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Lübeck Dach des Zeughauses: 28 000 Tonpfannen müssen runter
Lokales Lübeck Dach des Zeughauses: 28 000 Tonpfannen müssen runter
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20:34 30.10.2013
Mit bloßen Händen kann Gebäudemanagement-Chef Dennis Bunk Tonpfannen auf dem Zeughaus abnehmen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Jetzt ist der Dachstuhl auch noch mit Schwamm befallen. „Das wissen wir seit Dienstag“, berichten Dennis Bunk und Hubertus Rummel vom Gebäudemanagement Lübeck (GMHL). Das Zeughaus am Dom stammt von 1594, wurde in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder mal saniert, und seit zwei Monaten sind die Handwerker erneut zugange.

28 000 Tonpfannen werden ersetzt, der Dachstuhl wird teilweise erneuert, die zahlreichen maroden Gauben ebenfalls, und die Fassade wird stellenweise renoviert. Wind und Wetter haben dem „historischen Hochkaräter“, wie Bunk das Gebäude nennt, arg zugesetzt. Der Fugenverstrich zwischen den Pfannen ist oft nicht mehr vorhanden. Regen peitscht ungebremst ins Gebälk. „Im letzten Winter hatten wir einen Haufen Schnee auf dem Dachboden“, erzählt Projektleiter Rummel. Die Handwerker haben einzelne Balkenköpfe freigelegt, an denen die Durchfeuchtungsschäden studiert werden können. In dem historischen Gebäude lernen zurzeit die Schüler der Gewerbeschule Nahrung und Gastronomie. Im zweiten Obergeschoss sitzt der Bereich Stadtgrün. Unter dem Dach ist das Archiv, dessen Bestände mit Planen und Staubwänden geschützt werden.

Eine Million Euro stehen dem Gebäudemanagement zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem städtischen Haushalt und wurde Ende 2012 überraschend bereitgestellt. Noch im Sommer 2012 hieß es, dass für die Sanierung keine Mittel vorhanden seien. Das Zeughaus war da schon seit Monaten eingerüstet — exakt seit Dezember 2011 —, damit keine Tonpfannen auf Passanten stürzen können. Knapp 70 000 Euro hat die Stadt allein dafür bezahlt, dass das Gerüst stand. Bis Ende März nächsten Jahres soll die Sanierung abgeschlossen sein. Das Datum nennt Projektleiter Rummel aber nur unter Vorbehalt — weil man vor Überraschungen nie sicher sei.

dor

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