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Lübeck Das perfekte Piratenkostüm
Lokales Lübeck Das perfekte Piratenkostüm
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20:27 19.05.2016
Maskenbildnerin Christiane Dietz näht den Mund an den Kopf für das Kostüm eines der Marzipanpiraten. Eine Maske hat sie schon fertig. Mit Airbrush wurden darauf sogar schon die Schattierungen aufgemalt. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
Innenstadt

Konzentriert tupft Constanze Schuster mit einem kleinen Pinsel Textilfarbe auf eine grüne Sweatshirtjacke. Goldene Knöpfe, verschnörkelte Verzierungen und andere Details sind schon aufgemalt, jetzt folgt die Feinarbeit – die Schattierung. In der Schusterei des Theaters Lübeck werkelt die Kostümgestalterin an der Kleidung für das neue Stück. Am 9. Juni wird „Die Marzipanpiraten – Im Namen der Hanse“, nach dem gleichnamigen Taschenbuch und Hörspiel, im Großen Haus uraufgeführt. Die Vorbereitungen im Theater laufen auf Hochtouren.

Im Theater laufen Vorbereitungen für „Die Marzipanpiraten – Im Namen der Hanse“ – Kostprobe morgen.

„Wir statten die Schauspieler auf ganz neue Art aus“, sagt Constanze Schuster, während sie in der Farbe rührt. Die Kostüme werden bei diesem Stück nicht aus dem Fundus zusammengestellt, wie sonst üblich. Die Kostümgestalterin hat Sportswear genommen – Sweatshirts und Hoodies. Diese werden in mühevoller Handarbeit bemalt. Knöpfe, Besätze, Nähte, Halstücher, Hemden – alle Elemente sehen täuschend echt aus. „Auch das Kettenhemd einer Figur ist gemalt“, sagt die Kostümgestalterin, die 30 Jahre Arbeitserfahrung an großen Theatern hat. Es war ihre Idee, die Figuren in dieser Form zu gestalten. „Ich will, dass die Zuschauer begeistert sind, sagen: ,So was will ich auch!’ und auch selber kreativ werden“, sagt Schuster. „Mein Anspruch ist, dass die Zuschauer auch aus der Nähe nicht sehen, dass alles gemalt ist.“

44 Darsteller spielen in dem Stück mit, es gibt 54 Rollen. In einem Arbeitsbuch hat Schuster jede einzelne Figur vorher aufgemalt. Die Vorarbeiten dauerten Monate. In Absprache mit Sabine Rietman, der Leiterin der Kostümabteilung des Theaters, wurde dann das Budget festgelegt. „Seit drei Wochen malen wir nun – ich und drei Mitarbeiter“, sagt Schuster. Vier bis sechs Stunden braucht sie für ein Kleidungsstück. 108 Teile tragen die Schauspieler in dem Stück.

Zwischendurch spricht Schuster sich immer wieder mit anderen Abteilungen ab. Einige Etagen höher wird gerade an den Masken für die Marzipanmänner gearbeitet. „Aus Filterschaumplatten werden die zugeschnitten“, sagt Schuster, die den Kollegen einen Besuch abstattet. „Das Material wird eigentlich in der Schiffsindustrie genutzt, aber das ist atmungsaktiv, man kann es waschen und so.“

Maskenbildnerin Christiane Dietz näht den Mund an den wulstigen Kopf und erklärt: „Wir haben alle gleich ausgeschnitten, damit sie identisch aussehen.“

Schnell geht es weiter – ins oberste Stockwerk. Da findet schon eine Kostümprobe statt. Gewandmeister Julian Meins rutscht auf den Knien um Julius herum. Der Elfjährige spielt die Rolle des Benjamin in dem Stück. Noch sind seine Ärmel und die Hosenbeine zu lang, auch am Kragen muss Stoff entfernt werden. Mit Steck- und Sicherheitsnadeln legt Meins die Maße fest.

Seine Kollegin Maren Jöns dokumentiert auf einem Protokollzettel alles, was geändert werden muss. „Ich finde das Hosenbein etwas kürzer schöner“, sagt Julius und nestelt an der Stoffhose. „Naja, das geht auch“, sagt Julian Meins. „Aber das muss letztendlich Frau Schuster entscheiden.“ Die kommt gerade durch die Tür. „Können wir den Aufschlag so machen?“, fragt Meins. Die Kostümgestalterin gibt grünes Licht.

„Ich bin Perfektionistin“, sagt sie lachend. „Das lernt man in der Ausbildung. Ich bin nie zufrieden. Man muss eben Kompromisse machen.“ Dann muss sie sich wieder sputen: In der Schusterei warten noch einige Kostüme, die bemalt werden müssen, denn am 1. Juni ist die große Kostümhauptprobe.

Aufführungen

Das Musical feiert am 9. Juni um 18 Uhr im Theater Lübeck Premiere. Das Stück ist für Besucher ab sieben Jahre geeignet. Eine Kostprobe des Stückes gibt es morgen um 10 Uhr im Großen Haus. Der Eintritt ist frei.

In dem Stück wird eine wohlhabende Hansestadt von Piraten angegriffen. Die Bürger leisten tapfer Widerstand, aber die Vorräte gehen zur Neige. Doch in Gestalt der „Marzipanpiraten“

scheint Rettung in Sicht.

Kim Meyer

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