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Lübeck Dem Stülper Huk auf den Grund gegangen
Lokales Lübeck Dem Stülper Huk auf den Grund gegangen
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20:32 24.02.2017
Die Studenten Ann-Katrin Walther (v. l.) und Jakob Hellmann sowie Manfred Schneider und Christoph Rinne mit der Umgebungsskizze. Quelle: Foto: Str
Kücknitz

Gebannt starren die vier Wissenschaftler auf die technischen Zeichnungen des umliegenden Gebietes. Mit der strahlenden Sonne im Rücken und den Ausläufen der Trave vor sich lassen sie ihre Blicke vom Hirtenberg aus umherschweifen.

Die Abteilung Archäologie der Hansestadt hat mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel eine flächendeckende, naturwissenschaftliche Prospektion (Erkundung) vereinbart, die die zerstörungsfreie Erkundung der Bodenstrukturen auf dem Hirtenberg am Stülper Huk zum Ziel hat. Dr. Manfred Schneider, Mitarbeiter der Abteilung Archäologie und Denkmalpflege Lübeck, erklärt voller Zuversicht: „Diese faszinierende Lage der Halbinsel. Man riecht und sieht, dass hier etwas ist.“ Der Hirtenberg ist eine markante, 16 Meter hohe Halbinsel am Dummersdorfer Ufer im Unterlauf der Trave, seine ehemals weit in den Fluss reichende Spitze heißt Stülper Huk. Das gesamte Gebiet steht seit mehreren Jahren unter Denkmalschutz und befindet sich im Naturschutzgebiet.

Im 19. Jahrhundert wurden vom Hofmeister Lübecks bereits erste Bohrungen vorgenommen. „Die Unterlagen sind aber wahrscheinlich beim Angriff auf die Stadt 1942 verloren gegangen“, sagt Schneider.

In den 80er-Jahren bei extremem Niedrigwasser wurden über 500 Holzpfosten entdeckt und mit damaligen Messmethoden auf die Jahre 140 bis 180 nach Christus datiert. Bei den derzeitigen Untersuchungen mit dem Gradiometer, einem magnetischen Messgerät, das Metall und Keramik im Boden aufspüren kann, und Forschungstauchern, die organisches Material im Bereich der Pfosten gefunden haben, setzten die Wissenschaftler ihre Suche fort. „Wir haben vereinzelt Rückstände gefunden, die aber nicht auf das Vorhandensein einer Burg schließen lassen“, sagt Dr. Christoph Rinne, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Kiel.

Der 1930 auf dem Hirtenberg errichtete Gedenkstein mit der Aufschrift „Hier stand Alt-Travemünde“ soll an die 1181 errichtete Burg an der Trave erinnern. Beweiskräftige archäologische Aussagen hierfür fehlen allerdings bis heute. str

LN

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