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Lübeck Das Hansemuseum im TV-Check
Lokales Lübeck Das Hansemuseum im TV-Check
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21:55 12.04.2016
„Oh Gott, so viel Holz“: Bastian Sick (l.) und Moderator Markus Brock informieren sich über den Städtebau Lübecks. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Es ist dunkel, die Gasse ist eng, der Bohlenweg uneben: Das neunköpfige Drehteam des Südwestrundfunks (SWR) bewegt sich langsam durch den Raum, in dem die Entstehung der Städte im Mittelalter sowie der Straßen- und Hausbau in Lübeck dargestellt sind. „Oh Gott, haben die viel Holz verbraucht“, sagt Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“), der Moderator Markus Brock gestern durch Lübecks jüngstes Museum begleitet. Es ist Sicks erster Besuch an diesem Ort. Sein Urteil: „Alles sehr anschaulich, ich hätte sofort Lust, selbst den Hammer in die Hand zu nehmen.“

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SWR dreht in Lübeck — Moderator vermisst persönliche Geschichten — Bastian Sick ist begeistert.

Das Team des SWR dreht für die Reihe „Museums-Check“, die sonntags bei 3sat ausgestrahlt wird. Es ist ein Dreh mit leichten Schwierigkeiten. „Normalerweise“, sagt Regisseurin und Autorin Martina Klug, die immer wieder auf den Drehplan schaut, „kann man das in deutlich kürzerer Zeit drehen, indem man mit der Steadycam durchs Museum läuft.“ Doch im Hansemuseum ist alles anders. Die Enge, die Dunkelheit und die Nebengeräusche von Musik und Klimaanlage erschweren die Arbeit. Zwei Kameraleute — Christian Zecha und Christoph Feller — begleiten Brock und Sick. Zwei Kameras, „damit wir die Gespräche besser schneiden können“, erklärt Martina Klug.

Vor dem Dreh, der am Montag begann, war sie bereits zwei Mal zu Recherchezwecken in der Hansestadt, die sie als „eine Art Freilichtmuseum“ empfindet. Wie die Geschichte gehen solle, wisse sie bereits. Insgesamt etwa sechs Wochen inklusive Vorbereitung, Dreh und Schnitt, brauche sie für eine Sendung „Museums-Check“, so die Regisseurin. Aber: „Es ist ein ganz schönes Format, ich bin glücklich, dass wir das hier machen können.“

Geredet wird nur während der Mini-Drehpausen. Wenn Zecha und Feller filmen, ist absolute Ruhe angesagt. Stets im Hintergrund dabei: Jette Heger und Meino Hauschildt vom Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hansemuseums. In dem Raum, in dem der Moderator und der Lübeck-Promi die Birkenrinde aus Nowgorod unter Glas betrachten, ist auch Museumsführerin Ira Conrady mit dabei, um darüber aufzuklären, dass es das wertvollste Exponat überhaupt und ein einzigartiges Dokument in lateinischer statt kyrillischer Schrift sei.

Am Ende dauert der Filmbeitrag aus Lübeck 30 Minuten — etwa die Hälfte der Zeit spiele im Hansemuseum, der Rest an anderen Orten. In Travemünde fing das Team bereits am Montag maritime Atmosphäre ein, heute geht es ins Behnhaus Drägerhaus und ins St.-Annen-Museum — zum Memling-Altar. Und natürlich kam auch Professor Rolf Hammel-Kiesow, wissenschaftlicher Berater des Hansemuseums, zu Wort.

Moderator Brock vermisst hier ein wenig die personalisierten Geschichten. „Toll wäre es, wenn man zum Beispiel sehen könnte, wie ein Hanse-Kaufmann gelebt hat“, sagt er.

In der Schluss-Szene staunen Sick und Brock im Hansesaal über den Verlauf des Hansetags 1518 und worüber man sich damals gestritten hat. Die letzte Einstellung ist um 13.30 Uhr im Kasten, hungrig verlässt das Team, das im Klassik Altstadt Hotel Quartier bezogen hat, das Mittelalter.

Ausstrahlung am 22. Mai

37 „Museums-Checks“ hat 3sat seit 2010 bereits ausgestrahlt. Nächste Sendung ist am Sonntag, 17. April, aus dem Kölner Museum Ludwig. Prominenter Begleiter: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Die Folge aus Lübeck wird am Sonntag, 22. Mai, ab 18.30 Uhr ausgestrahlt — am letzten Tag des Hansekultur-Festivals.

30 000 Besucher hat das Hansemuseum in diesem Jahr bislang gehabt. Neu ist unter anderem die kleine Kammer im Raum Brügge:

Hier können sich Groß und Klein in mittelalterliche Gewänder hüllen und fotografieren lassen. Die Fotos werden zur Kasse übertragen, wer mag, kann eines erstehen. Auch dass sich per Eintrittskarten-Scan einzelne Modelle aus dem überdimensionalen London-Modell ausfahren lassen, ist neu. Ebenso sind es die Tafeln, die auf vertiefende Informationen im Stadtbereich verweisen.

Von Sabine Risch

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