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Lübeck Dauerbaustelle Untertrave: Im Sommer soll alles fertig sein
Lokales Lübeck Dauerbaustelle Untertrave: Im Sommer soll alles fertig sein
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00:00 23.10.2012
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Lübeck

Mehr als ein Jahr arbeiten sich die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) inzwischen an der Untertrave durch den Boden. Im Juni 2011 haben sie angefangen, weit bis ins erste Halbjahr 2013 soll es noch dauern. „Ein Stück weit hängt das auch vom Winter ab“, sagt Stefan Bröcker, EBL-Sachgebietsleiter Baudurchführung. Bleibt das Wetter mild, kann durchgearbeitet werden. Gibt es strengen Frost, kommen die Arbeiter nicht ins gefrorene Erdreich.

Derzeit ist die große Wanderbaustelle zwischen Fisch- und Alfstraße angekommen. Die Arbeiter verlegen Versorgungsleitungen für die Haushalte. Bröcker: „Das ist jetzt Tagesgeschäft.“ Damit spielt der 51-Jährige auf die Probleme auf der anderen Straßenseite an. Hier hatten die EBL 2011 begonnen. Spundwände wollten sie einbringen, um die Kanalisation gegen das Travewasser abzudichten. Doch historische Überbleibsel im Boden verzögerten die Arbeiten – überall trafen sie auf Holz- und Gesteinsreste der alten Uferbefestigungen.

Während die EBL bisher zufrieden sind mit dem Baufortschritt, reagieren die Anwohner genervt. „Wenn das vorbei ist, mache ich drei Kreuze“, sagt Maria Helena Wilberg vom Einrichtungsgeschäft Mobiliar Licht + Raum. Ständig müsse der Baustellendreck nach draußen gekehrt werden, die Parkplatzsituation sei durch die Maßnahme angespannt. „Viele Kunden lassen sich die Ware lieber liefern“, so Wilberg. Vor allem, als die Spundwände lautstark in die Erde gebracht wurden, konnte man nicht einmal in Ruhe Kundengespräche führen.

Ähnliches Leid beim Marzipanland: „Wir durften im Sommer gar keine Sitzgelegenheiten draußen aufstellen“, sagt Heidemarie Leu. Ebenso gab es keine Genehmigung zum Be- und Entladen vor dem Geschäft. „Sofort gab es ein Ticket von den Politessen.“ Stattdessen sollte in den engen Rippenstraßen geparkt werden. Inhaber Burkhard Leu scherzt in Bezug auf den Dreck, dass das Marzipanland täglich Sandkuchen backe, und fügt ernst an: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass alles so lange dauert.“

Die EBL erneuern das Rohrsystem an der Untertrave grundlegend, daher auch die lange Bauzeit. „Selbst eine Vollsperrung der Untertrave würde die Bauzeit nicht grundlegend reduzieren“, betont EBL-Sprecherin Cornelia Tews. Bislang wurden Regen und Abwasser gemeinsam abgeführt. In Zukunft fließt beides in getrennte Systeme. „Damit wollen wir das Klärwerk entlasten“, sagt Stefan Bröcker. „Künftig kommt dort nur noch das an, was auch gereinigt werden muss.“ Hinzu kommt, dass die bestehenden Regenwasserausläufe der Meng-, Alf- und Fischstraße zu klein und in einem schlechten Zustand sind.

Um vernünftig arbeiten zu können, haben die Bauarbeiter den Straßenverlauf mehrmals verschwenkt. Zuerst waren die beiden Fahrbahnen samt Parkstreifen an der Trave gesperrt, jetzt ist es die Strecke Richtung Beckergrube. Zwischen Januar und März dieses Jahres wurde die Untertrave zwischen Holstenstraße und Beckergrube zur Einbahnstraße.

Regina Strunskus und Bruno Neelsen haben die Baustelle derzeit genau vor ihrem Geschäft. Beide sind bei Autokennzeichen Neelsen angestellt. „Teilweise muss ich Kunden zurückrufen, weil wir uns wegen der Lautstärke nicht verstehen können“, sagt die 48-Jährige. Außerdem sei der Baustellenmatsch gerade im Herbst lästig. Den Arbeitern machen die beiden keinen Vorwurf. Neelsen: „Sie sind wirklich nett und bemühen sich.“

Größeren Unmut über die Baustelle habe es von Beginn an nicht gegeben, sagt EBL-Sprecherin Tews. Stefan Bröcker berichtet vereinzelt von Rissen in Mauerwerken – darunter auch das Haus von Neelsen. Die Baustelle schließt er aber als Ursache aus. Als Beleg führt Bröcker den Erschütterungsmesser in einem denkmalgeschützten Haus an. Er habe bisher nur zweimal Alarm geschlagen: Beim ersten Signal hatten die Bauarbeiter aber gerade Mittagspause, im zweiten Fall habe man per Hand Steinsetzarbeiten durchgeführt. Bröcker: „Alles in allem ist es eine ziemlich ruhige Baustelle.“

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