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Lübeck 600 demonstrierten gegen Krieg
Lokales Lübeck 600 demonstrierten gegen Krieg
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21:34 22.03.2018
Die Demonstrationsteilnehmer bewegen sich vom Lindenplatz in Richtung Holstentorplatz.  Quelle: Holger Kröger
Lübeck

„Wir möchten, dass die Leute verstehen, dass dies ein ungerechtfertigter Krieg ist“, sagt Demo-Initiator Berxwedan Ciya (Name von der Redaktion geändert). Deshalb habe man diese Aktion in der Hansestadt angemeldet, wo nach seiner Auskunft rund 3500 Kurden leben. „Stoppt den türkischen Terror gegen Afrin“ steht auf Transparenten. Ein unter der Überschrift „Kurdistan“ mit blut befleckter türkischer Ministerpräsident Erdogan ist ebenfalls auf Bannern zu sehen. Zahlreiche Fahnen in kurdischen Farben werden geschwenkt. Aus Lautsprechern schallt traditionelle Musik. Auch der Schriftzug „Freiheit für Öcalan“ wird unmissverständlich hoch gehalten.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von der Demonstration zu sehen. 

Zum Hintergrund: Die Türkei hat mit Luftschlägen eine Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen. Die „Operation Olivenzweig“ zielt auf die mit den USA verbündete Kurden-Miliz YPG, die Ankara als PKK-Ableger und Terrororganisation einstuft.

Als sich die Menschengruppe gegen 13.30 Uhr von der Konrad- Adenauer-Straße aus in Bewegung setzt, haben sich rund 600 Demonstranten formiert. Geschützt wird der Zug durch zirka 150 Polizisten. „Dafür sind wir sehr dankbar, weil es vor zwei Jahren bei einer ähnlichen Aktion zu massiven Provokationen seitens türkischer Mitbürger gekommen ist“, heißt es von einer Teilnehmerin. Die Demonstrationsstrecke führt in Richtung Holstentor und Innenstadt.

Am Kohlmarkt und am Koberg werden kurze Zwischenkundgebungen abgehalten. Verkehrsbehinderungen sind die Folge. Unter den Demonstranten sind auch einige deutsche Aktivisten zu finden. Wie zum Beispiel Bernd Meinberg von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN). „Deutschland ist durch seine Awacs-Luftaufklärer am Krieg in Syrien beteiligt und liefert der Türkei wichtige Daten, die bei den Angriffen gegen die Kurden genutzt werden“, kommentiert er. Deshalb wolle man durch diese Präsenz Solidarität mit den Opfern und den Unterdrückten ausdrücken.

Danach bewegen sich die Teilnehmer über die Beckergrube, die Straße An der Untertrave und den Holstentorplatz wieder zurück zur Konrad-Adenauer-Straße. Die Bilanz der Polizei fällt danach positiv aus. Alles sei weitgehend ruhig und friedlich verlaufen, so Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. „Lediglich vier Platzverweise sind ausgesprochen worden. Und mitgebrachte Holzlatten einzelner Versammlungsteilnehmer konnten sichergestellt werden“, so Gerlach. Niemand ist verletzt worden.

Von Michael Hollinde

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