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Lübeck Der Chor, der die Kirche wechselte
Lokales Lübeck Der Chor, der die Kirche wechselte
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20:16 08.03.2016
Chorprobe in St. Thomas mit Kantorin Iris Wolff und Gisela Hoffmann am Klavier. Dem Kirchenchor gehören Sänger aller Altersstufen an. Viele Kinder und Jugendliche beteiligen sich begeistert an der Kirchenmusik. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Es war ein Ereignis, das im Sommer 2008 im Kirchenkreis Lübeck Aufsehen erregte. Nach heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde wechselte der komplette Chor von St. Martin im Stadtteil St. Jürgen nach zwölf Jahren zur Thomasgemeinde auf Marli. Und der Förderkreis Kirchenmusik folgte auf dem Fuß. Es war ein Neuanfang nach drohendem Ende.

„Der Chor ist einen schwierigen Weg sehr erfolgreich gegangen.“Klaus Rittershofer, Förderkreis

Jetzt feiern Förderverein und Chor ihren 20. Geburtstag.

Die St.-Thomas-Gemeinde ist begeistert von ihrem Chor, der ihr 2008 quasi vor die Füße fiel; wäre nicht ein Streit Ursache dieser Fügung gewesen, man könnte sagen — aus heiterem Himmel. Die im vergangenen Jahr verstorbene Pastorin der Thomasgemeinde, Gabriela Jacke, sprach damals von einem „Himmelsgeschenk“, denn „Gottesdienst und Musik sind zwei Arten der Verkündung, die nicht zu trennen sind“.

Die Frühlingssonne scheint in die Thomaskirche. Kantorin Iris Wolff, ausgebildete Opernsängerin und von Anbeginn an die Leiterin des Chores, probt mit ihren Sängerinnen und Sängern. Der Chor steht im Altarraum der Kirche — es sind Menschen im Alter von zwei bis 80 Jahren; und die ganz jungen singen so richtig noch nicht mit. Sie hören den Klang — um bald zu singen. Iris Wolff führt ein strenges Regiment. Ton und Einsätze müssen sitzen. Zu einem kleinen Jungen sagt sie mit liebevollem Durchsetzungsvermögen: „Nimm den Daumen aus dem Mund, dann kann man besser singen.“ Fasziniert beobachtet Klaus Rittershofer, Vorsitzender des Förderkreises Kirchenmusik, die Chorprobe. Fast andächtig sagt er: „Das ist eine schöne Gemeinschaft.“ Der Chor sei einen „schwierigen Weg sehr erfolgreich gegangen“.

115 Menschen musizieren in der Thomasgemeinde. 48 Mitglieder hat der St.-Thomas-Chor, 32 junge Menschen singen mit ihren Müttern im Kinderchor, es gibt zwei Kinderflötengruppen mit sieben und elf Mitgliedern, einen großen Flötenchor mit 17 Musikern. Die vielen Kinder und Jugendlichen sind ein Garant dafür, dass dem Kirchenchor die Sänger nicht ausgehen. Die Thomasgemeinde stehe — was junge Sänger anbelangt — besser da als viele andere Kirchengemeinden, sagt Iris Wolff und beklagt, dass im Kirchenkreis im Bereich der Kirchenmusik „gekündigt und gekürzt“ wird und „die Kinderchorarbeit fallengelassen wird“.

Garant für Kirchenmusik in der Thomasgemeinde ist der Förderkreis. Er ist der Arbeitgeber der Kirchenmusikerin, finanziert ihre Planstelle wie schon zu St.-Martin-Zeiten. Kirchenmusik in dieser hohen Kunstform betreiben zu können, ist „gar nicht so selbstverständlich“, bekennt Hagen Sommerfeldt, Vorsitzender des Kirchengemeinderates und begeisterter, kundiger Hornist: „Unserer Gemeinde geht es gut.“ Und damit „der Kirchenchor eine wichtige Säule der Gemeindearbeit bleibt“, wie es sich Gabriela Jacke erträumte, wünscht sich der Förderkreis mit seinen 60 Mitgliedern nicht nur weitere Chorsänger, sondern auch neue Mitglieder, Förderer und Sponsoren der Kirchenmusik.

Ein Festgottesdienst zum 20-jährigen Bestehen des Förderkreises Kirchenmusik findet am Sonntag, 29. Mai, ab 11 Uhr in der Thomaskirche statt. Aufgeführt werden Kantaten, Motetten und Chorsätze von Max Reger, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Ludwig van Beethoven.

Weitere Informationen über die Kirchenmusik an St. Thomas gibt es unter www.thomaskirche.com. Ansprechpartner sind Iris Wolff (Telefon 0451/66166) und Klaus Rittershofer (Telefon 04

51/503794).

Von Torsten Teichmann

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