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Lokales Lübeck Das Lübeck-Poster zum Mitmachen
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07:33 28.09.2017
Holstentor, Hansemuseum, Passat: Was müsste auf einem Lübeck-Poster unbedingt zu sehen sein, fragt Künstler Jörg Tacke. Quelle: Collage: Thorsten Sahmkow
Lübeck

„Was ist typisch für Ihre Stadt?“ Das ist auf den ersten Blick eine einfache Frage. Holstentor, Altstadtinsel, Ostseestrand, das wird vielen Lübeckern sofort einfallen. Aber es kann auf diese Frage auch ganz andere Antworten geben, und wer sich damit beschäftigt, lernt vielleicht etwas über seinen Bezug zur Heimat.

„Diese Frage: ,Was ist für dich typisch Rhede (oder Köln oder Lübeck)?‘ spricht die Leute an“, sagt Tacke. „In meiner Heimatstadt Rhede, einer Kleinstadt im Münsterland, wollte jeder mitmachen.“ In seinen Postern sieht Tacke eine Art Sinnbild für das, was eine Stadt ausmacht: „Viele kleine Motive ergeben ein großes Ganzes – und so funktioniert Stadtleben.“

Der Künstler Jörg Tacke (46) hat schon mehrere Poster über deutsche Städte gestaltet. Jetzt nimmt er ein solches Projekt unter dem Namen „The Lübecker“ auch für Lübeck in Angriff. LN-Leser können sich online mit eigenen Vorschlägen beteiligen. Im November wird es fertig sein.

Ein wichtiges Vorbild ist für ihn der amerikanische Zeichner Saul Steinberg (1914-1999), der 1976 auf einem Titelblatt des Magazins „The New Yorker“ eine Zeichnung mit dem Titel „Die Welt von der 9th Avenue aus gesehen“ veröffentlichte. Die Grundidee dieser Zeichnung, den Blick vom kleinteiligen, detailreichen Stadtleben hinaus in die weite Welt, hat Tacke übernommen.

Deshalb nennt er seine Zeichnungen „The Münchener“, „The Kölner“ oder eben „The Lübecker“, in Anlehnung an den Namen des Magazins.

Steinbergs Zeichnung ist auch eine Kritik an der Selbstbezogenheit von Bewohnern Manhattans, die den Rest der Welt als eine Ansammlung von Vororten sehen. Tacke wendet das Motiv ins Positive: „Ich habe festgestellt, dass das Lokale, diese Struktur, dieses Zuhausefühlen immer wichtiger wird.“ Der Rest der Welt kommt bei ihm aber nicht als Anhängsel, sondern als offener Raum vor. „Eigentlich ist alles eine Kugel. Man kann sich nicht abschotten.“

Nach Lübeck kommt Tacke trotz vieler Aufenthalte an der Lübecker Bucht als Fremder. „Mir war nicht einmal bewusst, dass Travemünde ein Stadtteil von Lübeck ist“, gibt er zu. Inzwischen hat er sich mit der Stadt so vertraut gemacht, dass er schon Ideen für sein Poster hat. Die Hanse soll eine Rolle spielen, die Ostsee wird für die Öffnung zum Rest der Welt stehen.

Vor allem aber ist Tacke gespannt auf das, was LN-Leser vorschlagen. Wichtig ist ihm, dass nicht nur Gebäude darunter sein müssen. Es können zum Beispiel auch Gegenstände, Redensarten und Dialekt-Ausdrücke, Kochrezepte oder Branchennamen sein. Auf „The Münchener“ stehen zwischen Fernsehturm, Frauenkirche und Bierseidel Ausdrücke wie „Oans, zwoa, drei, gsuffa“ oder „Bakk mas“. „The Kölner“ enthält die Namen der vielen, eigenständigen Stadtviertel. Auf „The Dresdener“ finden sich neben Frauenkirche und „Blauem Wunder“ auch Begriffe wie „Nanoelektronik“.

Was gehört auf das Poster? Ihr Vorschlag ist gefragt

Was ist typisch für Lübeck und gehört deshalb unbedingt auf das Poster? Unter LN-Online.de/Stadtposter können Sie Ihren Vorschlag machen. Alle Teilnehmer bekommen für zwei Wochen die LN geschenkt und nehmen an der Verlosung eines signierten Drucks teil.

Ihr Exemplar aus der auf 999 limitierten Auflage können Sie schon jetzt unter https://shop.LN-Online.de oder in den LN-Geschäftsstellen bestellen. Der Kunstdruck mit Standard-Nummer kostet 39,90 Euro. Die Nummern 1 bis 9 sowie Schnapszahlen (wie 222, 333 oder 555) kosten 49,90 Euro. Bei Postversand kommen mindestens 5,06 Euro Gebühren dazu.

Die Auslieferung von „The Lübecker“ ist für Anfang November geplant.

 Hanno Kabel

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