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Lübeck Denkmalschutz fördert Sanierung von Speicher
Lokales Lübeck Denkmalschutz fördert Sanierung von Speicher
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21:10 29.06.2018
Die Fassade des aus dem Mittelalter stammenden Speicher-Wohnhauses ist hinter einem Gerüst verborgen. Die Verformung geht auf Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert zurück. Damals wurden wichtige Maueranker entfernt. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

An der Gesamtsanierung des Speicher-Wohnhauses hat sich die DSD bereits im vergangenen Jahr mit 40000 Euro beteiligt. Jetzt gibt es weitere Hilfe für Zimmermanns- und Rohbauarbeiten. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte Dr. Raimund Becker-Ritterspach vom Ortskuratorium Lübeck der DSD an Lisa von Stetten und Constantin von der Lühe.

Freude bei Lisa von Stetten und Constantin von der Lühe: Die Eigentümer des Speicher- Wohnhauses in der Schwönekenquerstraße 22 erhalten jetzt Unterstützung bei der Sanierung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt 20000 Euro für den Erhalt des Gebäudes zur Verfügung.

Die Schwönekenquerstraße in der nordwestlichen Altstadt ist Weltkulturerbe. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts wird die Verbindung von Fischer- und Engelsgrube nach der Betreiberin der in der Hausnummer 14 ansässigen Badestube Sweneke als Swenekendwerstrate bezeichnet. Die schmale Straße prägt bis auf wenige Ausnahmen eine geschlossen erhaltene historische Bebauung. Viele Gebäude sind deutlich älter als ihre meist im 18. und 19. Jahrhundert umgestalteten Fassaden vermuten lassen.

Das Haus Nummer 22 ist ein seltener Typ des kleinen mittelalterlichen Speichers mit geringen Deckenhöhen und originalen Balkenlagen und Dachstuhl. Der später zum Wohnhaus umfunktionierte Speicher gehörte zu den mittelalterlichen Brauhäusern in der Fischergrube. Die mittelalterlichen Ausfachungen sind gut erhalten. Der Holzeinschlag datiert nachweislich auf 1472. Auch die Brandwände und Fragmente der Straßenfassade sind spätmittelalterlich und stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Als man das Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert nach langer Speichernutzung zu Wohnzwecken umbaute, griff man stark in die Statik des Bauwerks ein. Es wurde ein Zugang in die oberen Geschosse über eine neue Treppe an der hofseitigen Außenwand erschlossen, wozu man die Anbindungen der Hoffassade an die Deckenbalkenlagen durch Maueranker entfernte. In der Folge verformte sich die Hoffassade, zumal der Baugrund auf der südlichen Schwönekenquerstraße ohnehin schlecht ist.

Die Instandsetzung des bauhistorisch wertvollen, teils einsturzgefährdeten Gebäudes dient auch der zeitgemäßen Wohnnutzung unter Berücksichtigung der gewachsenen Binnenstruktur. Der ehemalige Speicher gehört zu den über 190 Denkmalen, die die Denkmalschutzstiftung dank ihrer Spender und der Mittel der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Schleswig-Holstein erhalten helfen konnte.

LN

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