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Lübeck Das Zwitschern im Walde
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21:16 13.07.2018
Im Land gibt es 25 Brutpaare des Zwergschnäppers.

Auf jede Störung reagieren Schwarzstorch, Seeadler, Mittelspecht und Zwergschnäpper empfindlich, berichtet der Stadtwald: „Verändert sich der naturnahe Lebensraum in kurzer Zeit sehr schnell oder kommt es zu starken Störungen in der Brutzeit durch Erholungssuchende beziehungsweise forstliche oder wasserbauliche Aktivitäten, ziehen sich diese Arten schnell zurück.“ Umso erfreulicher sei das diesjährige Vorkommen vier junger Schwarzstörche. Bei den Eltern handele es sich um eines von geschätzt sieben bis zehn Brutpaaren in Schleswig-Holstein. Der Schwarzstorch brauche ruhige Waldgebiete mit alten Bäumen für den Horst sowie naturnahe Fließgewässer und kleine Tümpel zur Nahrungssuche.

Der Stadtwald etabliert sich nach Angaben der Stadt zum Lebensraum für seltene Vogelarten. Das vor 24 Jahren gestartete Waldkonzept der naturnahen Bewirtschaftung zahle sich aus, weil scheue und empfindliche Vögel sich in den lübschen Wäldern erkennbar wohl fühlten.

Auch der Seeadler mit seinen beiden Brutpaaren im Stadtwald benötige ruhige Wälder mit alten Bäumen für den Horstbau, bevorzuge aber für die Nahrungssuche dann eher die Nähe größerer Gewässer und extensiv bewirtschaftetes Grünland. Der Mittelspecht fühle sich in alten Wälder mit Bäumen, die eine raue Rinde haben, wohl. Sein Brutbestand belaufe sich mittlerweile auf über 200 Paare im Forstamt.

Damit habe er seinen Bestand seit Einführung des Waldkonzeptes 1994 fast verzehnfacht.

Der Bestand an Zwergschnäppern entwickele sich in Norddeutschland zurück. „Deshalb sind die diesjährigen zwölf singenden Männchen von großer regionaler Bedeutung“, jubelt der Stadtwald. Erst nach Einführung des Konzeptes der „Naturnahen Waldnutzung“ 1994 hätten sich Schwarzstorch und Seeadler wieder im Stadtwald angesiedelt. Mittelspecht und Zwergschnäpper seien schon vorher in geringen Beständen vorhanden gewesen.

Dieses vom damaligen Forstchef Lutz Fähser entwickelte Konzept sieht nur minimale wirtschaftliche Eingriffe in den Baumbestand vor. Das heißt: Die Bäume dürfen sehr alt werden, bevor sie gefällt werden. Kahlschläge, Monokulturen, nicht-heimische Baumarten, Einsatz von Giften und Gülle sind tabu. Der heutige Bereichsleiter Stadtwald, Knut Sturm, erklärte jüngst: „Bei unserer Inventur 1992 hatten wir 40000 Kubikmeter Bäume mit der Zielstärke 80 Zentimeter, 2014 waren es 80000 Kubikmeter.“ Pro Jahr gebe es einen Zuwachs von 1,7 Prozent. „Wenn wir ungefähr ein Prozent jährlich davon nutzen, wächst der Bestand weiter“, sagte Sturm. Sein erklärtes Ziel ist es, 120 000 bis zu 150000 Kubikmeter solcher Bäume mit einem Durchmesser von über 80 Zentimetern vorzuhalten.

Die Naturwald Akademie hat dem Stadtwald gerade attestiert, dass er ein Vorzeigeprojekt ist (LN berichteten).

dor

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