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Lübeck Dauer-Ärger um Parkplätze an der Uniklinik
Lokales Lübeck Dauer-Ärger um Parkplätze an der Uniklinik
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09:44 12.01.2018
Bernhard Simon (CDU) spricht über den aktuellen Stand der BewohnerParkregelung. Quelle: Foto: Boerger
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St. Jürgen

Das Interesse ist an diesem Abend immens. Die Sitzplätze in der erbsengrün gestrichenen Caféteria sind schnell belegt. Eilig werden zusätzlich Stühle und Bänke herbeigetragen. Der allgemeine Tenor:

Die Parksituation nervt! Und der Frust sitzt tief bei den Anwesenden. Keine freien Parkplätze. Suchverkehr die ganze Nacht. Abgefahrene Seitenspiegel, abgeknickte Schilder und Pfeiler. Ein weiterer Punkt, der sie eint: Es herrscht ein Sicherheitsproblem. Denn nicht nur Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr hätten Schwierigkeiten, die Straßen der Gegend zu passieren. Zusätzlich würden viele der Autos aufgrund enger Straßen einfach über den Fußweg fahren, was gerade angesichts der vielen Kinder im Viertel extrem problematisch sei.

Kerstin Schmidt ist seit vielen Jahren Anwohnerin. „Ab halb sieben parken sie uns die Plätze dicht. Sogar vor den Eingängen stehen sie manchmal“, beschwert sie sich. Zwar könne sie die Situation der Mitarbeiter nachvollziehen, aber trotzdem müsse es bald eine Lösung geben.

„Wichtig ist, dass die Anlieger in diesem Prozess der Lösungsfindung einbezogen werden“, sagt Detlev Stolzenberg, der die Runde moderiert. Er ist ehemaliger Bürgermeisterkandidat, Stadtplaner und Teil der St.-Jürgen-Runde. „Ich habe mir erhofft, dass die Leute die Situation vor Ort schildern. Die Anwohner sind die Betroffenen und können daher die Lage am besten beurteilen.“ Auf der Suche nach Lösungsvorschlägen wirft er die zentrale Frage in den Raum: „Würde eine Anwohnerparkzone die Situation verbessern?“ Zustimmung durch die Anwesenden.

Es gebe hingegen weitere Lösungsvorschläge, so Prof. Enno Hartmann, Vizepräsident Lehre der Universität zu Lübeck, der sich verständnisvoll den Anliegen der Anwesenden widmet. Ihm zur Folge müsse der öffentliche Nahverkehr attraktiver gemacht werden. „Die Frequenz der Busse ist besonders in den späteren Stunden nicht ausreichend.“ Zusätzlich wäre eine Kennzeichnung der Kurvenbereiche sinnvoll, damit dort niemand parke.

Der Hintergrund des Ärgernisses: Infolge der Umbaumaßnahmen auf dem UKSH-Gelände wurde das Parken auf dem Gelände neu geordnet. Studenten der Universität, Mitarbeiter des UKSH sowie Krankenhausbesucher weichen mit ihren Autos in die umliegenden Wohngebiete aus. Grund dafür sind fehlende Parkplätze, zu hohe Kosten, zu weite Wege.

„Unsere Veranstaltung ist ein wichtiges Signal in Richtung Standort und auch in Richtung Stadtverwaltung. Wir haben gute Argumente sammeln können, um mit der Stadtverwaltung das Gespräch zu suchen“, sagt Stolzenberg. Im März werde es ein weiteres Gespräch mit Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos) geben, das genutzt werde, um die Dringlichkeit deutlich zu machen.

 fbo

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