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Lübeck Das Hansekultur-Festival im Schnelltest
Lokales Lübeck Das Hansekultur-Festival im Schnelltest
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15:59 21.05.2016
Akrobatik in der Fischergrube Ecke Breite Straße: Silea aus Berlin begeistert das Publikum mit ihrem Tanz auf dem Drahtseil. Das Hansekultur-Festival bietet auch am Sonnabend und Sonntag eine Fülle von abwechslungsreichen Veranstaltungen. Quelle: Maxwitat
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Entspannen und Schlendern

Keine Autos in der Großen Burgstraße, kein Verkehrsgetümmel am Koberg, beschauliche Stille im oberen Bereich der Beckergrube: Das gefahrlose Schlendern ist ein Traum. Die Stadt wird völlig anders wahrgenommen. Die Vision von einer verkehrsberuhigten Altstadt wird für ein paar Festival-Stunden Wirklichkeit; und die Menschen sind begeistert.
Überall Sitzgelegenheiten: Liegestühle, Strandkörbe, Bänke, Sessel. Lübeck lädt ein, die Seele baumeln zu lassen. „Gemütlich“, „entspannt“, „freundlich“, „bezaubernd“: Es sind durchweg freundliche Worte, mit denen die Festival-Besucher ihre Eindrücke kommentieren. Schade nur, dass sich gestern in den Nachmittagsstunden die Zahl der Besucher abgesehen vom Koberg noch stark in Grenzen hielt. Vor allem im oberen Bereich der Beckergrube hätte man sich mehr Getümmel gewünscht. Doch „dieses Festival macht Spaß“ sagen viele Besucher. Eine Frau fasste ihre Eindrücke so zusammen: „Ich habe die Altstadt noch nie so genossen.“

Das LN-Urteil: Entspanntes Festival mit tollen Ruhe-Inseln. Ein bisschen mehr Trubel am Nachmittag wäre schön gewesen.

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Lübeck feiert am Wochenende das Hansekultur-Festival. Hier sehen Sie die schönsten Bilder der Veranstaltung.

Kinder & Spaß

Die Kinder werden ernst genommen als vollwertige Festival-Besucher. Da wird der Hof des Hansemuseums zu ihrem handwerklichen Reich, in dem sie Münzen prägen, Creme herstellen, Krüge gravieren, Bernstein polieren und Kuhhörner zu Gefäßen schleifen. Spielerisch wird mittelalterliches Wissen vermittelt, und die Kinder saugen es mit großer Begeisterung auf.
Überall zwischen Koberg und Großer Burgstraße gibt es Ruhepole, an denen Familien mit Kindern der Musik lauschen oder künstlerische Aktionen verfolgen können. Hektik? Fehlanzeige. Stress? Ausgesperrt. Gedrängel? Keine Chance. Alle haben ihren Spaß, keiner kommt zu kurz; einfach große Klasse. Die Kinder freuen sich darüber, dass „wir hier so viel machen dürfen“. Nicht nur die Kinder-Hanse-Stadt auf dem Spielhof des Hansemuseums ist ihr Reich. Die Kinder zieht es zum „Lüttbecker Kinderfest“ auf dem Schulhof der Ernestinenschule und zum Geschichtserlebnisraum auf der Grünfläche vor dem Burgtor.

Das LN-Urteil: Münzen prägen, Krüge gravieren: Kinder konnten ihre Kreativität super ausleben und sich im Handwerk üben.

Essen & Trinken

Geruch von würzigem Buchenholz und feinen Gewürzen liegt in der Luft. Der Koberg und der Kirchhof von St. Jakobi werden zum Schnupperparadies. Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Lübeck hat an diesem Wochenende ein Genuss-Zentrum.
In der Heringsbraterei von Heinrich Schuster schlagen die Flammen hoch. Heringe werden in Öl gebraten und mit ausgelassenem Speck serviert. 4000 dieser Fische warten auf hungrige Mäuler. Der Verein Lübecker Köche serviert Spargel und Erdbeeren, ein paar Schritte weiter locken Auerochsen-Spezialitäten, das Culinarium lockt mit Reispfannen, und dann gibt es Flammkuchen vom Feinsten: Der Koberg ist ein Genussplatz – zumindest an diesem Wochenende; und so mancher Besucher denkt laut darüber nach, „warum das nicht immer so sein kann“. Wer keinen Hunger hat, der hat zumindest Durst. Es gibt keinen Mangel an Trinkbarem. Gute Weine lassen grüßen. „Es schmeckt“, sagt ein Gast vollmundig.

Das LN-Urteil: Leckere Speisen, vielfältig dargeboten: Der Koberg als kulinarische Bühne war ein Volltreffer.

Torsten Teichmann

 

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