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Lübeck Das Sparbuch aus der Zigarrenkiste
Lokales Lübeck Das Sparbuch aus der Zigarrenkiste
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21:39 20.04.2017
„Buch ungültig – Guthaben zurückgezahlt“: Das Sparbuch wurde 1937 eröffnet und erlebte die Umstellung von Reichsmark auf Deutsche Mark mit.

 Unter etwa 100 Einsendungen war das Sparbuch, das im Jahre 1937 eröffnet wurde, das älteste und damit das Gewinnerdokument. Für seine 80 Jahre ist das kleine Buch noch gut in Schuss. Jetzt wurde Möller von Oke Heuer, Vorstandsmitglied der Sparkasse, mit einem mit 200 Euro gefüllten Sparschwein als Sieger des Wettbewerbs belohnt.

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Die Sparkasse zu Lübeck hat Peter Möller für das älteste Kundendokument geehrt.

Zu Beginn des Jahres waren alle Lübecker aufgerufen, historische Dokumente einzureichen. Und natürlich wollte Heuer auch wissen, wo denn genau das Dokument gefunden wurde. Aufgerufen waren die Kunden nämlich, in Ordnern, auf Dachböden oder im Keller nach alten Sparbüchern, Kontoauszügen, Scheckheften oder anderen historischen Sparkassendokumente zu suchen. „Alte Bankdokumente bewahre ich immer in einer hölzernen Zigarrenkiste auf“, verriet Möller lächelnd. Zwar waren die Bankdokumente, die Peter Möller nach dem Ableben seines Vaters Jacob Gerhard Möller und bei der Haushaltsauflösung gefunden hatte, nicht mehr gültig. „Trotzdem habe ich gedacht, es ist gut, sie aufzuheben.“ Und damit hatte sich der Gatte gegen den Willen seiner Frau Christa (65) durchgesetzt. Denn die hatte sich schon immer dafür ausgesprochen, Altpapier zu entsorgen. „Als jetzt der Brief von der Sparkasse mit der Gewinnmitteilung kam, war ich überrascht und natürlich erfreut – vor allem mein Mann hat sich gefreut, weil er ja von der Sparkasse sozusagen dafür belohnt wurde, nichts wegzuwerfen“, sagt Christa Möller. Angelegt hatte das Sparbuch die Mutter für Jacob Gerhard Möller, ihren Sohn. Und so findet sich im alten Dokument der einstigen Spar- und Anleihe-Kasse zu Lübeck, wie das Institut einst 1817 hieß, auch die Bezeichnung „Anlegestelle für Mündelgeld“. Das sogenannte Einlege-Buch, das am 17. Juni 1937 angelegt wurde, und das noch die Umstellung der Reichsmark auf die Deutsche Mark miterlebt hat, wandert jetzt übrigens nicht in das Eigentum der Sparkasse. Möller stellt es aber für die Zeit der Aktionstage zur Verfügung. Außerdem können sich die Möllers auch über eine Einladung zu einer Jubiläums-Theatershow freuen, die die Sparkasse am Donnerstag, 18. Mai, in der Geschäftsstelle Burgfeld gebucht hat.

Aber nicht nur Sparbücher wurden eingesendet: „Wir haben Kontoauszüge, Werbeartikel, Plakate, ein altes Spielkartenset, eine große, tragbare Sparbüchse, Spardosen mit Handelsschiffaufdruck oder Stahlspardosen mit Sichtfenstern erhalten“, sagte Heuer bei der Überreichung des Gewinnerschweinchens. „Unser Jubiläum wollen wir gern mit unseren Kunden feiern“, so Heuer. „Wir freuen uns darüber, dass ausgerechnet ein Sparkassenbuch das älteste Kundendokument ist.“ Heuer wies außerdem darauf hin, dass das kleine Buch jetzt auch in den Sparkassenfilialen zu sehen sein wird.

Das Buch mit der Nummer 6821 ist übrigens schon ungültig: „Guthaben zurückgezahlt“, lautet der Stempelaufdruck.

 Rüdiger Jacob

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