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Lübeck Das Rätsel des mysteriösen Künstlers
Lokales Lübeck Das Rätsel des mysteriösen Künstlers
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09:40 08.12.2015
Spielplatz Kanalstraße: Alexander Bastek und Vivien Kistmacher vom Behnhaus rätseln vor dem „Kind im Spielzimmer“, was sich der Streetart-Künstler gedacht haben könnte. Quelle: Fotos: Malzahn, Roeßler, Lintschnig, Hellerling (3)
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<b>Auf dieser Karte können Sie die genauen Positionen der Papier-Graffiti sehen:</b>

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Nichtsdestotrotz ist Behnhaus- Leiter Alexander Bastek begeistert: „Es ist jedes Mal aufs Neue spannend zu sehen, wo Bilder auftauchen.“ Er gehe inzwischen absichtlich Umwege, um auf weitere Papier-Graffiti zu stoßen. Seine Mitarbeiter hat Bastek auch dazu angehalten, den einen oder anderen Meter zusätzlich zurückzulegen. Und je mehr Papierwerke auftauchen, umso mehr ist sich Alexander Bastek sicher: „Die Standorte sind nicht zufällig gewählt.“ Der Behnhaus-Chef glaubt, zumindest in Teilen das Muster des Graffiti-Täters entschlüsselt zu haben.

Auf dieser Karte können Sie die genauen Positionen der Papier-Graffiti sehen:

So kleben die Mutter und das Kind aus „Die Heimkehr von der Arbeit“ an einer Mauer von St. Petri. „In dem Bild spielt auch der Fluchtgedanke eine Rolle“, sagt Bastek. „Die Kirche ist seit jeher ein Zufluchtsort.“ Der „Schuhflicker von Kairo“ ist auf Bodenhöhe am Werkhof in der Kanalstraße zu sehen. „Dort unten im Dreck haben Schuhflicker gearbeitet.“ An der Ecke Hundestraße schaut das „Kind im Spielzimmer“ von einer Mauer. Bastek: „Und genau dort ist ein Spielplatz.“ Der Hund aus dem Bildnis der Maria Balemann, geborene Tesdorpf, befindet sich — passenderweise — in der Hundestraße. Einzig zum Mann aus der „Heimkehr“ (Fischergrube) und zur „Elisabeth von Bockelberg“ im Durchgang Beckergrube/Wehdehof gibt es noch keine Erklärung.

Ein Künstler, auf den die Beschreibung passen könnte, ist Sascha Jahn. Der 28-Jährige stellt selbst sogenannte Outings her und hat in Lübeck ein Atelier. Aber er stellt klar: „Ich bin es nicht.“ Doch auch die Stadt habe schon bei ihm nachgefragt — offiziell gilt die Aktion als Sachbeschädigung. „Die Idee ist kongenial“, sagt Jahn, „so wird die Kunst einem breiten Publikum zugänglich gemacht.“ Und im Prinzip könne jeder der Unbekannte sein. „Im Zweifel reichen ein Smartphone und eine verschwiegene Druckerei“, so Jahn. Das Kleben selbst ginge „unter zehn Minuten“.

Die Lübecker Museen sind von der Kunstaktion im öffentlichen Raum sogar so angetan, dass sie spontan reagieren. „Derzeit fragen uns viele nach den Bildern“, sagt Bastek. „Deshalb werden wir jetzt eine Sonderführung anbieten.“ Kommenden Freitag will Bastek um 16 Uhr bei den Originalen im Behnhaus starten, danach geht es raus auf die Straße. „Wir gehen zu allen bekannten Standorten.“ Vor Ort gibt Bastek weitere Infos zu den Werken und will mit den Teilnehmern darüber sprechen, was sich der Outing-Künstler dabei gedacht haben könnte — schließlich hat der sich noch nicht selbst geoute

t.

Peer Hellerling

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