, sagte Wolfgang Lage vom Runden Tisch in seiner Anmoderation. Zur Einwohnerversammlung eingeladen waren daher Dierk Berner vom Vorstand der Eigentümerin Coop und von der Betreiberseite Michael Fuljahn, Leiter der Immobilienverwaltung der Supermärkte Nord. Christel Kripke, Sprecherin des Runden Tisches, überreichte Berner eine Liste mit 1000 Unterschriften, um eine Wiedereröffnung von „Topkauf“ zu erreichen.

Doch der Coop-Vorstand konnte keine Lösung anbieten. Der alte Markt sei nicht mehr den zeitgemäßen Ansprüchen der Verbraucher gerecht geworden, betonte Berner. Der neue Standort am Glashüttenweg habe sich als wirtschaftlicher erwiesen. Michael Fuljahn ergänzte, dass der niedrige Umsatz von „Topkauf“ bereits seit Jahren im Fokus seines Hauses stand. Als ein Dachschaden eintrat, der die Evakuierung und Schließung des Gebäudes erfordert habe, sei der Standort aufgegeben worden.

Von der Schließung seien vor allem ältere und gehbehinderte Anwohner betroffen, so die Stimmen aus dem Publikum. Es gebe keine Buslinie zum Markt am Glashüttenweg, zudem seien viele gar nicht in der Lage, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, sondern auf kurze und mit Rollator oder Rollstuhl zu bewältigende Wege angewiesen. Dierk Berner sagte dazu, dass sein Unternehmen wiederholt versucht habe, Betreiber für den alten Standort zu finden. Doch selbst Anfragen unter Mitbewerbern seien erfolglos gewesen. Der Aufforderung, mit einem Café im ehemaligen Supermarkt einen sozialen Mittelpunkt zu erhalten, entgegnete er: „Das ist nicht unsere Aufgabe.“ Dennoch wolle die Genossenschaft ihre regionale Verbundenheit unter Beweis stellen. So liefen Vorbereitungen für ein Genehmigungsverfahren zum Bau eines dreigeschossigen Gebäudes am ehemaligen „Topkauf“-Standort. Um das Verfahren abzukürzen, sei im Erdgeschoss Gewerbe mit insgesamt etwa 600 Quadratmetern einer im Zweifel teilbaren Fläche geplant. In den Etagen darüber sollen bezahlbare Wohnungen entstehen. Berner betonte, dass er für Gespräche mit möglichen Betreibern offen sei. Geäußert wurde in der Diskussion zudem die Befürchtung, der Wegfall des Supermarktes als Ankergeschäft für die Ladenzeile bringe den Dominoeffekt von weiteren Schließungen mit sich, wie bereits im Fall der Fleischerei Hellwig. Dazu kam der Appell aus dem Publikum, die Ladenbetreiber dort zu unterstützen und bei ihnen einzukaufen.

Als weiterer Punkt wurde die Verkehrssicherheit mit Bausenatorin Joanna Hagen und Steffi Wulke-Eichenberg, Bereichsleiterin Stadtgrün und Verkehr, diskutiert. Thematisiert wurde dabei die Parksituation am oberen Forstmeisterweg, die Fußgänger mit Rollator oder Kinderwagen zwinge, die Straße zu nutzen oder beispielsweise Feuerwehr und Rettungswagen die Zufahrt versperre. Hierzu wurde unter anderem der Vorschlag genannt, durch die Markierung des Abstandes zu den Grundstücksgrenzen mit einer weißen Linie den Parkraum zu kennzeichnen. Damit würde der Fußweg verengt, erklärte Hagen, das halte sie nicht für den richtigen Weg. Hier sei die Lösung das Einhalten der Verkehrsregeln. Kontrollen durch die Stadt würden durch den Personalmangel Grenzen gesetzt, machte die Senatorin klar. Übereinstimmung herrschte im Ansatz, die Einfahrt zur Tankstelle unter anderem für Lieferanten durch Parkverbote an den Seiten zu erleichtern.

Zur Idee, das Ortsschild an der Travemünder Allee zu versetzen, wo durch Karlshof eine geschlossene Ortschaft würde, um so eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu erreichen, erklärte Steffi Wulke-Eichenberg, dass dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei. Bausenatorin Hagen konnte jedoch eine Lärmminderung durch Flüsterasphalt in Aussicht stellen. Der Belag müsse ohnehin erneuert werden

Margitta True

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