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Lübeck Das geliebte Buch der Erinnerungen
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12:52 10.02.2018
Martina Böttger mit einem anderen Reisetagebuch und ihrem iPad, auf dem Fotos der Reise sind. Quelle: Foto: Lutz Roessler
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St. Gertrud

Sie ist nicht nur sportlich, sondern vor allem reiselustig: Martina Böttger hat zusammen mit ihrem Mann Arne Birkhahn die Zeit nach der Kindererziehung zum Reisen genutzt – per Fahrrad. 2015/16 nahm die Sport- und Englischlehrerin des Johanneums ein Sabbatjahr, radelte mit ihrem Mann sieben Monate durch Europa und Südostasien. Sieben Monate und fast 11000 Kilometer waren beide unterwegs.

„Wir haben das Reisen mit dem Fahrrad für uns entdeckt, denn das Coole daran ist, dass man überall anhalten kann“, sagt Böttger.

Ein Reisetagebuch gehört für sie unabdingbar dazu. „Ich schreibe viele Emotionen, Gedanken und manchmal auch Gedichte hinein, die mir beim Radfahren kommen“, erklärt sie die Bedeutung. Und: „Wenn es einem mal nicht so gut geht, schaut man ins Reisetagebuch und kann sich beim Anblick dessen, was man alles schon Schönes erlebt hat, wieder aufbauen.“

Außerdem braucht Martina Böttger ihr Reisetagebuch zum Vorbereiten von Vorträgen. Wie im November 2017, als sie zum Stiftungsfest des Johanneums in der Schulmensa vor rund 40 Leuten des Stiftungsvereins über ihre Reise berichtete. Leider ging sie kurz in einen anderen Raum, und als sie zurückkam, war der Rucksack mit Laptop, Bose Box und iPod weg. „Unter den Gästen war ein Mann, den keiner von uns kannte – aber niemand hat ihn angesprochen“, sagt sie und vermutet, dass dieser in einem unbeobachteten Moment den Rucksack nahm. „Ärgerlich, aber alles Sachen, die man ersetzen kann“, sagt die Lehrerin, die sich sehr darüber freute, dass die Zuhörer des Vortrags 300 Euro sammelten, um die Anschaffung eines neuen Laptops zu unterstützen. Selbstverständlich erstattete Martina Böttger auch Anzeige – aber nichts tat sich. „Dass mein Reisetagebuch auch in dem Rucksack gewesen sein muss, fiel mir erst jetzt auf, als ich es zur Vorbereitung eines anderen Vortrags rausholen wollte und es nicht am gewohnten Platz fand“, erzählt die Pädagogin. Nach Überlegungen, wann sie es zuletzt gesehen hatte, sei ihr dann der Gedanke gekommen, es an jenem Abend im November dabei gehabt zu haben. „Ich bin erst einmal zusammengebrochen und habe geweint“, sagt Böttger.

Derzeit versucht sie, anhand der Fotos den Europa-Part der Reise zu rekonstruieren – für einen Vortrag, den sie am 25. Februar bei der „Rad + Reise“ des Allgemeinen Deutsch Fahrrad Clubs (ADFC) in Hamburg halten soll. Das gehe irgendwie, aber das Reisetagebuch, das ihr eine Freundin vor der großen Reise geschenkt hatte, vermisse sie dennoch schmerzlich. Martina Böttger geht so weit, dass sie ihr Reisetagebuch „bei Feuer als Erstes aus dem Haus retten“ würde.

Vielleicht hat ja der Dieb oder ein ehrlicher Finder des kleinen, blauen Buches mit dem fliegenden Koffer ein Herz für das Anliegen von Martina Böttger. „Manchmal gibt’s ja Wunder“, sagt sie. Wer das Buch zurückgeben möchte, kann sich (gerne anonym) im LN-Pressehaus, Dr.-Julius-Leber-Straße 9-11, melden.

 Von Sabine Risch

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