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Lübeck Das Landgericht packt seine Kartons
Lokales Lübeck Das Landgericht packt seine Kartons
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20:22 09.02.2016
Ab Freitag heißt es am Burgfeld Kisten schleppen: Nach dem Amtsgericht wechseln nun auch die Juristen vom Landgericht ihren Dienstsitz. Lediglich große Prozesse werden weiter hier stattfinden. Quelle: Fotos: Peer Hellerling

Das Landgericht zieht um: Ab Freitag packen die knapp 130 Beschäftigten ihre Sachen und wechseln die Adresse. Künftig sind die Juristen bis auf Weiteres in der Schwartauer Landstraße zu Hause, dort beziehen sie einen Teil der alten Kaserne. „Grund sind die umfangreichen Bauarbeiten, die am bisherigen Gebäude erforderlich sind“, sagt Stephan Bahlmann, Sprecher des Lübecker Landgerichts. Das Kistenschleppen vom Burgfeld nach St. Lorenz Nord soll bis kommenden Donnerstag dauern.

Das siebenstöckige Haus in St. Gertrud ist in die Jahre gekommen, es wurde bereits 1959 eröffnet. Jetzt bedarf es einer grundlegenden Frischzellenkur. Weil das unter laufendem Betrieb zu aufwendig sei, bleibe nur der Umzug. Bahlmann: „Insbesondere sind eine energetische Sanierung der kompletten Fassade und umfangreiche Arbeiten am Leitungsnetz geplant.“ Hinzu kommen ein zeitgemäßer Brandschutz und eine moderne Heizungsanlage. Die Kosten für das Unterfangen werden mit acht Millionen Euro veranschlagt, als Start ist der März angepeilt.

Die rund 220 Mitarbeiter des Amtsgerichts waren bereits im September ausgezogen und residieren seitdem an drei Standorten (die LN berichteten). Nun folgt bis zum 17. Februar das Landgericht. „In der Zeit wird der Dienstbetrieb deutlich eingeschränkt sein“, sagt Richter Bahlmann. Einige Prozesse würden solange pausieren und später in der Schwartauer Landstraße 9-11 fortgesetzt. „Am Eingang des alten Gebäudes haben wir schon entsprechende Hinweise ausgehängt.“ Eigentlich sollte der Umzug des Landgerichts ebenfalls im vergangenen Herbst stattfinden, doch damals gab es Verzögerungen mit den Umbauten im neuen Domizil.

Während das Amtsgericht jedoch seine Prozesse im Sitzungstrakt am Burgfeld abhält, wollen die Juristen vom Landgericht „grundsätzlich alle Verhandlungen in Zivil- und Strafsachen“ am neuen Standort bündeln. Deshalb gibt es in der ehemaligen Kaserne eigene Gerichtssäle. Bahlmann: „Lediglich einige wenige Prozesse werden am Burgfeld fortgesetzt.“ Prominentestes Beispiel ist der zur Geiselnahme im Lübecker Gefängnis an Heiligabend 2014. Der Grund: „Selbst der größte Saal in der Schwartauer Landstraße ist zu klein“, sagt Bahlmann. Mehr als 30 Personen müssen jedes Mal pro Verhandlung Platz finden — Zuschauer noch nicht mitgerechnet.

Läuft alles reibungslos, dann soll das Landgericht ab kommendem Donnerstag voll einsatzfähig in der Schwartauer Landstraße zu finden sein. „Die Telefon- und Faxnummern ändern sich durch den Umzug nicht“, sagt Sprecher Bahlmann. Während der Umzugswoche sei das Gericht noch unter beiden Adressen zu erreichen. Ab dem 18. Februar postalisch nur unter der neuen Anschrift. Nach aktuellem Plan müssen alle 350 Mitarbeiter von Amts- und Landgericht erst in zwei Jahren wieder die Kartons packen. Die Sanierung des Gerichtsgebäudes soll im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein.

Neue Anschrift

Ab Donnerstag, 18. Februar, ist das Landgericht unter neuer Adresse zu finden: Schwartauer Landstraße 9-11, 23554 Lübeck. An diese Anschrift muss ab diesem Datum auch die Post geschickt werden.

Das Amtsgericht ist im Glashüttenweg 44-48 (Zivilsachen und Zwangsversteigerungen) und am Jerusalemsberg 8 (Betreuungssachen, Amtsgerichtsabteilungen und Servicepoint für Registersachen) zu finden. Lediglich der Servicepoint für Grundbuchangelegenheiten und die Nachlassabteilung bleiben im Neubau des Gerichtsgebäudes, Am Burgfeld 7.

Peer Hellerling
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