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Lübeck Dank neuer Anlage: Möwen im Passathafen vergrault
Lokales Lübeck Dank neuer Anlage: Möwen im Passathafen vergrault
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09:38 23.08.2017
An der Passat steht seit April eine der Vergrämungsanlagen. Die Zahl der Möwen habe sich reduziert, sagt der Hafenmeister. Quelle: Foto: Karl Erhard Vögele

Möwen eilt ein schlechter Ruf voraus: Ihr Geschrei reizt das Trommelfell vieler Küstenbewohner und Bootsbesitzer. Zudem neigen sie dazu, auf Promenaden und Bootsstegen ihr Geschäft zu hinterlassen. Am Travemünder Passathafen soll dem jetzt ein Ende gesetzt werden. Seit einigen Wochen hat die Stadt am Steg unterhalb der Viermastbark Passat eine sogenannte Vergrämungsanlage installiert.

Alle halbe Stunde ertönen durch die Lautsprecher Schreie eines Greifvogels. „Seitdem sind die Stege viel sauberer geworden“, freut sich Passat-Hafenmeister Fabian Bestmann. Denn: Wenn eine Möwe einen Greifvogel in der Nähe erahnt, dreht sie ab und setzt ihren Kot woanders ab. Insgesamt laufen über die Lautsprecher 20 verschiedene Schreie. „Dadurch können sich die Möwen nicht so schnell an die Anlage gewöhnen“, so der Hafenmeister.

Bereits seit Jahren hätten viele Bootsbesitzer im Hafen über die Hinterlassenschaften der Möwen geklagt. Verjagen oder das Aufstellen von Vogelscheuchen hatten nichts gebracht. „Man konnte nicht sauberen Fußes über den Steg gehen“, erinnert sich Bestmann. Das war vor allem für die Betreiber der Passat ein Problem. Denn täglich betreten zahlreiche Besucher das Gelände, um die Viermastbark zu besichtigen.

Nachdem die Anlage am Steg angebracht wurde, gab es zunächst einige Probleme. „Das laute Geschrei der Greifvögel war Tag und Nacht die ganze Zeit zu hören“, erinnert sich der Hafenmeister. Das habe viele Bootsbesitzer verärgert. Jetzt seien die Schreie nur noch tagsüber zu hören. Ihn selbst stören die Geräusche nicht: „Ob ich jetzt Möwen oder Falken schreien höre, das ist unerheblich.“ Was für ihn zählt, sei der sichtbare Erfolg auf dem Steg. Auch andere Travemünder Hafenanlagen spielten mit dem Gedanken, die Anlage zu installieren. Am Yachthafen Rosenhof entschied sich Betreiberin Melanie Müller gegen die künstlichen Raubvogellaute. Sie hat zwar Probleme mit Vogelkot: „Der frisst sich aggressiv in die Stege und ist schwer wegzubekommen“, sagt sie, „aber die Anschaffungskosten sind zu hoch.“ Experten meinten zudem, dass sich die Vögel schnell an die künstlichen Schreie gewöhnen.

 sbu

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