Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Das Bürgermeister-Büro: Saxe zeigt den Geheimgang
Lokales Lübeck Das Bürgermeister-Büro: Saxe zeigt den Geheimgang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:04 21.11.2017
Ein Waschbecken im Wandschrank – und rechts dahinter ein geheimer Gang nach unten: Bürgermeister Bernd Saxe hat diesen Weg aber selbst noch nie beschritten. Quelle: Felix König
Lübeck

Von außen ist das altehrwürdige Rathaus dunkel und opulent, das Amtszimmer des Bürgermeisters aber ist hell und schlicht. Etwa 40 Quadratmeter misst das Büro im ersten Stock, die Möbel sind vergleichsweise modern. Der Chefsessel hat ein Chromgestell und ist mit schwarzem Stoff bespannt, ebenso zwei Besucherstühle. Der Schreibtisch hat eine dunkel getönte Glasplatte. „Die Einrichtung ist aber auch schon 30 Jahre alt“, sagt Saxe. Ob Lindenau im Mai neue Möbel bestellt?

Am 1. Mai darf Jan Lindenau das Büro des Bürgermeisters im Lübecker Rathaus beziehen. Bis dahin ist es der Arbeitsplatz von Bernd Saxe, seit über 17 Jahren Verwaltungschef der Hansestadt. Den LN verrät er, wer schon in seinem Büro war – und er zeigt den geheimen Notausgang im Schrank.

Wenn Saxe am Schreibtisch nach links schaut, kann er das Treiben auf der Fußgängerzone in der Breiten Straße betrachten, ein anderes Fenster des Eckbüros zeigt zum Marienkirchhof. Die Ölgemälde an den Wänden seien Leihgaben aus den Lübecker Museen, die laut Saxe „alle paar Monate ausgetauscht werden“. In seiner Amtszeit hatte Saxe häufiger hohen Besuch in seinem Büro: 2004 hat sich hier Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac bei dessen Staatsbesuch zurückgezogen, um mit UN-Generalsekretär Kofi Annan zu telefonieren.

Was bisher nicht viele wissen: Im Wandschrank des Bürgermeisterbüros verbirgt sich ein Waschbecken – und eine Geheimtür. Ein enger Gang führt von dort hinunter in den Audienzsaal des Rathauses, ein Abzweig in den Mittelsaal des Kanzleigebäudes. Der Weg habe im Mittelalter als Notausgang gedient, vermutet Saxe, damit sich der Bürgermeister „vor durch die Stadt marodierenden Horden“ in Sicherheit bringen konnte. Hat er selbst diesen geheimen Weg je genutzt, etwa um im Wiener Caféhaus heimlich ein Stück Torte zu kaufen? „Nein. Der Gang ist mir auch viel zu dreckig.“

 Lars Fetkoeter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!