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Lübeck Das geht unter die Haut: Gründerpreis für Uni-Team
Lokales Lübeck Das geht unter die Haut: Gründerpreis für Uni-Team
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21:19 30.06.2014
Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Kieler Wirtschaftsministerium (l.), und Frank Schumacher (r.), Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse zu Lübeck, freuen sich mit dem Siegerteam, Prof. Jeanette Erdmann (2.v.l), Dr. Philip Seibler und Prof. Christine Klein. Quelle: Lutz Roeßler

Dreimal bereits ist er in den vergangenen sechs Jahren verliehen worden, der Gründerpreis der Universität. Aber noch nie im Audimax wie gestern. „Dieser Ortswechsel hat auch seine Bedeutung“, erklärte Sparkassenchef Frank Schumacher, „denn ab diesem Jahr überreichen wir nämlich den BioMedTec-Gründerpreis.“ Entsprechend konnten sich zum ersten Mal auch kreative Köpfe von der Fachhochschule um die mit 10 000 Euro dotierte Siegerprämie bewerben, die von dem Kreditinstitut gestiftet wird. Die Idee hinter dem Wettbewerb: Gute Ideen sollen aus dem Labor raus und junge Forscher dazu anregen, eine eigene Firma zu gründen. „Wir wollen schließlich auf dem gesamten Campus ein nachhaltiges Gründerklima etablieren“, betonte Uni-Vizepräsident Prof. Thorsten Buzug.

Dass es dann trotz der neuen Offenheit gegenüber der FH doch wieder ein Uni-Projekt geworden ist, liegt wohl an der verheißungsvollen Zukunftsperspektive des gekrönten Projektes. Es wurde von der Jury unter insgesamt zehn Bewerbungen ausgewählt. „Es trägt das Namenskürzel iPS-HL, was für ,Personalisierte induzierte pluripotente Stammzellen Lübeck‘ steht“, verkündete Laudator Prof. Georg Sczakiel, Direktor des Instituts für Molekulare Medizin. Und daran gearbeitet wird im Mulitfunktionscenter I in Sichtweite des Audimax‘. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus ganz Europa möchte das Team um Neurogenetikerin Prof. Christine Klein spezielle Zellen für den Einsatz bei Medikamententests entwickeln. Mit im Boot hat sie dabei noch Prof. Jeanette Erdmann, die mit ihrem Institut für Integrative und Experimentelle Genomik im selben Gebäude tätig ist.

„Für uns ist dieser Preis natürlich ein weiterer Ansporn“, freuten sich die beiden renommierten Wissenschaftlerinnen. Die Unternehmensgründung sei für Mitte 2016 geplant. „Wir brauchen noch ein bisschen Vorlauf, um zu einer Marktreife zu kommen. Die Technologie steht zwar im Labor auf wissenschaftlicher Basis, aber wir müssen sie noch automatisieren sowie die lizenz- und haftungsrechtlichen Dinge klären“, so Klein, Sektionsleiterin Klinische und Molekulare Neurogenetik an der Klinik für Neurologie. An ihrer Seite als Coach haben sie prominente Unterstützung, den Ex-Landeswirtschaftsminister Werner Marnette. Die Dienstleistung des Unternehmens sei dann interessant für jeden Menschen mit seltenen Erkrankungen, betonte Molekulargenetikerin Erdmann.

Die zukünftige iPS-HL-GmbH bedient sich an dieser Stelle einer im Jahr 2012 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichneten Technologie, die es ermöglicht, aus einer kleinen Hautstanze Hautzellen durch einen Reprogrammierungsschritt auf erwachsene Vielkönner-Stammzellen zurückzuführen. Diese können im weiteren Verlauf zu den krankheitsrelevanten Geweben entwickelt werden. Auf diese Weise kann dann das gesamte genetische Profil des Spenders auf ethisch unbedenkliche Art zu Funktionstests und Medikamentenentwicklung eingesetzt werden.

„Wenn man die iPS-Zellen aus Gewebeproben entsprechender Patienten erzeugt, lässt sich herausfinden, wie Erbkrankheiten einzelne Zellen verändern. Dies könnte auf die Spur von neuen Medikamenten führen, die man auch gleich an den iPS-Zellen austestet“, deuteten die Forscherinnen das Potenzial der Innovation an.

Premiere im Jahr 2008
Einen Preis für Lübecks findige Forscher hat die Sparkasse im Jahr 2007 geschaffen und den Uni-Gründerpreis ins Leben gerufen. Seit Mai 2008 werden alle zwei Jahre überzeugende Geschäftsideen ausgezeichnet, die auf dem Campus entwickelt wurden. Dotiert ist der Preis mit 10 000 Euro.
Der erste Preisträger war die Pro medTec GmbH (Miniroboter zur Erforschung von Parkinson). 2010 ging der erste Platz dann an die Firma OPMedT (Spezialkamera für Augen-OPS) und im Jahr 2012 an das Team von Fork Labs (Magnet-Partikel-Spektrometer für die diagnostische Bildgebung).

Michael Hollinde

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