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Lübeck Das neue Gesicht des Priwalls
Lokales Lübeck Das neue Gesicht des Priwalls
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20:35 13.05.2016
So sollen die Häuser der Ferienanlage Waterfront auf dem Priwall aussehen. Quelle: Olaf Malzahn
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Travemünde

So sieht das Waterfront-Projekt aus: Variationen von Stelzenhäusern werden der besondere Hingucker der neuen Ferienanlage auf dem Priwall. Sie werden mit gefaltetem Kupferblech verkleidet und erhalten so einen rauen Hafencharme. Das ist das Ergebnis des Architektur-Wettbewerbs für die Sonderbauten. Direkt an der Wasserkante des Passathafens werden sie errichtet. Entworfen haben sie der Lübecker Architekt Ingo Siegmund und sein Hamburger Kollege Georg Konermann. Ihr Büro hat beide Wettbewerbe für diese vier Häuser gewonnen.

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Klicken Sie sich hier durch eine Galerie der Waterfront-Entwürfe.

„Die Gebäude fügen sich sehr subtil und selbstverständlich ein – und sind dennoch eigenständig“, begründet Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) die Entscheidung der Jury. Sie votierte eindeutig mit sechs zu eins Stimmen für diese Architektur. Beim ersten Wettbewerb im Januar fiel die Entscheidung noch äußerst knapp aus – mit vier zu drei. Da ging es um den ersten Sonderbau, der in Richtung Südermole platziert ist. Ein Haus auf Stelzen. Auch diesen Wettbewerb gewannen Konermann/Siegmund.

Die knifflige Aufgabe: Die vier Gebäude sind an der Wasserkante platziert, dahinter verläuft die Promenade, die wiederum von Villen gesäumt wird. Die vier prominent platzierten Häuser sollen diese Promenadenvillen nicht verdecken – also eine zurückhaltende Form haben. Gleichzeitig aber sollen die Sonderbauten architektonische Höhepunkte des Waterfront-Projekts sein. „Sie sind das Gesicht“, erläutert Siegmund. Die Villen dahinter hingegen sind Kulisse – und in Weiß und Naturfarben gehalten.

Das Besondere für Siegmund: „Wir schaffen einen Ort völlig neu.“ Anders als in der Lübecker Altstadt, in die sich bestehende Gebäude in das historische Bild einfügen müssen, gibt es auf dem Priwall keine Bebauung am Passathafen. „Damit sind die vier Gebäude das Wesentliche und erschaffen das neue Bild des Priwalls “, erklärt Siegmund. Investor Sven Hollesen stimmt zu: „Auch wenn der Entwurf zunächst etwas verrückt aussieht – es ist im Gesamten etwas Gutes daraus geworden.“

Der Neubau in Richtung Südermole wurde bereits im ersten Wettbewerb im Januar gekürt. Das Gebäude ist 15,50 Meter hoch, gemessen ab der Promenade. Es steht komplett auf Stelzen, sechs Meter ragen diese empor. Kombiniert ist der Neubau mit einem Glaspavillon, in dem ein Café angesiedelt wird. In den drei darüberliegenden Stockwerken sind Ferienwohnungen untergebracht.

Neubau Nummer zwei ist die Mikro-Brauerei. Sie ist nur acht Meter hoch. Das Gebäude erstreckt sich bis zum neuen Steg, der entlang der Wasserkante unterhalb der Promenade verläuft. Damit können Gäste sowohl in Höhe des Steges wie auch in Höhe der Promenade ein Getränk genießen. Die Neubauten drei und vier ähneln einander. Die Besonderheit: Während Erdgeschoss und erste Etage übereinander liegen, sind Etage drei bis fünf zur Seite gerückt – wie eine Zigarrenkiste, deren Deckel man aufschiebt. Dieser Teil steht auf Stelzen. Beide Neubauten sind von der Promenade aus gemessen 15,50 Meter hoch und beherbergen im Erdgeschoss Läden und Restaurants zur Promenadenseite. Zur Wasserseite liegt jeweils eine barrierefreie Wohnung. In den vier Stockwerken darüber sind weitere Ferienapartments.

Begonnen werden die Bauarbeiten von den beiden äußeren Seiten des Hafens. Baustart für den Neubau eins ist in diesem Sommer, dann folgt Neubau vier im Herbst. 2017 sollen beide fertig werden. Die Mikro-Brauerei und der Neubau drei werden 2017 angefangen und 2018 fertig. Denn Ende 2018 soll auch das Gesamtprojekt Waterfront abgeschlossen sein. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 128 Millionen Euro. Insgesamt entstehen 454 Ferienwohnungen. Davon sind 18 in den Sonderbauten untergebracht. In den 18 Promenadenvillen werden 138 Apartments untergebracht. Dort wird auch ein Tagungszentrum mit 78 Apartments errichtet. Dahinter liegen 32 Dünenvillen, die insgesamt 220 Ferienwohnungen beherbergen.

Hollesens Finanzierungsmodell: Privatleute kaufen die Ferienapartments, können dort Urlaub machen – aber die Wohnungen werden von Novasol und Landal vermarktet. Sie kosten zwischen 180000 und 1,2 Millionen Euro – je nach Größe und Lage. Die Apartments messen zwischen 30 und 180 Quadratmeter. Verkauft sind bereits 102 Ferienwohnungen.
für die vier prominenten Gebäude direkt am Passathafen können Interessierte sich ab heute bis Montag, 16. Mai, ansehen. Sie sind ausgestellt in der Halle 2, Am Priwallhafen 10, jeweils von 13 bis 17 Uhr. Zu sehen sind neben dem Siegerentwurf auch die Arbeiten der anderen sechs Architekturbüros, die teilweise auch Preise erhalten haben.

Zum Anschauen

Die Entwürfe für die vier prominenten Gebäude direkt am Passathafen können Interessierte sich ab heute bis Montag, 16. Mai, ansehen. Sie sind ausgestellt in der Halle 2, Am Priwallhafen 10, jeweils von 13 bis 17 Uhr. Zu sehen sind neben dem Siegerentwurf auch die Arbeiten der anderen sechs Architekturbüros, die teilweise auch Preise erhalten haben.

 Josephine von Zastrow

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