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Lübeck Das Hansemuseum will internationaler werden
Lokales Lübeck Das Hansemuseum will internationaler werden
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20:26 27.05.2016
Felicia Sternfeld, hier an einer Gestühlwange im Hansesaal, ist zufrieden mit dem ersten Jahr. Quelle: Fotos: Maxwitat

Die rechteckige Torte, die Konditormeister Aurèle Uter eigens für den Geburtstag gebacken und gestaltet hat, zeigt ein „I“ (englisch für: ich), ein rotes Herz und ein kleines „h“. Genauso sehen auch die Buttons aus, die seit dem Hansekultur-Festival im Museumsshop zu haben sind. Ob man denn das Europäische Hansemuseum wirklich liebt, sei einmal dahingestellt.

Gestern vor einem Jahr eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel Lübecks jüngstes Aushängeschild – Positive Bilanz bei der Feier des ersten Geburtstags.

Aber dass es beliebt ist, dürfte angesichts der Besucherzahlen gesichert sein: 145493 Besucher waren es im vergangenen Jahr. „Damit liegen wir deutlich über der Prognose von 120000 bis 130

000“, freute sich Dr. Felicia Sternfeld, Leiterin des Europäischen Hansemuseums. Allein 5500 davon kamen während des Hansekultur-Festivals am vergangenen Wochenende. Ausländische Gäste machen bislang nur 5,5 Prozent der Gesamtbesucherzahl aus, etwa ein Drittel seien Lübecker.

„Es war ein turbulentes, ereignisreiches und erfolgreiches erstes Jahr“, sagt Sternfeld und erinnert an Eröffnungsrednerin Angela Merkel und den spontanen Besuch von Altbundeskanzler Helmut Schmidt wenige Tage später, die Teilnahme an der Museumsnacht und erst am vergangenen Wochenende die Lesung von Cornelia Funke, organisiert mit dem Günter- Grass-Haus. Kooperationen mit den anderen Museen will man weiter ausbauen, ebenso wie den Austausch beispielsweise mit Nowgorod, Bergen und Brügge. Jetzt zum Geburtstag konnten Besucher eine Kulturreise nach Brügge gewinnen, organisiert in Kooperation mit den Museen der belgischen Hansestadt. Schon bald präsentiert das Hansemuseum in Zusammenarbeit mit dem Kode Art Museum im norwegischen Bergen eine Sonderausstellung mit dem Arbeitstitel „Silber, Silber, Silber“.

Freilich ist auch ein Jahr nach der Eröffnung nicht alles perfekt oder fertig im Europäischen Hansemuseum. Aber: „Ein Museum darf eigentlich nie fertig werden“, sagt Architekt Andreas Heller, der für das Lübecker Museum drei Architekturpreise gewonnen hat. Rund 70 bis 80 Prozent „dessen, was wir uns vorgenommen haben, ist umgesetzt“. Schwierigkeiten bereite das selbstgesteckte Ziel, alles in vier Sprachen (deutsch, englisch, schwedisch, russisch) zu präsentieren. Thematisch soll bereits in Kürze die Darstellung des Endes der Hanse vollendet werden. Im London-Raum werden die Holbein-Bilder mit interaktiven Elementen versehen. Eines wird sich definitiv nicht ändern: die Dunkelheit in der Ausstellung. Denn die gehört zum Konzept. Dafür sei es ja in den Kabinetten, also jenen Räumen mit Originalen und Faksimiles, deutlich heller.

Für Max Schön, Vorsitzender der Possehl-Stiftung, die das 50 Millionen Euro teure Museum maßgeblich finanziert hat, ist das Hansemuseum „ein Stück aktuelles Lübeck“, weil es geholfen habe, einen ganzen Bereich der Stadt zu entwickeln. Zudem sei es „ein selbstverständliches Stück Europa“ und auf die Zukunft gerichtet, denn durch die Beschäftigung mit der Geschichte könne man aus der Vergangenheit lernen und schauen, wie man zum Beispiel mit dem internationalen Handel umgehe.

Ganz aktuell hat das Hansemuseums übrigens einen 130-seitigen Katalog erstellt, der Blicke hinter die Kulissen erlaubt. Und schon bald soll es einen Kinderkatalog geben. Im Sommer startet auch das Programm für Kinder, genannt „Hansekiste“. Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Gartenkonzerte oder das Festkolloquium für Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow, den wissenschaftlichen Beirat des Museums, sollen laut Felicia Sternfeld dazu beitragen, „das Hansemuseum zum Treffpunkt zu machen“. Gestern Abend trafen sich Freunde und Förderer des Museums zur Feier auf der Dachterrasse.

Kindertag am 1. Juni

„Der Burgteufel zu Lübeck“ heißt die Märchenlesung im Burgkloster, die am Mittwoch, 1. Juni, um 14 Uhr beginnt und etwa 15 Minuten dauert. Die als edle Bürgersfrau Johanna verkleidete Volontärin Anja Pöpplau liest die Sage über den Burgteufel zu Lübeck. Ab 14.30 Uhr unternehmen Bruder Albertus und Kaufmannswitwe Margarethe einen etwa halbstündigen Kloster-Spaziergang durch die alten Hallen des Burgklosters. Um 15 Uhr liest dann die edle Bürgersfrau Johanna das Märchen „Der Nagel“ der Brüder Grimm vor.

Kinder bis zu 16 Jahren haben freien Eintritt ins Burgkloster, Erwachsene zahlen sieben Euro.

Sabine Risch

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