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Lübeck Das feuerrote Wahlmobil
Lokales Lübeck Das feuerrote Wahlmobil
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20:38 07.04.2017
Jan Lindenau (l.), Bürgermeisterkandidat der SPD, und Wolfgang Baasch, SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis Lübeck-Süd, stellen im Marienkirchhof das Wahlkampfmobil des Kreisverbands vor. Quelle: Foto: Felix König

Mit elf PS ist das Wahlkampfmobil der Lübecker SPD nicht gerade eine kraftstrotzende Zugmaschine. „Bei der ersten Tour vom MuK-Parkplatz hierher dachte ich, wir kommen nicht hoch“, sagt Jan Lindenau, Kandidat der SPD für die Bürgermeisterwahl, als er den kleinen Kastenwagen mit dem SPD-Schriftzug im Marienkirchhof präsentiert. Aber auffällig ist er – schon wegen der Farbe SPD-Rot. In diesem Gefährt will Lindenau ab Mai als Wahlkämpfer in eigener Sache die Stadtteile bereisen.

Lindenaus Gegenkandidatin Kathrin Weiher bleibt gelassen. Quelle: Foto: Neelsen

Superwahljahr

Schleswig-Holstein wählt am 7. Mai als zweites von drei Bundesländern in diesem Jahr einen neuen Landtag.

Die Bundestagswahl ist für den 24. September angesetzt.

Für die Bürgermeisterwahl in Lübeck gibt es noch keinen Termin. Die SPD favorisiert den Termin der Bundestagswahl, die anderen Parteien den 5. November.

Für 25000 Euro hat der SPD-Kreisverband bei einem Spezialisten in Geesthacht einen italienischen Kleintransporter des Typs Ape (italienisch für Biene) umbauen lassen. Zunächst wird er für den Landtagswahlkampf genutzt, später dann für den Bundestags- und den Bürgermeisterwahlkampf. Die Seitenwände lassen sich als Vordächer hochklappen. „Man fährt vor, klappt auf und ist ansprechbar“, sagt Lindenau. Es gibt Schubladen für Wahlkampfmaterial, einen Frischwasser- und einen Abwassertank, eine kleine Spüle, einen Stromanschluss für einen Kaffeeautomaten und Platz für eine Videowand.

Dort will Lindenau, wenn es soweit ist, einen Imagefilm über sich selbst abspielen. Von einem digitalen Glücksrad spricht er, bei dem man wahlkampftypische Artikel (Kugelschreiber, Schlüsselanhänger, USB-Stick) gewinnen kann; und über die Videowand wolle er auch seine Ideen für die digitalisierte Verwaltung vorstellen. Er plane, eine 25 Quadratmeter große Decke mitzuführen für „Bürgermeister- Picknickgespräche“. Scherzend nennt er die Ape „mobiles Stadtteilbüro“. Die Zeiten des Wahlkampfs mit Bistrotischen und Sonnenschirm seien vorbei, sagt Lindenau. „Wahlkampf soll Spaß machen“, sagt er. Und das SPD-Mobil solle auch zeigen, „dass ich gut bin für neue Ideen“.

Selbst das Kennzeichen trägt Bedeutung: HL-SP 1863 – die Zahl steht für das Gründungsjahr der SPD. Die Zulassung sei aufwendig gewesen, erzählt Lindenau. „Der Mann, der den Wagen anmelden wollte, saß

von 8 bis 17 Uhr bei der Zulassungsstelle.“ Weil es beim Tüv länger gedauert habe, sei der online vereinbarte Termin verfallen. „Das ist die Lebenswirklichkeit“, sagt Lindenau – ein Seitenhieb gegen Innensenator Ludger Hinsen, der die Terminvereinbarung zur Pflicht machen will.

Lindenaus parteilose Gegenkandidatin, Kultursenatorin Kathrin Weiher, reagiert gelassen. Sie mache jetzt noch keinen richtigen Wahlkampf. „Jetzt ist erst mal Landtagswahlkampf, dann Bundestagswahlkampf. Die Parteien sind noch gebunden“, sagt sie. „Ich werde von einem bunten Bündnis getragen. Die sind im Landtagswahlkampf zum Teil gegeneinander unterwegs. Herr Lindenau hat es da einfacher.“

Aber auch wenn Weiher noch keine konkreten Pläne für die Beschaffenheit ihres Wahlkampfs hat – so wie Lindenaus wird er jedenfalls nicht aussehen. „Ich werde kein Auto mieten oder fahren“, sagt sie.

„Es wird keine solche Großaktionen geben, für die die SPD bekannt ist. Das ist nicht unser Stil.“

Lindenau selbst wird in der Ape auf der Beifahrerseite sitzen. Er hat nämlich keinen Führerschein. Für den Wahlkampf will er noch ein weiteres Gefährt nutzen: ein feuerrotes Fahrrad.

Hanno Kabel

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