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Lübeck Den Infarktgenen auf der Spur
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21:14 12.01.2018
Die Uni-Professorinnen Jeanette Erdmann (l.) und Inke König begrüßten gestern die Kolleginnen und Kollegen zum Wissensaustauch. Quelle: Foto: Hollinde

Sie bezeichneten es als eine Art Familientreffen, die rund 130 Wissenschaftler aus Europa und den USA, die zu einer Tagung im Europäischen Hansemuseum zusammenkamen. „Schließlich arbeiten wir seit vielen, vielen Jahren eng und erfolgreich zusammen“, sagte Uni-Professorin Jeanette Erdmann, die zusammen mit ihrer Campus-Kollegin Professorin Inke König eingeladen hatte. So entdeckten die Forscher vor einem Jahrzehnt erstmals sogenannte Herzinfarkt-Gen-Orte. Damit begann der sogenannte Goldrausch der genomischen Forschung.

Die Suche nach Genen, die das Risiko der koronaren Herzerkrankung beeinflussen, war bis dahin über Jahrzehnte hinweg fruchtlos geblieben. „Dann identifizierten erstmalig vier sogenannte Assoziationsstudien genetische Varianten auf Chromosom 9p21.3, die stark mit dem Risiko für Herzleiden verknüpft sind“, so Erdmann, die zu den Gen-Pionieren gehört. Inzwischen konnten insgesamt 164 Genorte aufgespürt werden, die quasi über alle Chromosomen beim Menschen verteilt seien.

Atherosklerose und die daraus resultierenden Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit und der Herzinfarkt gehören zu den häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Atherosklerose gilt als komplexes, fortschreitendes Leiden, das durch Fettablagerungen und Entzündungen in den Herzkranzarterien gekennzeichnet ist. Erbfaktoren spielen eine wichtige Rolle, wie sich aus der Häufung der Erkrankung in Risiko-Familien und Zwillingsstudien ergibt.

„Menschen mit einem hohen erblichen Risiko sollten aber angesichts der Ergebnisse nicht fatalistisch werden“, betonte Erdmann, Direktorin des Lübecker Uni-Instituts für Integrative und Experimentelle Genomik, „denn Untersuchungen zeigen ebenfalls, dass diese Patienten durch eine gesunde Lebensführung, mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung, aktiv dazu beitragen können, ihr Risiko zu halbieren.“

Und König, stellvertretende Direktorin des Lübecker Uni-Instituts für Medizinische Biometrie und Statistik, erklärte: „Das Auseinanderdividieren von Gen- und Umwelteinfluss ergibt keinen Sinn. Es ist immer das Zusammenwirken sehr vieler Faktoren auf die Gesundheit eines Menschen. Es ist nie eine einzelne Ursache alleine.“ In der Forschung ginge es jetzt darum, herauszubekommen, wie sich eine solche Genveränderung auf die Abläufe im Organismus auswirke und wie entsprechend Medikamente so einen negativen Einfluss unterbinden könnten.

Von Michael Hollinde

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