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Lübeck Das Wunder des Pilgerns
Lokales Lübeck Das Wunder des Pilgerns
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20:27 03.11.2016
Pilgern ist für Katja und Robert Eixmann eine Leidenschaft. Quelle: Riedel

102 Tage, 3062 Kilometer, zwölf Kilogramm Gepäck und ein Mann, der erkannt hat, dass der Weg das Ziel ist. Es war noch nicht einmal richtig Sommer, als Roberto Eixmann seine sieben Sachen packte und losmarschierte. Durchschnittlich 27 Kilometer legte er am Tag zurück. Vier Monate später erreichte er Santiago de Compostela in Spanien. Hier endete seine Reise auf dem Jakobsweg. Dazwischen: Jede Menge Begegnungen, Gedanken, Einsichten und vor allem Ruhe.

„Es war eine ganz wundervolle Reise“, erzählt Eixmann, der nach über 3000 Kilometern Fußmarsch nicht etwa abgeschlagen aussieht, sondern frisch und erholt. „Und sechzehn Kilo leichter“, betont er augenzwinkernd. Doch das sei gar nicht der Grund für diese ungewöhnliche Reise gewesen. Er habe schon vor einigen Jahren gemeinsam mit seiner Frau Katja seine Freude am Pilgern entdeckt. Es sei das großartige Gefühl, jeden Tag ein neues Ziel zu erreichen, was ihn nicht mehr loslasse. „Irgendwann hört man einfach auf zu denken, weil man eben alles schon durch gedacht hat. Man wird komplett gedankenlos. Eine tolle Erfahrung.“ Natürlich habe es in den vier Monaten auch Momente gegeben, an denen Eixmann am liebsten abgebrochen hätte. Aber er hielt durch. „Diese schlechten Gedanken gehen schnell vorbei, außerdem hat mich meine Frau zwischendurch besucht. Das letzte Stück sind wir dann gemeinsam zum Ziel gelaufen. Das war besonders schön.“

Die wertvollsten Momente seien für ihn aber die Begegnungen mit den verschiedensten Menschen gewesen. Außerdem lerne man viel über sich selbst und nehme Dinge anders wahr. Besonnener. Das findet auch seine Frau Katja: „Man weiß Dinge mehr zu schätzen, weil man plötzlich nur noch seinen Rucksack mit Wechselkleidung und Schlafsachen hat. Sonst braucht man einfach nichts. Dadurch fällt der Ballast des Alltags gleich mit ab. Und man regt sich über Nichtigkeiten weniger auf. Wir sind beide sogar noch entspanntere Menschen als vorher.“ Das sei eben das „Wunder“ des Pilgerns, das die beiden auf dem Jakobswegs erleben, finden die beiden.

er

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