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Lübeck Das große Schwitzen vor dem Rennen
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10:24 02.09.2016
Martin Lenz (45) sichtet die über 200 Paddel, mit denen sich die Firmen-Teams heute und morgen durchs Wasser kämpfen. 213 Meter liegen zwischen Start und Ziel – dem Riverboat und Cargo-Schiff. Quelle: Fotos: Maxwitat
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Lübeck

Am Klughafen wird gehämmert und geschleppt, gelächelt und gebrüllt. Rund um das 14. Drachenboot-Festival wächst seit Donnerstag das, was Veranstalter Jens Baschant (57) ein „temporäres Dorf“ nennt.

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Bis Sonntag steht der Klughafen im Zeichen des Drachenboot-Festivals – Seit gestern Mittag läuft der Aufbau.

Auf dem Cargo-Schiff befindet sich die Kommandozentrale, von der aus „Käpt’n Jens“ – wie Baschant auch genannt wird – den Aufbau delegiert. Geklappt hat schon mal die Lieferung von rund 100 Pokalen.

Die sind zwar nur aus Metall, erfahren mit Beginn der Wettläufe aber einen fulminanten Anstieg ihrer Wertigkeit. „Und zwar durch Blut, Schweiß und Tränen“, sagt Baschant augenzwinkernd.

Nicht funktioniert hat hingegen die Anlieferung von ungefähr 30 Getränkekisten; die sind am Nachmittag zwar angekommen, stehen auf der Wiese vor dem Cargo- Schiff, aber leider an der falschen Stelle.

Für Crew-Mitglied Martin Lenz (43) bedeutet das Schweißarbeit. Während er mit der Sackkarre Ladung um Ladung an Deck schiebt, sind die Männer der Firma Nexus Eventtechnik mit dem Bühnenaufbau beschäftigt. „Eine richtige Bühne haben wir zum ersten Mal“, sagt Käpt’n Jens. Bereits heute wird sie beim „Rock am Kanal“ ab 17 Uhr live bespielt.

Um das zu gewährleisten, müssen die Männer um Lagermeister Sascha Ziemann (32) gestern Nachmittag aber noch einiges leisten. Fünf Mal sechs Meter misst die Rundbogenbühne, die mit Hilfe zweier Lifte hochgefahren und anschließend mit zwei Traversen gestützt wird. 4,99 Meter ist das Konstrukt hoch – und zwar aus gutem Grund. „Ab fünf Metern müsste noch eine offizielle Abnahme erfolgen“, erklärt Ziemann grinsend.

Sein Lachen ist nur von kurzer Dauer. Gegen 15 Uhr legt der Lagermeister skeptisch den Kopf in den Nacken: Graue Wolken ziehen auf – und Mischpult und Boxen liegen schutzlos unter freiem Himmel.

Während Ziemann online das Wetter checkt, fallen schon die ersten Tropfen. „Da muss ich durch“, sagt er achselzuckend und beginnt, die Technik abzudecken. Nach dem Bühnenaufbau kümmern sich die Männer um Lichterketten und Party-Beleuchtung.

Überhaupt spielt Licht im Dunkeln beim diesjährigen Festival eine große Rolle. „Wir veranstalten erstmals einen Nachtlauf“, berichtet Baschant. 29 der insgesamt 30 angemeldeten Boote werden ab heute Nachmittag daran teilnehmen. Knicklichter und phosphoreszierende Schminke in den Gesichtern der Paddler sollen die Drachenboote zwischen Start- und Zielbereich zum Leuchten bringen. Los geht es gegen 21 Uhr, wenn das Tageslicht komplett gewichen ist.

Bis es soweit ist, wird weiter delegiert und gehämmert. Die meisten Bauten des „temporären Dorfs“ entstehen erst heute Mittag mit den Ständen der teilnehmenden Firmen. „Da geht’s dann richtig los“, weiß Baschant. „Der eine will nicht an dieser Stelle stehen, der andere braucht mehr Fläche als angemeldet und so weiter,“ sagt der Käpt’n des Drachenboot-Festivals. Um das Dorf rechtzeitig aufzubauen, braucht er demnach nicht nur Kapitäns-Kompetenzen – sondern besser auch die eines guten Bürgermeisters.

Das Programm

Freitag: Livemusik „Rock am Kanal“ ab 17 Uhr. Das Nachtrennen findet gegen 21 Uhr statt. Um 22 Uhr gibt es ein Feuerwerk.

Sonnabend: Insgesamt 60 Boote starten ab 10 Uhr beim Rennen zwischen Riverboat und Cargo-Schiff. Etwa um 13 Uhr findet das Badeinselrennen statt (noch Zweierteams gesucht, Anmeldung unter bootsmann@cargo- schiff.de). Ab 18 Uhr gibt’s wieder Livemusik, Aftershowparty ab 19 Uhr.

 Luisa Jacobsen

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